Hunderte Zivilisten verließen Ost-Ghouta

Offensiven in Ost-Ghouta und Afrin steuern auf Ende zu

Sonntag, 25. März 2018 | 22:23 Uhr

Die Militäroffensiven in den schwer umkämpften syrischen Gebieten Ost-Ghouta und Afrin steuern offenbar auf ein Ende zu. Während die Türkei bei ihrem Feldzug gegen Kurden in Afrin im Nordwesten des Landes am Wochenende die vollständige Einnahme der Region verkündete, verweigern die Rebellen in Ost-Ghouta nahe Damakus nur noch in einen letzten Rückzugsort nahe der Stadt Duma den Abzug.

Das Gebiet um Duma verließen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge am Sonntag Hunderte Zivilisten. Unterdessen gebe es Verhandlungen zwischen dem islamistischen Rebellenbündnis Jaish al-Islam, das den Ort beherrscht, und dem syrischen Verbündeten Russland. Einen anderen Teil Ost-Ghoutas verließen demnach Hunderte Rebellen und ihre Familien. Sie sollen der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge in die Rebellenhochburg Idlib in den Norden des Landes gebracht werden.

Die syrische Regierung hatte Ost-Ghouta östlich von Damaskus, das es seit 2013 belagert, in den vergangenen Wochen mit einer Welle von Bombardierungen überzogen. Dabei sind nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 1.600 Zivilisten ums Leben gekommen. Bei der folgenden Bodenoffensive konnten die Kämpfer von Präsident Bashar al-Assad dann immer weiter gegen die verschiedenen Rebellengruppen vordringen.

Der Abzug der Rebellen aus Ost-Ghouta folgt einem Abkommen der islamistischen Miliz Failak al-Rahman mit der Syrischen Armee vom Freitag. Der Beobachtungsstelle zufolge sollen rund 7.000 Menschen das Gebiet in den kommenden Tagen verlassen. Zuvor war die syrische Armee auch in den Ort Harasta eingerückt. Sie kontrolliert damit etwa 90 Prozent von Ost-Ghouta.

Im Norden Syriens verkündete die türkische Armee gut zwei Monate nach dem Beginn ihrer Militäroffensive, die Region Afrin “vollständig” unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Das berichtete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag unter Berufung auf eine Mitteilung des türkischen Generalstabs. Man helfe den Einwohnern dabei, in ihre Häuser zurückzukehren, hieß es.

Türkische Truppen hatten am 20. Jänner die Operation “Olivenzweig” gegen die Kurdenmiliz YPG in der Region Afrin begonnen. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und rechtfertigt die Offensive mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Die Stadt Afrin war bereits am vergangenen Sonntag von der türkischen Armee erobert worden.

Nach Afrin soll die türkische Armee nach dem Willen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan allerdings auch noch die kurdisch kontrollierte Stadt Tell Rifat einnehmen. “So Gott will, werden wir in kurzer Zeit auch Tell Rifat unter Kontrolle bringen und das Ziel dieses Einsatzes erreichen”, sagte Erdogan am Sonntag in der Schwarzmeerstadt Trabzon.

Tell Rifat liegt südlich von Afrin und wird von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert. Die Türkei betrachtet die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur kurdischen Arbeiterpartei PKK als Terrororganisation.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Offensiven in Ost-Ghouta und Afrin steuern auf Ende zu"


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Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
27 Tage 19 h

Gut so. Ab mit den Rebellen die die Einheit Syriens untergraben. Ab nach Madrid, die wissen was man mit solchen Elementen macht.

zombie1969
zombie1969
Superredner
28 Tage 1 Min
Es ist noch nicht vorbei. Philip Klaus heute: “Islamischer Staat erobert Viertel in Damaskus Während die intensiven Gefechte im nahe gelegenen Ost-Ghouta zwischen Opposition und syrischer Armee langsam abklingen, entwickelt sich im Süden von Damaskus ein neues Kampfgebiet. In den Vierteln Yarmouk und al-Qadam sind Kämpfe zwischen den syrischen Streitkräften und dem Islamischen Staat ausgebrochen, nachdem es zu einer Vereinbarung mit daraus resultierender Evakuierung zwischen der Opposition und syrischer Regierung in al-Qadam kam. Diese Einigung sah den Abzug der letzten verbliebenen Rebellen nach Idlib vor, das dadurch entstandene „Machtvakuum“ im Bezirk wurde durch den IS ausgenutzt, als er auf völlig… Weiterlesen »
Guri
Guri
Tratscher
27 Tage 15 h

die Region ist und bleibt ein Pulverfass , Stellvertreter krige USA , Russland , Türkei … das ertragen müssen die Zivilisten , und wir in Europa wohin geflüchtet wird

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