Abtransport von Verletzten in Hua Hin

Offenbar zwei Festnahmen nach Explosionen in Thailand

Freitag, 12. August 2016 | 18:19 Uhr

Nach der Serie von Bombenexplosionen am Donnerstag und Freitag hat die thailändische Polizei laut Medienberichten zwei Männer festgenommen. Das berichtete die “Bangkok Post” am Freitag. Bei den Anschlägen im Süden Thailands waren vier Personen getötet und 35 verletzt worden. Auch eine Österreicherin wurde leicht verletzt.

Nähere Details zu den beiden Festgenommenen waren vorerst nicht bekannt. Die Sicherheitsbehörden betonten weiterhin, bei den Anschlägen habe es sich um “lokale Sabotage” gehandelt und nicht um Terrorismus.

Der stellvertretende Sprecher der thailändischen Polizei, Piyaphan Pingmuang, erklärte, in Thailand gebe es keine Konflikte zwischen Rassen, Religionsgemeinschaften oder Volksgruppen. Das Land habe auch keine Drohungen seitens der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erhalten.

Die Anschläge, die sich unter anderem in den Touristenorten Hua Hin und Patong ereigneten, stünden auch in keinem Zusammenhang mit den Unruhen in den mehrheitlich von Muslimen bewohnten drei südlichen Provinzen, versicherte Piyaphan.

Die Explosionen seien vielmehr auf interne Konflikte zurückzuführen und hätten zum Ziel gehabt, Chaos zu erzeugen, so der Sprecher. Auch der Chef der Militärjunta und Premier Prayut Chan-o-cha hatte sich zuvor in ähnlicher Weise geäußert.

Die Anschläge ereigneten sich wenige Tage, nachdem eine von der Junta vorgeschlagene umstrittene Verfassungsreform in einem Referendum gebilligt worden war. Die neue Verfassung räumt dem Militär großen Einfluss ein.

Ob die Attentate in Zusammenhang mit dem Verfassungsreferendum stünden, sei nicht klar, fügte Piyaphan hinzu. Es seien jedenfalls “einige Verdächtige” zur Einvernahme festgenommen worden. Thailändische Sender berichteten, es seien zwei Männer von der Polizei in Gewahrsam genommen werden.

Der thailändischen Polizei zufolge wurden bei den Anschlägen auch drei Deutsche und zwei Italiener verletzt. Nach Angaben der niederländischen Botschaft waren zudem vier Niederländer unter den Verletzten. Die Österreicherin wurde zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht, das sie mittlerweile wieder verlassen konnte, wie der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll, auf APA-Anfrage mitteilte.

Der beliebte Urlaubsort Hua Hin wurde von zwei Doppel-Explosionen erschüttert. Am Donnerstagabend detonierten zunächst zwei Sprengkörper in einem Ausgehviertel. Dabei wurden eine thailändische Straßenhändlerin getötet und mehr als 20 Menschen verletzt. Freitagfrüh explodierten dann zwei weitere Bomben in Hua Hin. Ein Mensch wurde getötet.

In Hua Hin steht der Palast Klai Kangwon, wo sich König Bhumibol Adulayadej und seine Frau Sirikit in den vergangenen Jahren oft aufgehalten haben. Am Freitag war Feiertag in Thailand. Es ist der Geburtstag der Königin, der auch als Muttertag begangen wird.

Ebenfalls Freitagfrüh wurden zwei Bombenexplosionen auf dem beliebten Strand von Patong auf der Urlaubsinsel Phuket gemeldet. Ein Mann wurde leicht verletzt.Drei weitere Bombenanschläge gab es im äußersten Süden Thailands, der mehrere hundert Kilometer von Hua Hin und Phuket entfernt ist.

In der Provinz Surat Thani wurde nach Behördenangaben eine städtische Angestellte getötet, als vor der Küstenpolizei eine Bombe explodierte. Bereits am Donnerstag war in der südlichen Provinz Trang ein Thailänder bei einem Bombenanschlag getötet worden.

Im Süden Thailands kämpfen muslimische Rebellen seit langem gegen die thailändische Regierung, es gibt hier immer wieder Bombenanschläge. Sprengstoffattentate auf die weiter nördlich gelegenen Touristenzentren sind indes selten.

Einige Experten vermuten Gegner der Militärjunta hinter den Taten. “Wer immer sie begangen hat, will der thailändischen Wirtschaft schaden. Dort kann man die Junta am empfindlichsten treffen”, sagte Zachary Abuza vom National War College in Washington. Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen in Thailand, das Land rechnete in diesem Jahr mit einer Rekordzahl von 32 Millionen Besuchern.

Die Militärjunta, die 2014 nach einer Phase blutiger Unruhen die Macht ergriffen hatte, hält sich selbst zu Gute, das Königreich wieder zu Stabilität und Ordnung geführt zu haben.

Die vom Militär gestürzte ehemalige thailändische Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra verurteilte die Bombenserie in ihrem Land. “Die Anschläge kosteten Unschuldige das Leben”, schrieb sie am Freitag auf Facebook. “Ich verurteile die Hintermänner dieser Angriffe aufs schärfste.” Sie hoffe, dass die Verantwortlichen bald gefasst würden.

Vor knapp einem Jahr waren bei einem Anschlag in Bangkok an einem beliebten Hindu-Schrein 20 Menschen getötet worden, die meisten davon ausländische Touristen aus China und Malaysia. Die Behörden machen zwei Uiguren aus dem Westen Chinas dafür verantwortlich. Die beiden Angeklagten bestreiten jedoch jede Verwicklung.

Von: APA/dpa/ag.

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