Die Stadt Baghouz in Ost-Syrien wird heftig umkämpft

Offensive auf letzte IS-Bastion erneut unterbrochen

Dienstag, 05. März 2019 | 13:06 Uhr

Die Offensive auf die letzte Bastion der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) im Osten Syriens ist aus Rücksicht auf die verbliebenen Zivilisten erneut unterbrochen worden. Ein Vertreter der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sagte am Montagabend, sie würden sich weiter bemühen, Zivilisten, Jihadisten, die sich ergeben wollten und deren Angehörige aus dem Dorf Baghouz herauszuholen.

Das arabisch-kurdische SDF-Bündnis brachte nach eigenen Angaben in den vergangenen 48 Stunden rund 3.000 Menschen aus der letzten IS-Bastion im Euphrattal. Darunter seien auch hunderte IS-Kämpfer gewesen, die sich den Belagerern ergeben hätten, sagte der SDF-Vertreter. Außerdem seien Angehörige der Jihadisten sowie unbeteiligte Zivilisten herausgebracht worden, die von der IS-Miliz als “menschliche Schutzschilde” missbraucht worden seien.

Die SDF-Kämpfer belagern seit Monaten das Dorf Baghouz, das den letzten Rest des “Kalifats” der IS-Miliz darstellt. Nachdem tausende Menschen die Ortschaft an der irakischen Grenze verlassen hatten, starteten die SDF-Einheiten mit Unterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition am vergangenen Freitag die entscheidende Offensive.

Die Jihadisten und ihre Angehörige, die in den vergangenen Monaten aus den IS-Gebieten geholt wurden, stellen die SDF-Kämpfer vor große Schwierigkeiten. Nach Angaben des UN-Büros zur Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) drängen sich im Lager Al-Hol im Nordosten Syriens inzwischen mehr als 56.000 Menschen. Rund 90 Menschen, die meisten davon Kleinkinder, seien auf dem Weg in das Lager oder kurz nach der Ankunft gestorben.

Von: APA/Ag.

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1 Kommentar auf "Offensive auf letzte IS-Bastion erneut unterbrochen"


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zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
17 Tage 46 Min
Die Terrormiliz des Daesh (IS) hat zwar grosse Gebietsverluste erlitten, kann aber problemlos wieder auf seine ursprüngliche Zustandsform als Terrornetzwerk zurückkehren ohne eigenen “Islamischen Staat*. Denn über Führungsstrukturen, Sympathisanten, Anwärter, Rekruten, Kämpfer und hochspezialisierte Terrorkader verfügt der Daesh nach wie vor in grossem Umfang. Auch vom anhaltenden Zustrom von kampfwilligen Daesh-Anhängern aus der Russischen Föderation, insbesondere den Kaukasusstaaten, profitiert die Terrormiliz. In Kaukasusregion kann die Daesh-Führung auch sicher und geschützt abtauchen, um von dort aus neue Terroroffensiven zu starten. V. Putin und Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow kann dies egal sein, so lange die terroristischen Daesh-Aktivitäten sich nicht gegen ihre eigenen… Weiterlesen »
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