Ri Yong-ho in China zu Gast

Pjöngjang und Peking wollen Beziehungen ausbauen

Dienstag, 03. April 2018 | 17:08 Uhr

Nordkorea und China haben ihren Willen bekundet, ihre freundschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen. Es sei “sehr wichtig”, die “traditionelle Freundschaft” beider Länder “in der aktuellen Situation” aufrechtzuerhalten und weiter zu entwickeln, erklärte der chinesische Außenminister Wang Yi bei einem Treffen mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen Ri Yong-ho am Dienstag in Peking.

China begrüße “das Engagement Nordkoreas für die Denuklearisierung der Halbinsel”. Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho, der am Dienstag zu Gesprächen in Peking eintraf, sagte nach Angaben des chinesischen Außenministeriums, Nordkorea werde die “enge und strategische Kommunikation mit China in Bezug auf die koreanische Halbinsel” beibehalten. Vor dem Treffen mit Ri hatte Wang vor “allerlei Störungen” im koreanischen Friedensprozess gewarnt.

Der Besuch des Außenministers erfolgte eine Woche nach der Visite von Machthaber Kim Jong-un in Peking. China ist der einzige gewichtige Verbündete und Handelspartner Nordkoreas, doch haben sich die Beziehungen eingetrübt, seit sich Peking hinter die UNO-Sanktionen zur Eindämmung von Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm stellte.

Seit Jahresbeginn herrscht in den Beziehungen zwischen den jahrzehntelang verfeindeten nordkoreanischen Staaten allerdings diplomatisches Tauwetter. Für den 27. April ist ein Gipfeltreffen zwischen Kim und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in geplant, im Mai soll es sogar ein Treffen Kims mit US-Präsident Donald Trump geben. Wang bekräftigte am Dienstag Pekings Unterstützung für die geplanten Gipfeltreffen.

Außenminister Ri wird nach seinem Besuch in China auch nach Russland, Aserbaidschan und in andere ehemalige Sowjetrepubliken reisen. Ri ist der ranghöchste nordkoreanische Regierungsvertreter seit Jahren, der Moskau einen Besuch abstattet.

In Aserbaidschan will Ri an einem Treffen der Bewegung der Blockfreien Staaten teilnehmen. Die Organisation hatte sich während des Kalten Krieges gegründet und umfasst etwa 120 Länder.

Von: APA/ag.