Zehntausende Gläubige anwesend

Papst sprach Segen “Urbi et Orbi”

Sonntag, 17. April 2022 | 12:40 Uhr

Vor Zehntausenden Menschen hat Papst Franziskus am Ostersonntag auf dem Petersplatz in Rom den Segen “Urbi et Orbi” (“der Stadt und dem Erdkreis”) erteilt. Die Gläubigen, die nach den zwei Corona-Ausfällen 2020 und 2021 wieder an der Feier teilnahmen, verfolgten bei Frühlingswetter die Zeremonie auf dem Petersplatz. Der Heilige Vater richtete einen eindringlichen Appell für Frieden in der Ukraine.

“Unsere Augen sind ungläubig, in diesem Ostern des Krieges. Wir haben zu viel Blutvergießen, zu viel Gewalt gesehen. Unsere Herzen waren von Angst und Schrecken erfüllt, während so viele unserer Brüder und Schwestern sich vor den Bomben schützen mussten”, so Franziskus.

“Werde der leidgeprüften Ukraine, die durch die Gewalt und Zerstörung des grausamen und sinnlosen Krieges, in den sie hineingezogen wurde, so sehr gelitten hat, Frieden zuteil. Gehe bald eine neue Morgendämmerung der Hoffnung über dieser schrecklichen Nacht des Leidens und des Todes auf! Möge man sich für den Frieden entscheiden. Man höre auf, die Muskeln spielen zu lassen, während die Menschen leiden”, sagte der Pontifex Maximus vor circa 50.000 Gläubigen, wie der Vatikan mitteilte.

All die vielen ukrainischen Opfer, die Millionen von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen, die auseinandergerissenen Familien, die allein gelassenen alten Menschen, die zerstörten Leben und die dem Erdboden gleichgemachten Städte trage ich in meinem Herzen. Vor meinen Augen habe ich den Blick der Waisenkinder, die vor dem Krieg fliehen. Wenn wir sie betrachten, können wir nicht umhin, ihren Schmerzensschrei zu hören”, so der Heilige Vater.

Inmitten des Schmerzes des Krieges fehle es nicht an ermutigenden Zeichen, wie die offenen Türen vieler Familien und Gemeinschaften, die in ganz Europa Migranten und Flüchtlinge aufnehmen. “Seien diese vielen Taten der Nächstenliebe ein Segen für unsere Gesellschaft, die durch so viel Egoismus und Individualismus zuweilen verkommt. Mögen diese Taten dazu beitragen, die Gesellschaft für alle aufnahmebereit zu machen”, betonte Franziskus.

Der Papst sprach auch über die Lage im Nahen Osten, der seit Jahren von Spaltung und Konflikten zerrissen sei. Er betete für Frieden in Jerusalem. “Mögen Israelis, Palästinenser und alle Bewohner der Heiligen Stadt zusammen mit den Pilgern die Schönheit des Friedens erfahren, in Geschwisterlichkeit leben und möge ihnen der freie Zutritt zu den Heiligen Stätten unter gegenseitiger Achtung der Rechte jedes Einzelnen gewährt werden”, sagte der Papst.

Der Pontifex urgierte Frieden und Versöhnung für den Libanon, Syrien und den Irak und für alle im Nahen Osten lebenden christlichen Gemeinschaften. Er betete auch für das Ende der Spannungen in Libyen und im Jemen. Der Papst zeigte sich über die Lage in Myanmar und Afghanistan besorgt, in dem “eine tragische humanitäre Krise die Bevölkerung quält”. Er drückte auch seine Solidarität mit den von verheerenden Überschwemmungen betroffenen Bevölkerungen im Osten Südafrikas aus.

In den Gebeten der Gläubigen bei der von Papst Franziskus geleiteten Ostermesse auf dem Petersplatz gab es auch ein Gebet in ukrainischer Sprache: “Gott gebe unseren verstorbenen Brüdern und Schwestern Anteil am ewigen Ostern”. Die Gebete wurden auch auf Arabisch, Chinesisch, Deutsch und Englisch gesprochen.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare auf "Papst sprach Segen “Urbi et Orbi”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
ANTONIO
ANTONIO
Neuling
1 Monat 9 Tage

Urbi et orbi wird leider an dieser verdorbenen Welt nichts ändern.. 😥

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 9 Tage

…das soll eine moralische Authorität sein…traut sich nicht mal, die russischen Kriegsverbrechen zu verurteilen…

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
1 Monat 8 Tage

Im gleichen Zug müsste er dann die amerikanischen,englischen,saudi arabischen,französischen ,norwegischen,ja sogar Norwegen hat Völkerrechts widrig Lybien bombardiert, u.s.w. nennen.
Bei fast allen Kriegen kämpft das Gute gegen das Böse,so jedenfalls wird es uns erzählt.
Doch fast immer sind die Gründe für Krieg dann doch die gleichen, Macht,Einfluss banale Bodenschätze und Öl.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 8 Tage

@Supergscheider Moral ist nicht gleich Moral und nicht für jeden gleich!
Bei manchen Vergehen (Krieg) ist der Aufschrei groß bei anderen hört man nicht viel.
Kommt immer drauf an wo diese Verbrechen begangen werden, wie weit weg und was es da zu holen gibt.
Du hast es richtig erkannt!

Xanthippe
Xanthippe
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Immerhin soll es heute in Rom nicht regnen. Danke Petrus!

wpDiscuz