Anfrage vom Team K

Olympia-Bobbahn: “Europäische Zusammenarbeit statt blinder Bauwut”

Samstag, 03. September 2022 | 16:38 Uhr

Bozen – Für die Olympischen Winterspiele 2026 soll die Bobbahn in Cortina d’Ampezzo um 80 Millionen Euro erneuert werden. Finanziert wird dieses Vorhaben über den Grenzgemeindenfonds, in den Südtirol jährlich 40 Millionen Euro einzahlt. Dabei befindet sich in Igls bei Innsbruck eine funktionstüchtige, einsatzbereite Rodel- und Bobbahn. Der Landtagsabgeordnete Alex Ploner vom Team K appelliert an die Landesregierung, die eigenen Nachhaltigkeitsstrategien ernst zu nehmen und sich für eine Verlegung der Bob-Bewerbe nach Igls stark zu machen, anstatt Millionen in eine Struktur zu investieren, „wo die Chance groß ist, dass sie zum Millionengrab werden wird“. Eine Anfrage soll nun für Transparenz sorgen.

“Die Landesregierung und vor allem Sportlandesrat Arno Kompatscher reden immer von Europa und Nachhaltigkeit. Da werden auch schon mal 2,4 Millionen Euro für ein Festival locker gemacht. Wenn es aber um Entscheidungen im Sinne der Nachhaltigkeit und des Sparens geht, wird weitergemacht wie gehabt. Das zeigt auch die Vorgehensweise in Sachen Olympische Spiele in Cortina d’Ampezzo. Der Dachverband für Natur und Umweltschutz, der Heimatpflegeverband, die Plattform pro Pustertal und weitere Organisationen haben angeregt, für die Winterspiele 2026 auf eine der modernsten Bobbahnen der Welt in Igls zurückzugreifen. Auch ich habe diese Forderung schon im Landtag gestellt. Trotzdem wird am ursprünglichen Plan festgehalten. Gerade mit Olympia verpassen wir eine Gelegenheit, europäische Werte zu leben, sprich grenzüberschreitend zu handeln und uns für Nachhaltigkeit einzusetzen”, sagt Alex Ploner, Landtagsabgeordneter des Team K.

Tatsächlich wurde bereits im Zuge der Olympischen Spiele 2006 eine Bobbahn in Cesana errichtet. Seit mehr als zehn Jahren ist davon nur noch eine Ruine übrig. Die Betriebsspesen der Anlage konnten von der Gemeinde nicht mehr gestemmt werden. „Das gleiche Schicksal droht nun der Anlage in Cortina“, so Ploner. Wie die Landesregierung zu diesem Projekt steht, will nun das Team K mit einer Anfrage herausfinden. In Erfahrung gebracht werden sollen die Baukosten, die Folgekosten, das Führungskonzept und ob sich die Landesregierung für eine Verlegung der Bob-Wettkämpfe nach Igls stark macht. „Nur so würden auch die Nachhaltigkeitsbestrebungen konkret umgesetzt und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit würde keine Floskel in den Sonntagsreden bleiben“, betont das Team K.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Olympia-Bobbahn: “Europäische Zusammenarbeit statt blinder Bauwut”"


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Gredner
Gredner
Kinig
1 Monat 3 h
Zwei Fehler sind hier dem Team K unterlaufen: Erstens gab es Cortina immer schon eine Bob-Bahn, die durchgehend von 1923 bis 2008 genutzt wurde für verschiedenste Veranstaltungen. Sie wurde mehrmals renoviert: 1936, 1948, 1956, und 1981. Für 2011 waren in Cortina die Bob-Weltmeisterschaften vorgesehen, nur fehlte damals das Geld. Jetzt dank Olympia wäre es da. Diese Piste würde dann auch von den Südtirolern genutzt werden. Der Bob-Bahn in Cortina würde also nicht das gleiche Schicksal ereilen, wie Cesana. Zweitens kostete die Wartung der Piste in Cortina 330.000 Euro jährlich, während jene in Cesana 1 Million kostete. Es ist also sinnvoll… Weiterlesen »
Krotile
Krotile
Universalgelehrter
29 Tage 22 h

so denke ich auch! und zwar unabhängig davon was ich von Herrn Ploner und seiner Menschlichkeit halte – “tanto fumo, poco arrosto” – aber in der Politik kommt anscheinend jeder unter!

Marco schwarz
Marco schwarz
Superredner
29 Tage 13 h
@Gredner : hm, diese Fehler sehe ich eigentlich nicht. Erstens, wieso fehlte etwa das Geld? FRAGE!!! Kann man sich vielleicht jetzt zusammenreimen. Und zweitens : die neue Bahn ist mit der alten gar nicht zu vergleichen. Die Folgekosten von 330.000€ sind für die alte Bahn, die ja kaum mehr funktionstüchtig war, schon sehr hoch. Die neue wird die Million bei weitem übersteigen. Und wenn sie sich informiert hätten, dann wüssten sie auch, dass sich das Land Südtirol für 15 Jahre am Verlust der Bahn beteiligt! Sprich: man weiß heute schon, dass die Bahn Verlust macht. Also grad dümmer gehts nimmer!… Weiterlesen »
Oracle
Oracle
Universalgelehrter
29 Tage 19 h

Cortina und Cesana liegen bekanntlich nicht in Südtirol….da wird die Landesregierung nicht grossen Spielraum haben…. mal ehrlich, da könnte man gleich gut vorschlagen, die Spiele gar nicht zu veranstalten, was noch weniger kostet…..

Doolin
Doolin
Kinig
29 Tage 18 h

…wäre auch gscheider…
😆

Hustinettenbaer
29 Tage 14 h

Ich drück die Daumen, dass Ihr aus der 40 Mio-Schleifen-Nummer wieder rauskommt.
Ansonsten: Zement, Stahl, Kühlenergie, Touris, An- und Abreiseverkehr. Herzlichen Glühstrumpf.

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