Platter vor dritter Amtszeit

ÖVP gewinnt Tiroler Landtagswahl – SPÖ vor FPÖ

Sonntag, 25. Februar 2018 | 21:40 Uhr

Die ÖVP hat bei der Landtagswahl in Tirol einen klaren Sieg eingefahren. Laut dem vorläufigen Endergebnis kommt die Partei auf 44,3 Prozent. Die SPÖ erreichte mit 17,3 Prozent den zweiten Platz vor der FPÖ mit 15,5 Prozent. Die Grünen verloren Stimmen, blieben mit 10,7 Prozent aber zweistellig. Liste Fritz und NEOS schafften den Einzug ins Landesparlament. Die Parteigremien tagen schon am Montag.

Die ÖVP tritt am Vormittag zu einem Vorstand zusammen, bei dem aller Voraussicht nach Landeshauptmann Günther Platter Gespräche mit allen potenziellen Koalitionspartnern ermöglicht werden. Dass sie sich Verhandlungen nicht widersetzen werden, haben SPÖ, Freiheitliche und Grüne bereits klar gemacht.

Die Sozialdemokraten werden ihre Positionen und möglicherweise ein Gesprächsteam Montagabend bei einem Vorstand festzurren. Die Grünen konstituieren bereits am Vormittag ihren Klub, am Nachmittag legt der Vorstand die Leitlinien für die Gespräche mit der Volkspartei fest.

Die FPÖ gönnt sich am Montag einen Ruhetag und tagt erst am Dienstag. Nämliches haben die Neulinge im Landtag, die NEOS, vor.

Für die ÖVP bedeutet das Ergebnis vom Sonntag gegenüber dem Urnengang von 2013 ein Plus von 4,9 Prozentpunkten. Einen Zuwachs gab es auch für die SPÖ – und zwar um dreieinhalb Prozentpunkte. Die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil von 9,3 Prozent aus dem Jahr 2013 um 6,2 Prozentpunkte deutlich ausbauen. Die Grünen büßten 1,9 Prozentpunkte ein.

Knapp den Sprung in den Landtag geschafft haben die Liste Fritz wie auch die NEOS. Die Liste Fritz erzielte 5,5 Prozent und verlor gegenüber 2013 0,15 Prozentpunkte. Die NEOS kamen bei ihrem ersten Antreten in Tirol auf 5,2 Prozent und nahmen damit ebenfalls die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug in das Landesparlament. Die Listen Family (1,14 Prozent) und impuls tirol (0,48 Prozent) verpassen den Einzug klar.

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kann nun den Koalitionspartner zwischen SPÖ, FPÖ und Grünen frei wählen. Einen Schritt in Richtung möglicher Regierungsbeteiligung machte jedenfalls die SPÖ. Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik hatte ja einen entsprechenden Zugewinn als Voraussetzung für Koalitionsverhandlungen genannt, den gibt es nun mit gut drei Punkten auf rund 17 Prozent. Entsprechend zeigte sich die Lienzer Bürgermeisterin glücklich, umso mehr, als man die FPÖ hinter sich lassen dürfte.

Der freiheitliche Spitzenkandidat Markus Abwerzger wollte sich das Plus von sechs Punkten nicht schlecht reden lassen. Wörtlich sprach er von einem “sehr guten Ergebnis”. Diese Einschätzung teilte auch Bundesparteichef Heinz-Christian Strache.

Mittelprächtig ist die Stimmung bei den Grünen. Die kleine Regierungspartei büßte zwar knapp zwei Punkte ein, blieb aber zweistellig. Immerhin habe man sich gegenüber dem Ergebnis der Nationalratswahl deutlich verbessert, tröstete sich Spitzenkandidatin Ingrid Felipe. Ob man wieder über eine Regierung verhandelt, liege nun einmal am Landeshauptmann.

Liste Fritz-Spitzenfrau Andrea Haselwanter-Schneider musste eingestehen, dass man das Wahlziel einer Verdoppelung der Mandate verpasst habe: “Zum dritten Mal in Folge in den Tiroler Landtag einzuziehen, ist aber eine tolle Leistung.”

Ziel erreicht hieß es von NEOS-Spitzenkandidat Dominik Oberhofer. Tirol scheine ein guter Nährboden für die NEOS zu sein, meinte er angesichts des sich abzeichnenden Landtagseinzugs der NEOS.

Von: apa