Papst: Massenvernichtungswaffen vermitteln falsches Sicherheitsgefühl

Papst verurteilt Atomwaffen und “Logik der Abschreckung”

Freitag, 10. November 2017 | 14:11 Uhr

Papst Franziskus hat zu Beginn einer internationalen Konferenz für eine atomwaffenfreie Welt und atomare Abrüstung im Vatikan am Freitag Atomwaffen als vom militärischen Standpunkt als “unlogisch” bezeichnet, weil sie die Menschen auslöschen. Franziskus warnte vor einer “Logik der Abschreckung”.

“Internationale Beziehungen können nicht von der Militärkraft, von gegenseitigen Drohungen beherrscht werden”, betonte der Heilige Vater. Massenvernichtungswaffen und vor allem Atomwaffen würden ein falsches Sicherheitsgefühl generieren. “Sie können nicht die Grundlage des friedlichen Zusammenlebens der menschlichen Familie darstellen, die sich an einer Solidarität der Ethik inspirieren muss”, so der Papst in seiner Ansprache.

Franziskus hob die Bedeutung der Zeugnisse der sogenannten Hibakusha, jener Personen, die die Atombomben-Explosionen in Hiroshima und Nagasaki überlebt haben, hervor. Ihre Stimme sei eine Mahnung, vor allem für die neuen Generationen. Die Wissenschaft müsse im Dienst des Menschen stehen.

Der Papst sprach von “komplexen politischen Herausforderungen im aktuellen internationalen Szenario” und von “einem instabilen Klima der Konfliktbereitschaft”. Er meinte damit die gespannten Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea.

“Ein dumpfer Pessimismus könnte uns dazu verleiten, die Aussichten auf eine Welt ohne Atomwaffen und für eine völlige Abrüstung für immer weiter entfernt zu halten. Es ist auch wirklich Tatsache, dass die Spirale des Aufrüstens keine Pause kennt und dass die Kosten für eine Modernisierung und Entwicklung der Waffen – nicht nur der Atomwaffen – einen hohen Ausgabeposten für die Nationen bedeuten. Das geht so weit, dass sie die wirklichen Prioritäten der leidenden Menschheit hintanstellen müssen: Ich meine den Kampf gegen Armut, die Förderung von Frieden, Bildungs-, Umwelt- und Gesundheitsvorhaben und die Weiterentwicklung der Menschenrechte”, sagte das katholische Kirchenoberhaupt.

Das Treffen im Vatikan ist das erste zu dem Thema seit der Unterzeichnung eines Abkommens für ein Atomwaffenverbot, das 122 Staaten Anfang Juli in New York unterzeichnet haben. An dem Symposium nehmen nach Vatikanangaben elf Friedensnobelpreisträger, Spitzenvertreter der Vereinten Nationen und der NATO, Diplomaten aus Russland, den USA, Südkorea und dem Iran teil.

Eröffnet wurde die Konferenz, an der auch Vertreter mehrerer Bischofskonferenzen teilnehmen, von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Finanziell unterstützt wird die Konferenz unter anderem von der Deutschen und der Japanischen Bischofskonferenz sowie der italienischen Vatikanbotschaft. Zudem sind an der Organisation Universitäten in den USA und Italien sowie Friedensforschungsinstitute beteiligt.

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Papst verurteilt Atomwaffen und “Logik der Abschreckung”"


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typisch
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Superredner
13 Tage 4 h

aber sie schützen manchmal vor krieg, auch wenn man es nicht glaubt

Blitz
Blitz
Superredner
13 Tage 2 h

Der, soll lai ba sein Zirkus schaugn, sem hoter zi tian genua !!

Laempel
Laempel
Tratscher
13 Tage 1 h

Der Mensch, die zweifelhafte Krönung der Schöpfung, hat es in seinem Machtstreben so weit gebracht, dass er sich selbst und fast alles irdische Leben mit einem Knopfdruck auslöschen kann. Mit diesem Damoklesschwert Marke Eigenbau über dem Kopf muss er nun leben. Und solange er sich nicht zu einer bedingungslosen, zeitgleichen und vollständigen globalen Abrüstung durchringt, kennt er weder den Tag noch die Stunde. Das ist der Preis für die dunkle Seite des Fortschritts, die von den verbotenen Früchten des Baums der Erkenntnis ausgeht.

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