Maria Großbauer und Sebastian Kurz bei der Präsentation

ÖVP holt Opernball-Chefin – Tobisch wirbt für NEOS

Dienstag, 18. Juli 2017 | 17:16 Uhr

Mit der Opernball-Organisatorin Maria Großbauer hat Parteiobmann Sebastian Kurz am Dienstag eine weitere Kandidatin für die Bundesliste präsentiert. Die Werbefachfrau kandidiert bei der Nationalratswahl am 15. Oktober auf dem sechsten Listenplatz. Parteimitglied wird sie dafür nicht. Die NEOS posteten als Reaktion ein Unterstützungsvideo der legendären früheren Opernball-Chefin Lotte Tobisch.

Auf der Terrasse der Albertina, die Staatsoper im Hintergrund, stellte Kurz seine neue Unterstützerin vor: “Wir haben mit ihr eine Persönlichkeit gewonnen, die wie keine andere für den Kunst- und Kulturbereich steht.” Die Kunst und Kultur seien Großbauer schon in die Wiege gelegt worden, so sei etwa ihr Vater Philharmoniker gewesen und sie selbst habe Jazz-Saxofon studiert. Als Organisatorin des Opernballs habe sie außerdem Erfahrung im Kulturmanagement gewonnen, so der Parteichef weiter.

Großbauer selbst kündigte an: “Ich möchte mit Leidenschaft und Begeisterung für die Künstler da sein, ihre Stimme sein, für sie kämpfen.” Beginnen müsse man dabei schon bei den Kleinsten im Kindergarten, in den Schulen und an den Universitäten. “Ich habe einige Ideen und weiß, wo es Probleme gibt.” So komme etwa das Geld oft nicht dort an, wo es gebraucht wird. “Mir geht es um die Menschen, um die Künstler”, nicht um Kulturbürokratie, betonte sie. Die Opernball-Organisatorin ist kein Parteimitglied und dies soll auch so bleiben. Ob sie als Kulturministerin zur Verfügung stehen würde, ließ sie offen, zunächst entschieden nun die Wähler, so Großbauer.

ÖVP-Kultursprecherin Maria Fekter streute der Kandidatin bereits Rosen. Großbauer sei nicht nur selbst eine hervorragende, auch akademisch ausgebildete Musikerin, sondern habe auch ihre Aufgabe als Ball-Organisatorin “mit Bravour gemeistert”, erklärte die frühere Ministerin in einer Aussendung. Sie verfüge außerdem über ein breites Netzwerk im heimischen Kulturbetrieb.

Den Opernball wird Großbauer weiterhin organisieren, es handle sich dabei um eine ehrenamtliche Tätigkeit, hieß es. Staatsopern-Direktor Dominique Meyer erklärte dazu: “Ich habe großes Verständnis für Maria Großbauers Schritt, denn ich habe selbst in Frankreich einige Jahre für mehrere Kultur- und Premierminister gearbeitet, um etwas Positives für mein Land beizutragen.”

Die legendäre Grand Dame des Opernballs, Lotte Tobisch, hat sich auf die Seite der NEOS geschlagen. Just am selben Tag als ÖVP-Chef Sebastian Kurz die derzeitige Opernball-Organisatorin Maria Großbauer als Kandidatin vorstellte, posteten die Pinken auf Facebook ein Video, in dem Tobisch Sympathie für die NEOS bekundet. Die 91-Jährige hatte von 1981 bis 1996 den Wiener Opernball organisiert.

“Ja, ich bin dafür, dass man die NEOS – dass man die unterstützt”, erklärte Tobisch in dem am Dienstag veröffentlichten Video. Aufgenommen wurde es vor drei Wochen, wie es von den NEOS auf APA-Nachfrage hieß. Die Oppositionspartei konnte sich in dem Posting einen Seitenhieb auf Großbauer und die ÖVP nicht verkneifen: “Für alle, die bisher auch nicht wussten, wer derzeit den Opernball organisiert – das Original unterstützt lieber NEOS.”

Von: apa

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2 Kommentare auf "ÖVP holt Opernball-Chefin – Tobisch wirbt für NEOS"


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Dublin
Dublin
Universalgelehrter
29 Tage 9 h

…gute Wahl…Politik isch ah lei mehr a Spektakel… 😅

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
29 Tage 3 h

Wer ist die junge Dame? Kurz Mutter?

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