Lehrgang in Bruneck

Pflegekräfte: Neue Angebote für dezentrale Ausbildung

Dienstag, 24. Mai 2022 | 15:43 Uhr

Bozen – Um zusätzliche Studierende für die Krankenpflege zu gewinnen, wird die Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe “Claudiana” ab Herbst 2022 einen dezentralen Lehrgang in Bruneck anbieten.
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­Die Landesregierung hat heute grünes Licht für ein Pilotprojekt gegeben, das den Zugang zur Krankenpflege-Ausbildung im Raum Pustertal erleichtern soll. Wer sich im Wintersemester 2022 erstmals einschreibt, kann einen Teil des Studiums in Bruneck absolvieren. An zwei Tagen pro Woche ist Präsenzunterricht in Bozen vorgesehen.

Herausforderung Fachkräftemangel

“Die Ausbildung, Rekrutierung und Bindung von Pflegepersonal ist eine zentrale Herausforderung in vielen Ländern. Wir müssen daher alles dafür tun, um diese Berufe attraktiv zu machen und einen möglichst niederschwelligen Zugang zur Ausbildung anzubieten”, sagte dazu Landeshauptmann und Gesundheitslandesrat Arno Kompatscher. Neben dem Pilotprojekt für die akademische Krankenpflege-Ausbildung in Bruneck habe die Landesregierung heute daher auch beschlossen, berufsbegleitende und vergütete Ausbildungsmöglichkeiten für Pflegehelfer kapillar im ganzen Land anzubieten. “Weitere Details dazu werden in den kommenden Wochen vorgestellt”, so der Landeshauptmann.

Der Studienlehrgang für Krankenpflege wird derzeit an der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe “Claudiana” in Bozen angeboten. Deren Präsident Klaus Eisendle erläutert: “In den letzten Jahren gab es einen Rückgang der Studienanwärter vor allem aus den östlichen Talgemeinden. Aus diesem Grund hat die Claudiana in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheitsordnung und der Partneruniversität Verona einen Vorschlag zur Errichtung einer Außenstelle des Studiengangs in Bruneck erarbeitet.”

Das Angebot in Bruneck

Vorgesehen ist, dass Studierende im ersten Semester die Krankenpflege-Ausbildung ab Herbst 2022 teilweise an einer Außenstelle in Bruneck absolvieren können. Alle Lehrveranstaltungen zu den klinischen Fächern, die Seminare und Wahlfächer werden künftig sowohl als Präsenzveranstaltung am Hauptsitz in Bozen oder alternativ über Streaming für Studierende der Außenstelle angeboten. An einem lokalen Studienzentrum werden Unterrichtsräume, Räume für das Individualstudium, für Gruppenveranstaltungen, Vorlesungen sowie für bestimmte Labors bereitgestellt. Ein professioneller Tutor wird die Studierenden bei der Lernaktivität unterstützen. Zweimal wöchentlich sowie am Semesterende sind Lehrveranstaltungen beziehungsweise Aktivitäten am Hauptsitz in Bozen vorgesehen. Die Prüfungen finden ebenfalls in Bozen statt, während das klinische Praktikum an allen Standorten des Landes sowie an allen nationalen und internationalen Claudiana-Standorten absolviert werden kann.

Die Chancen dezentraler Ausbildungsmodelle

“Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass wohnortnahe Ausbildungsmöglichkeiten speziell in ländlichen Gemeinden gut angenommen werden. Die Absolventen treten in der Regel vor Ort auch ihre Arbeit an und dadurch gibt es mehr Fachkräfte in der Peripherie. In Norwegen ist es auf diesem Weg gelungen, den ländlichen Gemeinden eine stabile Basis von Gesundheitsfachkräften bereitzustellen”, erläutert Franco Mantovan, Studiengangsleiter des Laureatsstudiengangs “Krankenpflege” an der Claudiana, der das Pilotprojekt heute der Landesregierung vorgestellt hat. Dieses soll nach dem Start im Herbst fünf Jahre lang laufen und dann evaluiert werden.

Von: luk

Bezirk: Bozen, Pustertal

Kommentare

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14 Kommentare auf "Pflegekräfte: Neue Angebote für dezentrale Ausbildung"


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Wunder
Wunder
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Was waren das noch für Zeiten, als Krankenschwestern mit 18 ausgelernt waren und aufopfernd ihre Arbeit getan haben…
Jetzt kommen Pfegedoktoren aus einer selbsternannten Uni und sind meilenweit von der wirklichen Pflege weg…. Allerdings können sie wunderbar “wissenschaftlich arbeiten”….

