Offenbar kein Ende absehbar

Offenbar neue Luftangriffe auf Khan Sheikhoun und Al-Raqqa

Samstag, 08. April 2017 | 18:27 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Giftgasanschlag auf Khan Sheikhoun in Nordsyrien hat es laut Aktivisten am Samstag einen erneuten Luftangriff auf die Stadt gegeben. Eine Frau sei bei der Attacke zunächst nicht identifizierter Kampfflugzeuge im Osten des Ortes getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Eine weitere Person wurde demnach verletzt.

Bei einem Luftangriff der US-geführten Militärkoalition auf ein syrisches Dorf am Stadtrand der IS-Hochburg Al-Raqqa sind Aktivisten zufolge mindestens 15 Zivilisten getötet worden. Durch das Bombardement am Samstag seien auch vier Kinder gestorben, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ein Augenzeuge berichtete der Deutschen Presse-Agentur, die Attacke habe ein Internetcafé in dem Ort getroffen. Es gebe eine Reihe von Schwerverletzten, so dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte.

Auf Al-Raqqa, die wichtigste vom IS kontrollierte Stadt in Syrien, läuft seit November eine Offensive, die von kurdischen Truppen geführt und von der US-Koalition aus der Luft unterstützt wird. Zuletzt waren die Vereinigten Staaten in die Kritik geraten, weil die Anzahl ziviler Opfer bei ihrer Anti-IS-Kampagne in Syrien und dem Irak in den vergangenen Monaten drastisch angestiegen war.

Der Iran hat unterdessen eine unabhängige Untersuchung des Giftgaseinsatzes vom Dienstag gefordert. Es müsse ein unparteiisches Gremium eingesetzt werden, um herauszufinden, vom wem diese Chemiewaffen in dem Bürgerkriegsland stammten, sagte Präsident Hassan Rouhani, der US-Präsident Donald Trump der Unterstützung von “Terroristen” in Syrien bezichtigte, ohne diesen direkt beim Namen zu nennen. In einer vom Staatsfernsehen Irib übertragenen Rede sagte Rouhani am Samstag, “dieser Herr”, der in den USA an der Macht sei, habe vorgegeben, “den Terrorismus bekämpfen zu wollen”.

Warum sei dann die syrische Armee angegriffen worden, die sich im “Krieg gegen die Terroristen” befinde, fragte Rouhani weiter. Diese US-Aggression stärke den Extremismus und den Terror in der Region sowie die Rechtlosigkeit und Instabilität in der Welt. Der Iran ist allerdings selbst gemeinsam mit Russland der engste Verbündete und militärische Unterstützer des syrischen Machthabers Bashar al-Assad.

US-Präsident Donald Trump hatte den Luftschlag damit begründet, dass Assad für den Giftgaseinsatz am Dienstag mit mindestens 70 Toten verantwortlich sei. Der russische Präsident Wladimir Putin warf den USA umgehend vor, sie hätten unter fadenscheinigem Vorwand ein souveränes Land angegriffen. Nach Darstellung der syrischen Armee wurde bei einem Luftangriff ein Waffenlager der Rebellen getroffen, in dem der Kampfstoff Sarin aufbewahrt worden sei.

Von: APA/dpa/ag.