Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert

Polnischer Journalist Piatek erhält Leipziger Medienpreis

Montag, 08. Oktober 2018 | 18:01 Uhr

Dem polnischen Journalisten und Schriftsteller Tomasz Piatek ist der Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien zuerkannt worden. Der 1974 geborene Autor werde für seine Recherchen zu den Verquickungen des ehemaligen polnischen Verteidigungsministers Antoni Macierewicz mit Russland geehrt, wie die Medienstiftung der Sparkasse am Montag mitteilte.

“Trotz der immer schwierigeren Bedingungen für Journalisten in Polen lässt sich Tomasz Piatek auch durch Drohungen in seiner investigativen Arbeit nicht einschüchtern”, begründete der geschäftsführende Vorstand der Medienstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, Stephan Seeger, die Entscheidung der Jury. Die Auszeichnung, die am Montagabend in Leipzig verliehen werden sollte, ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

“Ich werde das Preisgeld nutzen, um unabhängigen Journalismus zu unterstützen – nicht nur meinen eigenen und nicht nur den in Polen”, sagte Tomasz Piatek laut Redemanuskript. Darüber hinaus kündigte er weitere Veröffentlichungen zur Verquickung polnischer Regierungsmitglieder mit der russischen Politik an.

Zudem forderte er die europäische Politik auf, nicht jene Politiker zu hofieren, “die durch Lügen an die Macht kommen und die diese Macht dann nutzen, die Wahrheit zu unterdrücken.” Seit 2013 ist Piatek Kolumnist der Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Daneben ist er als Schriftsteller mehrerer Romane, Krimis und Fantasy-Bücher bekannt.

Der Medienpreis wird seit 2001 an Journalisten verliehen, die sich in herausragender Art und Weise und häufig unter Gefahr für das eigene Wohlergehen um Medienfreiheit und eine unabhängige Berichterstattung bemühen. Im Vorjahr ging der Preis an Deniz Yücel und Asli Erdogan.

Von: APA/dpa

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