Leichen von 22 Zivilisten geborgen

Offenbar 28 Menschen in Syrien von Anti-IS-Koalition getötet

Dienstag, 13. November 2018 | 16:13 Uhr

Bei Luftangriffen der internationalen Koalition gegen die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) am Sonntag sind laut Aktivisten erneut zahlreiche Zivilisten getötet worden. In der Ortschaft Al-Shafa in der ostsyrischen Provinz Deir al-Zor seien am Dienstag die Leichen von 22 Zivilisten geborgen worden, darunter neun Kinder erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Demnach handelte es sich bei den getöteten Zivilisten um Familienangehörige von IS-Kämpfern. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten an Ort und Stelle, für Medien sind ihre Angaben zumeist nicht zu überprüfen. Erst am Freitag hatte die Organisation den Tod von 26 Zivilisten bei Angriffen der Koalition gemeldet. Laut der oppositionsnahen Organisation mit Sitz in Großbritannien wurden sechs weitere Leichen bisher nicht identifiziert.

Die Koalition hat wiederholt versichert, Berichte über zivile Opfer genau zu untersuchen. Al-Shafa liegt nahe der Ortschaft Hajin am Euphrat unweit der Grenze zum Irak. Die Gegend ist eine der letzten IS-Bastionen in Syrien. Im September hatten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit Unterstützung der Anti-IS-Koalition eine Offensive auf Hajin begonnen, doch stoppte das kurdisch-arabische Bündnis den Einsatz Ende Oktober.

Grund waren Angriffe der Türkei auf Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien, die das Rückgrat der SDF bilden. Am Sonntag nahmen die SDF-Einheiten ihre Offensive nach “intensiven diplomatischen Aktivitäten” aber wieder auf. Die Türkei will die YPG-Kämpfer von ihrer Südgrenze zurückdrängen, doch halten die USA trotz der Proteste Ankaras an der militärischen Unterstützung für die kurdische Miliz fest.

Von: APA/ag.

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