Erneut massive Proteste an der Grenze

Palästinenser bei Zusammenstößen an der Gaza-Grenze getötet

Freitag, 07. September 2018 | 18:34 Uhr

Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze ist nach palästinensischen Angaben ein Jugendlicher erschossen worden. Der 17-Jährige sei in die Brust getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza am Freitag mit. 210 weitere Palästinenser seien verletzt worden. Davon hätten 45 Schussverletzungen erlitten.

Nach Angaben der israelischen Armee kamen rund 7.000 Palästinenser an verschiedenen Punkten an die Grenze. Sie rollten brennende Reifen in Richtung israelischer Soldaten, warfen Brandbomben und Steine, wie eine Sprecherin sagte. Die Armee habe mit entsprechenden Maßnahmen reagiert. Genauere Angaben machte sie nicht.

Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas verhandeln seit Wochen unter Vermittlung von Ägypten über eine Waffenruhe. Seit Ende März sind bei Protesten und Zusammenstößen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza insgesamt 173 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden. Ein israelischer Soldat wurde erschossen.

Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Recht auf Rückkehr in ihre frühere Heimat oder die ihrer Eltern und Großeltern. Diese Dörfer oder Städte gehören heute zum israelischen Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender Menschen im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Israel lehnt die Forderungen ab.

Die Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben.

Von: APA/dpa