Innenminister Nehammer und Kollegen geben eine Pressekonferenz

Offenbar wieder Reisewarnungen für Westbalkan-Länder

Dienstag, 30. Juni 2020 | 20:11 Uhr

Angesichts der steigenden Coronazahlen in der Region vollzieht die österreichische Regierung offenbar eine 180-Grad-Wende in der Frage der Grenzöffnung auf den Westbalkan. Wie die Tageszeitung “Die Presse” (Mittwochsausgabe) berichtet, soll am Mittwoch eine Reisewarnung für Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Kosovo, Nordmazedonien und Albanien verkündet werden.

“Vermutlich” soll es auch eine Reisewarnung für Montenegro geben, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Damit scheint sich der erst Anfang Juni eingeleitete Prozess der Grenzöffnungen zu europäischen Staaten wieder umzukehren. So hat Österreich im vergangenen Monat die Corona-Reisebeschränkungen zu fast allen EU-Staaten aufgehoben.

Die Maßnahme soll dem Vernehmen nach in der Region familiär verwurzelte Österreicher oder Drittstaatsangehörige davon abbringen, ihren Sommerurlaub in den Westbalkan-Staaten zu verbringen. Am bestehenden Grenzregime ändert sich nichts, gilt doch schon bisher eine 14-tägige Pflichtquarantäne oder die Vorlage eines negativen Coronatests für die Einreise aus diesen Staaten.

Im Außenministerium wollte man den Bericht der Zeitung auf APA-Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Vielmehr wurde auf eine Pressekonferenz von Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP), Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne), Innenminister Karl Nehammer und Integrationsministerin Susanne Raab (beide ÖVP) am Mittwoch verwiesen. Diese trägt den Titel “Aktuelles zu Corona in Hinblick auf die Reisefreiheit”.

Sollte Österreich tatsächlich eine Reisewarnung für Serbien und Montenegro aussprechen, würde es sich gegen einen erst am heutigen Dienstag getroffenen gemeinsamen EU-Beschluss stellen. Dieser sieht nämlich die Aufhebung der coronabedingt verhängten Einreiseverbote für 14 Drittstaaten vor, darunter auch Serbien und Montenegro.

Coronabedingt warnt das Außenministerium bisher bereits vor Reisen in 23 Staaten: Ägypten, Bangladesch, Brasilien, Chile, Ecuador, Großbritannien, Indien, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Peru, Philippinen, Portugal, Russland, Schweden, Senegal, Südafrika, die Türkei, Ukraine, USA und Weißrussland (Belarus). Dazu kommen partielle Reisewarnungen, die sich nur auf Teile des jeweiligen Staatsgebiets beziehen. In Italien gilt dies für die Region Lombardei, in Deutschland für die Landkreise Gütersloh und Warendorf im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Von: apa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Offenbar wieder Reisewarnungen für Westbalkan-Länder"


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Gredner
Gredner
Universalgelehrter
5 Tage 13 h

Wieso Reisewarnung für die Lombardei?
Die Lombardei hat inzwischen weniger Neuinfizierte als Tschechien, Liechtenstein oder Kroatien. Und die paar positiven, die man findet sind meist asymptomatische aus Bergamo, weil man dort die gesamte Bevölkerung durchtestet.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
5 Tage 12 h
Gredner
Gredner
Universalgelehrter
5 Tage 8 h

@Faktenchecker die Nachricht ist schon alt. Die Anschuldigung von Gimbe war nicht berechtigt. Einige Staaten zählen nur die getesteten Personen, ander die Anzahl der Tests, andere zählen nur die positiven…

Tatsache ist, dass auch in der Lombardei das Virus mittlerweile unter Kontrolle ist und es nur wenige Neuinfektionen gibt.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
5 Tage 13 h

Auch der Brenner sollte wieder geschlossen werden.

Guennl
Guennl
Grünschnabel
5 Tage 5 h

Ich helfe mit.

thomas
thomas
Universalgelehrter
5 Tage 14 h

jede Reisetätigkeit muss einfach auf das Unverzichtbare beschränkt werden.

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