10.000 Menschen folgen dem Oppositionsführer täglich

Polizei verhindert Anschlag auf türkischen Oppositionsmarsch

Mittwoch, 05. Juli 2017 | 17:47 Uhr

Die türkische Polizei hat einem Medienbericht zufolge einen Bombenanschlag auf den “Marsch für Gerechtigkeit” der Opposition rund um Anführer Kemal Kilicdaroglu verhindert. Außerdem seien sechs Anhänger der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) festgenommen worden, sagte ein Behördensprecher.

Laut der Zeitung “Hürriyet” wurden zwei der Verdächtigen in Kocaeli gefasst, wo sich der Marsch derzeit befindet. Die anderen vier wurden demnach in der zentralanatolischen Provinz Kayseri festgenommen. Der Gouverneur sagte, die Verdächtigen hätten Fahnen der regierenden AKP am Minibus befestigen wollen, um den Angriff wie eine Tat der islamisch-konservativen Regierungspartei aussehen zu lassen.

Weiters berichtet “Hürriyet”, dass die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen um den Marsch von Oppositionsführer Kilicdaroglu verschäfte, der derzeit auf den letzten Etappen vor Istanbul ist. Der Vorsitzende der oppositionellen CHP hatte den Marsch am 15. Juni in Ankara gestartet und hat seitdem mehr als 300 Kilometer zurückgelegt. Mehr als 10.000 Menschen folgen ihm täglich auf dem Marsch.

Die Regierung hat den Marsch wiederholt scharf kritisiert, ist bisher jedoch nicht eingeschritten. Kilicdaroglu warnte in den vergangenen Tagen immer wieder vor “Provokationen”. So könnte es einen Angriff von Ultranationalisten geben, um der Regierung einen Vorwand zu liefern, um den Marsch aus Sicherheitsgründen zu verbieten, warnte der CHP-Vorsitzende.

CHP-Sprecher Bülent Tezcan bezeichnete die Festnahmen der Verdächtigen aber als eine “Routineoperation” der Sicherheitskräfte. “Trotz aller versuchten Provokationen sind wir bemüht, den Marsch in einem sicheren Umfeld fortzuführen”, sagte Tezcan. Er erwarte, dass der Marsch noch größer werde, sobald er Istanbul erreiche.

Von: APA/Ag.

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