„Sind wir wirklich gerüstet für die Zukunft?“

Problemkind Sanität: Team K fragt nach

Dienstag, 19. Juli 2022 | 10:21 Uhr

Bozen – Mangel an Pflegekräften und ärztlichem Personal, die Dauerbaustelle EDV-System, unsichere Zukunft für die peripheren Krankenhäuser, kein Plan für Corona im Herbst – um all diese Herausforderungen zu meistern, brauche das Südtiroler Gesundheitswesen eine politische Führung in Vollzeit, sagt Dr. Franz Ploner. Dies sei derzeit nicht der Fall. Es besteht aus der Sicht des Team K Handlungsbedarf.

Für die Verantwortlichen im Südtiroler Gesundheitswesen stünden große Herausforderungen an, die einer Lösung bedürfen. Dafür brauche es auch eine politische Führung in Vollzeit. „Der Pflegenotstand in allen Krankenhäusern, besonders in den peripheren Strukturen, teilweise geschlossene Abteilungen, die langen Wartezeiten, ein ineffizientes EDV-System sind nur einige Probleme, die die Führungsspitze sofort angehen muss. Ebenso kann sich die Corona-Situation im Herbst und Winter wieder verschärfen, sodass bereits jetzt Strategien entworfen werden müssen, die dann unmittelbar greifen. Deshalb muss der Sanitätslandesrat mit den Covid-19-Fachexperten bereits jetzt eine Strategie für verschiedene Szenarien ausarbeiten, um eine höchste Effektivität zu erreichen. Die Sekundärschäden in der Gesellschaft, Wirtschaft und Schule müssen dadurch so gering wie möglich gehalten werden“, so der Landtagsabgeordnete vom Team K, Dr. Franz Ploner.

Im Mai 2022 hat Landeshauptmann Kompatscher ad interim die politische Führung der Sanität, der Digitalen Infrastrukturen und das Genossenschaftswesen von Ex-Landesrat Thomas Widmann übernommen. „Seither wird die Bevölkerung im Ungewissen gelassen, ob diese Interimslösung bis zum Ende der Legislaturperiode und damit bis Ende 2023 so bleibt. Diese Anhäufung von Kompetenzen bringt eine Machtkonzentration in der Hand des Landeshauptmannes mit sich. Über 70 Prozent der verfügbaren Geldmittel des Landeshaushaltes kann er damit direkt verwalten. Es ist rein zeitlich nicht möglich und nebenbei unmenschlich, dass eine einzige Person diese vielen unterschiedlichen Aufgaben politisch lenken und verantworten kann.“ Sagt Dr. Franz Ploner. Der Team K Abgeordnete hat zu diesem Thema eine Anfrage zur politischen Führung in der Sanität eingereicht.

Auch zu diesen Themen wie die Zukunft des Krankenhauses Sterzing und dem Covid-Strategieplan für den Herbst hat das Team K zwei Anfragen eingereicht. Der derzeitige Personalnotstand und die zusätzlichen Belastungen für das Gesundheitssystem dürften nicht zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehen, die eine angemessene und zeitgerechte Betreuung durch das öffentliche Gesundheitssystem brauchen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Problemkind Sanität: Team K fragt nach"


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Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
29 Tage 19 h
Das Gesundheitswesen tümpelt vor sich hin. Vermisse da schon lange einen klaren, längerfristigen Pkan, der die Probleme beim Namen nennt und Lösungsvorschläge unterbreitet und diese zielstrebig abarbeitet. Der Landesgesundheitsplan ist ein allgemeines, weitgehend leeres Geschwafle, das noch dazu kaum umgesetzt wird. Der Personalmangel war schon seit vielen Jahren zu erwarten, getan hat sich zu wenig. Immer noch müssen Ärzte Sekretärsarbeiten erledigen, die bürokratische Belastung hat zugenommen, das Personal wird verwaltet statt geführt und motiviert, Wissenschaft wird nur scheinheilig gefördert, die Durchlässigkeit der Ausbildungspfade wäre flexibler zu gestalten, die Sanität verkommt zu einem Selbstbedienungsladen, in dem einzelne im Hintergrund die Strippen… Weiterlesen »
So ist das
29 Tage 19 h

Wie war das nochmals 2020?
Alles bestens vorbereitet und unter Kontrolle 😂

Doolin
Doolin
Kinig
29 Tage 14 h

…wir waren bestens gerüstet!…

brunner
brunner
Universalgelehrter
29 Tage 17 h

Gerüstet? ….nein, leider nicht, trotz millionenschweren Haushalt…

wellen
wellen
Universalgelehrter
29 Tage 15 h

Das größte Problem sind ein Mangel an Mut und Visionen, wegen mittelmäßiger Leute in Führungspositionen, die demnach mehr passiv verwalten statt Innovation betreiben. Dahinter steckt die Besetzungspolitik der regierenden Partei. Fazit: die Gesundheit ist der VP zu entreißen bei den Wahlen 2023. Beispiel: die Kleinspitäler müssten lange schon in niederschwellige Gesundheitszentren umgewandelt werden, Geld gibts im Pnrr. Aber man fürchtet den politischen Gegenwind der Gemeinden, und so leben sie nicht und sterben sie nicht.

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