Reihe von Anschlägen erschütterte die Provinz Sweida

Opferbilanz nach IS-Angriff in Syrien steigt – Über 220 Tote

Mittwoch, 25. Juli 2018 | 20:19 Uhr

Bei einem der blutigsten IS-Überraschungsangriffe im syrischen Bürgerkrieg sind Aktivisten zufolge mehr als 220 Menschen ums Leben gekommen, darunter Dutzende Zivilisten. Mindestens vier Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sprengten sich dabei in der von der Regierung kontrollierten Stadt Sweida in die Luft.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch weiter meldete seien zudem mehr als 200 Menschen bei dem Angriff verletzt worden. Der IS bekannte sich über sein Sprachrohr Amaq im Internet zu dem Angriff.

Die Extremisten rückten den Menschenrechtlern zufolge in mehrere Orte nahe Sweida vor. Anhänger der Regierung und der IS hätten sich über Stunden heftige Gefechte geliefert. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, die Armee habe den Angriff zurückgeschlagen. Sie sprach von zahlreichen Toten und Verletzten, nannte aber keine Zahlen. Der Gouverneur Sweidas, Amir al-Ishi, sagte dem regierungstreuen Sender Al-Ikhbaria, die Stadt sei “sicher und ruhig”.

Unter den Todesopfern sind nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter mindestens 89 Zivilisten und 94 regierungstreue Kämpfer. Auch 38 IS-Kämpfer seien getötet worden, darunter die Selbstmordattentäter.

Sana berichtete, ein Attentäter habe sich auf einem Markt in die Luft gesprengt. Sicherheitskräfte hätten zwei weitere Attentäter verfolgt und diese getötet, ehe sie ihre Sprengstoffgürtel gezündet hätten. Ein Anwohner sagte, unter den Menschen in Sweida herrsche Panik. Andere berichteten, Explosionen hätten das ganze Gebiet erschüttert.

Der Bürgerkrieg in Syrien hatte im Frühjahr 2011 mit Protesten gegen die Regierung begonnen. Die Armee und ihre Verbündeten nahmen in den vergangenen Wochen die jahrelang von Regierungsgegnern beherrschten Gebiete im Süden Syriens größtenteils wieder ein. Sie bekämpfen dort noch einen IS-Ableger, der das Yarmouk-Tal an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen kontrolliert.

Von: APA/dpa/ag.