Wann das Team abreisen wird, ist nicht bekannt

OPCW schickt Chemiewaffenexperten ins syrische Duma

Dienstag, 10. April 2018 | 23:01 Uhr

Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wird in Kürze Experten in die syrische Stadt Duma schicken, um dort einen möglichen Angriff mit Chemiewaffen zu untersuchen. Wann das Team abreisen wird, wurde von der OPCW am Dienstag in Den Haag nicht mitgeteilt. Die Bitte sei zeitlich mit einer Anfrage Syriens und Russlands nach Entsendung von Experten zusammengefallen.

Seit dem mutmaßlichen Angriff hätten die Experten bereits Informationen gesammelt und analysiert, teilte die OPCW mit. Nun sollte ein spezielles Ermittlerteam an Ort und Stelle die Vorwürfe untersuchen. Die OPCW hatte am Dienstag die syrische Regierung gebeten, die notwendigen Voraussetzungen für den Einsatz der Experten zu schaffen. Am Nachmittag berichtete die syrische Nachrichtenagentur Sana, Präsident Bashar al-Assad habe die OPCW in das Land eingeladen.

Während der Westen Russland und Syrien für den mutmaßlichen Angriff verantwortlich machen, bestreitet Russland, dass es einen Giftgasangriff auf die Rebellenhochburg Duma gab. Bei dem Angriff starben nach Angaben von Zeugen und Hilfskräften am Samstag 60 Menschen, rund 1.000 Personen wurden verletzt.

US-Präsident Donald Trump sagte wegen der jüngsten Ereignisse in Syrien am Dienstag eine geplante Reise nach Südamerika ab. Trump bleibe in den Vereinigten Staaten, um sich um die Reaktion der USA auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien zu kümmern, teilte seine Sprecherin Sarah Sanders mit. Die US-Regierung hatte zuvor militärische Schritte gegen die syrische Regierung nicht ausgeschlossen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält Angriffe auf “chemische Kapazitäten” des syrischen Regimes für möglich. Frankreich tausche sich mit Partnern aus, vor allem mit den USA und mit Großbritannien: “Wir werden unsere Entscheidung in den kommenden Tagen mitteilen”, sagte Macron.

Die USA ließen am Dienstag auch den UN-Sicherheitsrat über eine Resolution zum mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma abstimmen. Gegen den Resolutionsentwurf legte Russland erwartungsgemäß sein Veto ein. In dem Entwurf wurde ein neuer “unabhängiger Mechanismus” zur Untersuchung der Giftgasvorwürfe in Syrien vorgeschlagen.

Die Annahme einer Resolution erfordert mindestens neun Stimmen im 15 Mitglieder zählenden UN-Sicherheitsrat – und kein Veto von einem der ständigen Mitglieder USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China. Gegen den US-Entwurf stimmte am Dienstag außer Russland lediglich Bolivien, China enthielt sich. Danach votierten unter anderem die USA und Großbritannien gegen einen russischen Resolutionsentwurf.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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2 Kommentare auf "OPCW schickt Chemiewaffenexperten ins syrische Duma"


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Superredner
10 Tage 10 h

OHNE ZUSÄTZLICHE Erlaubnis von Mister Putin wird es derartiges nicht geben..

werner66
werner66
Superredner
9 Tage 20 h

Was sollen die dort machen? 
Den Giftgasangriff gibt es nur in der westlichen Presse.
Der Westen spielt das selbe Spiel, wie bei den Überfällen auf andere Länder. Der Unterschied zu den anderen Überfällen besteht darin, dass er diesmal den bösen, bösen Russen gegenübersteht. 
Die haben bereits klar gestellt, dass sie nicht die Absicht haben, sich vom Westen ohne Gegenwehr bombardieren zu lassen.
Das blöde an den Russen ist, dass sie nie viel sagen, aber wenn sie etwas sagen, dann machen sie das auch.

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