Tausende Menschen gingen auf die Straße

Opposition beantragte Wahl-Annullierung in Honduras

Samstag, 09. Dezember 2017 | 12:20 Uhr

In Honduras haben die größten Oppositionsparteien die Annullierung der umstrittenen Präsidentenwahl beantragt. Die Ergebnisse müssten wegen skandalösen Wahlbetrugs für null und nichtig erklärt werden, sagte Oppositionschef Salvador Nasralla kurz vor Mitternacht am Freitag unmittelbar vor Ablauf einer Frist für Wahlbeschwerden.

Nasralla lag laut letztem offiziellen Stand bei der Wahl am 26. November mit nur 1,6 Prozentpunkten hinter dem konservativen Amtsinhaber Juan Orlando Hernandez. Von offizieller Seite wurde bisher kein Wahlsieger verkündet. Beide Bewerber beanspruchen den Sieg für sich. Neben Nasralla beantragte auch die oppositionelle Liberale Partei des Kandidaten Luis Zelaya, die Abstimmung zu annullieren.

Nach der Wahl kam es zu heftigen Protesten der Opposition. Sie entzündeten sich daran, dass in den ersten Stunden nach Schließung der Wahllokale noch Nasralla bei der Auszählung in Führung gelegen war. Danach wurden rund 36 Stunden lang keine Ergebnisse mehr veröffentlicht. Anschließend lag überraschend Hernandez vorne.

Am Donnerstag ordnete die Wahlkommission die Neuauszählung von knapp 5.000 Wahlurnen an, die nach der Pause ausgezählt worden waren. Dies hatte auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verlangt. Honduras gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas und hat weltweit die höchste Mordrate.

Von: APA/ag.