Das Jagdkommando ist bestens ausgebildet

Österreichische Soldaten sollen Schlepperschiffe entern

Dienstag, 06. September 2016 | 14:02 Uhr

Der Ministerrat hat am Dienstag die Verlängerung zweier Bundesheer-Auslandseinsätze bis Ende 2017 beschlossen. Bei beiden wird die Beteiligung erweitert, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Während in Afghanistan Trainer in der Gebirgsausbildung zum Einsatz kommen, wird im Mittelmeer sogar das Jagdkommando tätig. Die Spezialeinsatzkräfte sollen als “Boarding Team” verdächtige Schiffe entern.

Bis zu 30 österreichische Soldaten können bei dem durch ein UNO-Mandat legitimierten EU-Mittelmeereinsatz “Eunavfor Mediterranean Sophia” ab Herbst im Einsatz sein (derzeitiger Rahmen: zehn Soldaten, de facto sind es im Moment acht Stabsoffiziere). Dabei soll ein “Boarding Team” mit rund 15 Soldaten für die Kontrolle und Durchsuchung verdächtiger Schiffe sorgen.

Der Einsatz erfolgt von Hubschraubern und Booten aus und werde vom Jagdkommando seit Jahren trainiert, wie man im Verteidigungsministerium betont. Bei der Mission geht es um die Bekämpfung von Menschenschmuggels- und Menschenhandelsnetzwerken, die Rettung von Flüchtlingen aus Seenot, Schleuserbekämpfung, die Durchsetzungs des UNO-Waffenembargos gegen Libyen und die Ausbildung der libyschen Marine und Küstenwache.

Bei der “Resolute Support Mission” stockt Österreich den Rahmen von zehn auf 20 Soldaten auf. Dabei handelt es sich um einen Einsatz der NATO in Afghanistan, der durch eine UNO-Sicherheitsratsresolution “begrüßt” wird. In Zusammenarbeit mit der deutschen Bundeswehr kommen Trainer in der Gebirgsausbildung im Norden des Landes zum Einsatz. Bisher waren hier neun Stabsoffiziere bzw. Berater vor Ort.

Beide Einsätze seien vor dem Hintergrund zu sehen, dass man einen Beitrag zu mehr Stabilität in den Hauptherkunftsländern der aktuellen Migrationsbewegung leisten wolle, hieß es im Ministerium zur APA.

Von: apa

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