Hochspannung unter den Kandidaten

Parlamentswahlen: Achammer warnt vor Überinterpretationen

Mittwoch, 10. August 2022 | 09:38 Uhr

Bozen – Die Vorwahlen der SVP am 16. August könnten dem Kammerabgeordneten Manfred Schullian und Senatorin Julia Unterberger den Sitz kosten. Während sich außerdem ein Stechen um den obersten Listenplatz bei den Verhältniswahlen für die Abgeordnetenkammer zwischen Dieter Steger und Albrecht Plangger abzeichnet, müssen Senator Meinhard Durnwalder und die Abgeordnete Renate Gebhard keine Konkurrenten fürchten. Die Entscheidung der Ortsgruppen sorgt nicht nur für Spannung, sondern hat auch einen parteiinternen Zwist neu entfacht.

Weil Schullian und Unterberger als Landeshauptmann-nahe gelten, sprechen einige von einem Sabotageversuch einer Wiederkandidatur von Arno Kompatscher bei den kommenden Landtagswahlen. SVP-Obmann Philipp Achammer lässt dieses Argument allerdings nicht gelten.

Julia Unterberger hat sich selbst öffentlich dazu geäußert. Im Senatswahlkreis West wird sie vom Anwalt Martin Ganner herausgefordert, der von den Bauern unterstützt wird. Manfred Schulians Gegenkandidat ist hingegen Anwalt Lorenz Ebner.

„In meiner Partei hat es stets diesen Kampf zwischen dem konservativen und dem liberalen Flügel gegeben. Sie wollen alle Positionen erobern und Landeshauptmann Arno Kompatscher schwächen“, hatte Unterberger erklärt. Auch Schullian schlug in dieselbe Kerbe: Es verstärke sich der Eindruck, dass es einen Versuch gebe, den Landeshauptmann zu schwächen.

Achammer, der sich als SVP-Obmann bei der Landesversammlung am 3. September der Wiederwahl stellt, will von einer solchen Lesart der Ereignisse allerdings nichts wissen. „Ein Wettbewerb zwischen Kandidaten ist niemals gegen jemanden gerichtet, sondern im Interesse der Partei in ihrer Gesamtheit“, erklärt er laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung Alto Adige. Dadurch werde offensichtlich, dass es innerhalb der SVP viele fähige Frauen und Männer gebe, die ein politisches Amt übernehmen könnten. Niemand, auch nicht die Parlamentarier, sollten sich dem Wettbewerb entziehen. „Die SVP-Ortsgruppen sind der Kern und das Rückgrat der Partei, sie sind souverän und werden die richtigen Entscheidungen treffen“, betont Achammer.

Was den Senatswahlkreis Bozen/Unterland anbelangt, wollen Achammer und Kompatscher nach Absprache mit anderen Parteien eine Entscheidung am 17. August bekanntgeben. Dass die SVP mit einem eigenen Kandidaten antritt, gilt als so gut wie sicher. Zu groß ist der Druck der Ortsgruppen von Bozen und vom Unterland. Als möglicher Kandidat gilt der Vizebürgermeister von Leifers, Giovanni Seppi. Der gemischtsprachige Vertreter ist ein bekanntes Gesicht und könnte bei den Italienern punkten.

Interesse hat allerdings auch der Bürgermeister von Kurtinig an der Weinstraße, Manfred Mayr, bekundet. Sollte sich im Senatswahlkreis West allerdings Ganner gegen Unterberger durchsetzen, verlangt die Frauenquote im Senatswahlkreis Bozen/Unterland zwangsläufig eine weibliche Kandidatin. Neben der Salurner Gemeindereferentin Samantha Endrizzi könnte auch eine Bürgermeisterin in Frage kommen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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22 Kommentare auf "Parlamentswahlen: Achammer warnt vor Überinterpretationen"


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Sigo70
Sigo70
Superredner
1 Monat 15 Tage

Das Problem ist, dass die SVP eine Sammelpartei ist und im Grunde vom System her schon ein Betrug am Wähler.

