Uhuru Kenyatta steht eine zweite Amtszeit bevor

Präsident Kenyatta zum Wahlsieger in Kenia erklärt

Freitag, 11. August 2017 | 22:46 Uhr

Kenias Präsident Uhuru Kenyatta ist in dem Amt bestätigt worden. Die Wahlkommission verkündete am Freitagabend das offizielle Endergebnis der Abstimmung. Demnach entfielen auf Kenyatta 54,27 Prozent der Stimmen. Für den Oppositionschef Raila Odinga hätten 44,74 der Wähler gestimmt, sagte der Chef der Wahlkommission, Wafula Chebukati. Kenyatta kann damit eine zweite fünfjährige Amtszeit antreten.

Kenyatta streckte seinem politischen Gegner die Hand aus. “Wir sind keine Feinde, wir sind alle Bürger derselben Republik”, erklärte er nach Verkündung des Wahlergebnisses. Zugleich forderte er die Bürger zu nationaler Einheit, Frieden und Harmonie auf. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse kam es zu Ausschreitungen.

Die Anhänger Odingas hatten das Wahlergebnis schon im Vorfeld in Zweifel gezogen und von Wahlfälschung gesprochen. Odinga selbst sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die meisten der von den Wahllokalen auf die Internetseite der Wahlkommission hochgeladenen Ergebnisformulare seien Fälschungen. Sie seien von Agenten in einem Hotel in Nairobi ausgefüllt worden. Beweise dafür legte er nicht vor.

Nach Einschätzung internationaler Beobachter ist die Wahl ohne Unregelmäßigkeiten abgelaufen. Es gebe keine Anzeichen für eine “zentralisierte oder lokal begrenzte Manipulation”, sagte die Leiterin der EU-Beobachtermission, Marietje Schaake, am Donnerstag in Nairobi zu Betrugsvorwürfen der Opposition. Auch andere Beobachter wie der ehemalige südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der die Mission der Afrikanischen Union leitet, und der ehemalige US-Außenminister John Kerry sprachen von einem fairen Wahlverlauf.

“Ich will Uhuru Kenyatta hiermit zum gewählten Präsidenten erklären”, sagte Wahlkommissionschef Chebukati im Nationalen Auszählungszentrum, nachdem Wahlbehörden die Stimmen seit Dienstag ausgezählt hatten.

Der 55-jährige Kenyatta und Ex-Regierungschef Odinga sind seit langem verfeindet. Der 72-jährige Oppositionsführer, der zum vierten Mal als Kandidat für die Präsidentschaft antrat, hatte schon bei vorherigen Wahlen den Sieg vergeblich für sich reklamiert. Vor zehn Jahren war Kenia nach einem knappen Wahlausgang durch blutige Unruhen mit mehr als 1.100 Toten erschüttert worden.

Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in Kenia kam es ist es zu Ausschreitungen und Plünderungen. In den Hochburgen der Opposition entlud sich der Zorn. In Kibera, einem Slum der Hauptstadt Nairobi, plünderten Demonstranten Geschäfte und zündeten sie an. In Kisumu im Westen des Landes schoss die Polizei unmittelbar nach Verkündung des Ergebnisses in die Luft, um Demonstranten auseinanderzutreiben. Auch Tränengas wurde eingesetzt, berichteten Augenzeugen.

Von: APA/ag.