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

so wissenschaftlich, dass sie sich nicht impfen lassen. Zum Glück aber nur wenige. Danke an alle, die verbleiben und weitermachen.

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@Wunder:
Nun die Uni ist ja nicht selbsternannt, das merkt man unter anderem daran, dass man als Student wohl so um die 2000 € pro Jahr an Studiengebühren in Richtung Verona entsenden muss. Das Resultat ist, verglichen mit Österreich, leider die wohl praxisärmste Pflegeausbildung die man je gesehen hat. Sehr schade

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@ebbi:
Um die Ausbildung zu beginnen muss man nach jetzigem Stand geimpft sein, also bitte nicht die (wenigen) Studenten als Verweigerer hinstellen.

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Man wird runterschrauben müssen wir brauchen keine Ärzte sondern Pfleger. Wenn man bedenkt die ganze Dokumentation die es früher nicht so gab, die ganzen Sicherheitsvorschriften und und und total überzogen und keiner tut endlich was, die Leute haben es sooooo satt….

letzwetto
letzwetto
Tratscher
1 Monat 1 Tag

bringt nichts, heim usw.muss doch bezahlt werden und wenn zwei elternteile arbeiten bekommt man keine hilfe. 800 euro pro semester- heim- essen und und und. kann man sich nicht leisten ein kind studieren schicken,ausser man ist arbeitslos…..

Nichname
Nichname
Superredner
1 Monat 1 Tag

Vor Jahren hat es in Südtirol zwei hervorragend funktionierende Krankenpflegeschulen in Brixen und in Meran gegeben. Diese Schulen wurden geschlossen zugunsten einer angeblich viel besseren zentralen, halbakademische Ausbildung in Bozen. Jetzt hat man plötzlich entdeckt, dass es dezentral vielleicht doch wieder etwas besser wäre. Die Leidtragenden dieser Experimente, die sich in den meisten Fällen nach Jahren als vollkommen unsinnig herausstellen, sind immer die Patienten.

Sterne
Sterne
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Viel zu lange studieren fost wie ein Dr❓‼❓

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Unglaublich! Einen Riesen Unibau Namens Claudiana in Bozen stehen haben, welcher Millionen Euro gekostet hat, dazu eine Unmenge an zu hoch bezahlten Professoren aus Verona, und nicht imstande einen Unibetrieb mit genügend Studenten aufrecht zu erhalten…..als es früher in Meran Schlanders Bruneck Brixen und Bozen eine Krankenpflegeschule gab gab es Studenten/- Innen zuhauf.

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Bravo. Vor Jahren hat man auch beschlossen, dass es das Berufsbild der “Familienhelferin” nicht mehr braucht. Dafür werden die Kinder von Familien mit Schwierigkeiten jetzt fremduntergebracht und in Pflegefamilien oder überteuerten Einrichtungen gesteckt.

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@brunner:
Ich denke nicht dass deshalb seit Jahren die nachkommenden Studenten fehlen, das liegt schlicht daran, dass der Job einfach nicht mehr attraktiv ist, die versprochene Aufwertung dieser Berufe (angefangen beim Gehalt) ist und bleibt ein blosses Lippenbekenntnis von Seiten der Politik. Da kann die Ausbildung noch so gut sein.

PuggaNagga
1 Monat 1 Tag

Mit der Schule vor der Haustür wird man keine Leute finden.
Die Arbeit mit alten und kranken Menschen ist nicht jedem gegeben. Die Bezahlung ist auch eher mies. Warum sollte ein junger Mensch sich das antun? Das Berufsbild ist anspruchsvoll und die Arbeit eher schwierig, Samstag, Sonntag und Nachts ist auch zu arbeiten. Nicht besonders attraktiv für heutige Maßstäbe.

Oswi
Oswi
Neuling
1 Monat 1 Tag

Genau da liegt das Problem, Samstag, Sonntag, Nachtschicht, das will keiner mehr!!!!

thomas
thomas
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

was für ein Armutszeugnis für Südtirol….Studenten denen Bozen zu weit weg ist….solche Personen sind sowieso nicht zu gebrauchen

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