Kinig
1 Monat 14 Tage

@Sigo70….die SVP erreichte von 1948 !! bis heute (Wir haben 2022 !) UNUNTERBROCHEN die mit Abstand größte (teilweise absolute) Mehrheit der Mandate und stellte damit entsprechend ALLE Landeshauptleute. Und jetzt kommen Du (und viele Andere🙈) SCHON darauf, dass da etwas schiefläuft im “heiligen” Landl.

Kinig
1 Monat 14 Tage

Nur 2 Bewertungen. Das ist für mich KEINE Überraschung. Denn die (hier fehlt ein emoji) SVP habt ihr euch in 74 !!!🤪😭 Jahren schon selber eingebrockt. So, jetzt nichts wie ran an 👎…

Chicco
Chicco
Tratscher
1 Monat 15 Tage

Kein normaler Mensch kann dieser Partei noch glauben schenken , wo nichts als Eigeninteressen und Vetternwirtschaft produziert wird , wo immer die selben Lobbys Regieren , und der Rest der Bevölkerung dafür bezahlen muß !!

Lucky
Lucky
Grünschnabel
1 Monat 15 Tage

Alle wollen nach Rom, da gibts viel zu verdienen………..

ghostbiker
ghostbiker
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

geat ba jedn Politiker lei ums Geld,geh sowieso nimmer wählen u.basta

sarkasmus
sarkasmus
Tratscher
1 Monat 15 Tage

Wen soll ich wählen, svp oder svp?

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
1 Monat 15 Tage

Die große Frage ist,wer passt ins System?
Persönlichkeit und Fähigkeit zählen null und.dann wundert sich die Politik das die lieben Schäfchen,nicht mehr mitspielen wollen.

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Die Glaubwürdigkeit dieser Partei ist schon lange Geschichte.
Die SVP ist schon viel zu lange an der Macht, auch wenn andere Parteien das warme Wasser nicht neu erfinden werden, ist es mehr als Zeit für einen Wechsel.

So ist das
1 Monat 15 Tage

Die alten Freunde im Edelweiss mischen sich wohl wieder ein 🤔

peterle
peterle
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Bürgermeister/innen. Im Grund gibt der Gemeindemandatar ab und bekommt im Falle des Wahlgewinns den besseren „Gehalt“ und ist auch noch besser versichert.

TirolerSued
TirolerSued
Tratscher
1 Monat 14 Tage

Das gehörte sowieso verboten. Wenn ich Bürgermeister bin dann soll ich auch dort bleiben!!!!!

kleinerMann
kleinerMann
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Wartet, hole mir nur noch schnell Popcorn !!

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Ein tolles Schauspiel, sie wollen alle nur das beste für Südtirol. 🎭😀

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Bei diesem Hickhack ist nichts unmöglich, sogar der liebe Philipp könnte bald in die raue Arbeitswelt gespült werden, warten wir’s ab.

Kinig
1 Monat 14 Tage

Richtig raue Arbeit täte Dir auch gut.

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Beschämend was die Svp mit ihren bewährten Parlamentarierinnen Unterberger und Schullian aufführt.Wer sind die Typen, die ihnen Konkurrenz machen sollen? Ein Papierbauer und ein noname- Anwalt. Toll!! Nicht wählen!

Ludwig11
Ludwig11
Tratscher
1 Monat 14 Tage

Die SVP täte gut daran im September ihren amtierenden Obmann abzuwählen.
Was hier gespielt wird ist offensichtlich!!!

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 15 Tage

I glab Bauernvertreter gibs genue… lottet die Unterberger ihre ungfongenen Ziele weiterverfolgen, sie isch uene de sich durchsetzt und sie isch a nou nit long in Rom plus kandidiern lei 2 Frauen, solln ondere zeart in Sessel freimochen…!

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 14 Tage

@ ieztuets
na dann sofort gute Nacht 🤣

Kinig
1 Monat 14 Tage

@Mikeman….for Ministerpräsident. Dich unterscheidet von Gott nur, dass Der Alles weiß, Du dagegen Alles besser🙈🙈🙈🙈

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Wie hies es noch vor kurzem, die Pattei wirf, muss geschlossen auftreten. Und was ist gerade der Fall, intern alle zerstritten und einfach unglaubwürdig.

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