Polizei bestätigte Sprengstoffverdacht

Paket mit Nägeln in Potsdam entschärft

Freitag, 01. Dezember 2017 | 19:31 Uhr

Am Weihnachtsmarkt von Potsdam im deutschen Bundesland Brandenburg haben Bombenentschärfer am Freitag ein verdächtiges Paket unschädlich gemacht. Ein Lieferdienst hatte es in einer Apotheke in unmittelbarer Nähe der Buden abgegeben. Im Inneren des Pakets befanden sich nach Angaben von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hunderte kleine Nägel und ein sogenannter “Polenböller”.

Die Nägel und der Böller seien in einem Metallgefäß wie einer Konservendose gewesen. Der “Polenböller” sei größer als ein normaler Silvesterböller. Es deute aber einiges darauf hin, dass das Paket nicht explosionsfähig war, weil kein Zünder gefunden worden sei, sagte Schröter am Freitagabend.

Dass im Paket Nägel waren, zeigte eine Röntgenuntersuchung. Die Polizei sprach von “etlichen hundert Gramm Nägeln” sowie Drähten, Pulver und Batterien. Unklar war nach früheren Angaben Schröters, ob in dem Gegenstand auch Sprengstoff oder nur Gips oder ein anderes “Fakemittel” enthalten war.

Der Apothekeninhaber sagte der Zeitung “Potsdamer Neueste Nachrichten”, beim Auspacken habe man gemerkt, “dass da so komische Drähte herausguckten”. Daraufhin sei das Paket sofort aus der Apotheke getragen worden, und man habe die Polizei informiert. Das Paket wurde von Spezialisten der Bundespolizei mit einem Wasserstrahl geöffnet. Medien berichteten von einem Knall.

Es sei möglich, dass weitere Pakete in die Umgebung geliefert worden seien, sagte der Minister. Das werde derzeit untersucht. Es sei zu früh, von einem Anschlag auf den Potsdamer Weihnachtsmarkt zu sprechen. Das Paket könne auch dem Apotheker gegolten haben. Rund um das Geschäft wurde ein Sperrbezirk von etwa 100 Metern eingerichtet.

Auch die Polizei warnte vor “voreiligen Schlüssen”. Die Beamten sprachen von einer “Unkonventionellen Spreng- oder Brandvorrichtung”. Der Begriff wird häufig für eine Bombe benutzt. Ob es aber ein Spreng- oder Brandsatz war, wollten die Beamten zunächst nicht festlegen.

Anfang der Woche waren in Deutschland zahlreiche Weihnachtsmärkte eröffnet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nach dem Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vor fast einem Jahr bundesweit verschärft worden. In vielen Städten wurden Betonbarrieren aufgestellt. Gleichzeitig appellierten Politiker an die Menschen, sich durch die Terrorbedrohung nicht einschüchtern zu lassen.

Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Markt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Er tötete zwölf Menschen und verletzte mehr als 70.

Von der Berliner Polizei hieß es am Abend mit Blick auf mögliche Konsequenzen aus dem Potsdamer Fund: “Wir müssen erst abwarten, was genau da vorgefallen ist.” Ein anderer Polizeisprecher hatte zuvor bekräftigt, dass die Kollegen zum Beispiel auf Streife auf Weihnachtsmärkten sensibilisiert seien.

Peter Klemm, Weihnachtsmarkt-Veranstalter in Potsdam, rief zur Besonnenheit auf. Jetzt müssten zunächst die weiteren Schritte der Polizei abgewartet werden, dann werde versucht, zur Normalität zurückzugehen, sagte Klemm am Abend dem Sender n-tv. Wann der abgesperrte Markt wieder öffnet, sei unklar. Zuvor sei der Markt gut gefüllt gewesen, viele Menschen hätten nach Feierabend schlendern gehen wollen. Seitenstraßen seien gesperrt und mit Pollern und schweren Fahrzeugen gesichert.

Von: APA/ag

Kommentare

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9 Kommentare auf "Paket mit Nägeln in Potsdam entschärft"


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speckbrot
speckbrot
Tratscher
9 Tage 21 h

Den letzten Wahlergebnissen zufolge wollen es die Leute so.

ivo815
ivo815
Kinig
9 Tage 18 h

Richtig. Zu viele nationalverseuchte AfD-Wähler

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
9 Tage 10 h

So interpretiere ich das nicht. jeder vierte wählte fdp oder afd. Merkel möchte noch etwas aussitzen ist aber entscheidend angeschlagen.

PuggaNagga
PuggaNagga
Superredner
9 Tage 19 h

Weihnachtszeit:
Alle Jahre wieder… kommt der Terromann, streckt die Europäer nieder….

ivo815
ivo815
Kinig
9 Tage 18 h

Scheinbar ist die NSU noch aktiv

PuggaNagga
PuggaNagga
Superredner
7 Tage 20 h

😂😂😂
NSU war ein deutscher Automobilhersteller, heute nennt man es AUDI! Und ja, Audi ist heute nocht aktiv und sehr erfolgreich mit ihrem Geschäft.

peterle
peterle
Superredner
9 Tage 18 h

Frau Merkel ist leider im Wochenende. Sie wird sich frühestens Mitte nächster Woche mit rautenverschränkten Fingern und Bedauern dazu melden.

Waltraud
Waltraud
Tratscher
8 Tage 22 h

Peterle

Das muss ja Sie nicht schaffen, sondern wir.

speckbrot
speckbrot
Tratscher
9 Tage 19 h

Polenböller werden nicht in einem Metallbehälter zusammen mit Batterien, Drähten und Schrauben verkauft.

Man kann fast sicher von einer Rohrbombe ausgehen, die aber jetzt als Polenböller verharmlost wird, um das Weihnachtsmarktgeschäft nicht zu gefährden.

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