Khashoggis Leiche wurde bisher nicht gefunden

Prozessauftakt im Fall des getöteten Journalisten Khashoggi

Donnerstag, 03. Januar 2019 | 15:03 Uhr

Drei Monate nach dem Mord an dem regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat in Saudi-Arabien der Prozess gegen elf Verdächtige begonnen. Die mutmaßlichen Täter seien am Donnerstag vor dem Gericht in der Hauptstadt Riad erschienen, teilte Generalstaatsanwalt Saud al-Mujib mit. Die Anklageschrift sei verlesen worden.

“Während der ersten Anhörung fragten die Verteidiger nach einer Kopie der Anklageschrift und Zeit, um auf diese zu reagieren. Dem Antrag der Verteidiger wurde stattgegeben”, heißt es in der Mitteilung. Ein Datum für die Fortsetzung der Verhandlung wurde nicht genannt. Die Staatsanwaltschaft fordert in fünf Fällen die Todesstrafe.

Die Führung Saudi-Arabiens war nach der Ermordung Khashoggis international in die Kritik geraten. Der Kolumnist der “Washington Post” war Anfang Oktober ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um ein Dokument für seine Hochzeit abzuholen. Dort wurde er von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialteam grausam getötet. Dies räumte Riad erst nach massivem internationalen Druck ein.

Saudi-Arabien hatte zunächst bestritten, dass Khashoggi in dem Konsulat getötet wurde. Später erklärte das Königreich, der Mann sei bei einer Schlägerei in der diplomatischen Vertretung ums Leben gekommen. Die Türkei wirft Saudi-Arabien vor, Agenten in die Türkei geflogen zu haben, um den Journalisten zu ermorden. Seine Leiche sei zerstückelt und beseitigt worden. Der Leichnam wurde bisher nicht gefunden.

Eine Reihe von Indizien rückte den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, den Sohn des Königs, in die Nähe der Tat. Medienberichten zufolge geht der US-Auslandsgeheimdienst CIA davon aus, dass er der Drahtzieher ist. US-Präsident Donald Trump jedoch ging nicht gegen den Thronfolger vor und verwies unter anderem auf die guten wirtschaftlichen Beziehungen und Waffendeals mit Saudi-Arabien. Riad beharrt darauf, der Kronprinz habe nichts von den Mordplänen gewusst.

Nach Angaben der saudischen Generalanwaltschaft befragten die Ermittler in dem Fall auch andere Verdächtige, nannte aber keine weiteren Details. Außerdem sei die türkische Regierung gebeten worden, Erkenntnisse zur Tat mit den Ermittlern zu teilen.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Riad hatte im November die Anklage von elf – namentlich nicht genannten – saudischen Männern bekanntgegeben. Als Drahtzieher präsentierten sie den ehemaligen Vizechef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri.

Auch der Vertraute des Thronfolgers und hochrangige Regierungsmitarbeiter Saud al-Qahtani wird beschuldigt, an der Organisation der Tat beteiligt gewesen zu sein. Er scheint den zugänglichen Informationen zufolge aber nicht Teil des Prozesses zu sein.

Von: APA/ag./dpa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Prozessauftakt im Fall des getöteten Journalisten Khashoggi"


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zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
19 Tage 12 h

Kein Mensch aus dem KSA hatte je so viel Berichterstattung wie J. Khashoggi. Und das hat klare Gründe:
1. J. Khashoggi schrieb für die Washington Post, was andere “Journalisten” im Namen der Pressefreiheit abschreiben. 
2. J. Khashoggi ist türkischer Abstammung, was in der Türkei medial genutzt wird. 
3. J. Khashoggi hatte Kontakte zu Muslimbrüdern, Das nutzen die Regionalmächte Katar und Türkei im Kampf um die Vorherrschaft am Golf. 
4. J. Khashoggi hatte Kontakte zum Teil des Königshauses, der von M. bin Salman auf Jahrzehnte oder ewig von der Thronfolge ausgeschlossen ist. Sie müssen M. bin Salman beseitigen. 

m69
m69
Kinig
19 Tage 12 h

zombie1969

der Tabi sollte sich von dir ein Beispiel nehmen, und mal schreiben lernen, nicht nur “alte ” Links posten, was er immerzu macht!

Danke Zombie für deine Infos!!!!

Mikeman
Mikeman
Kinig
19 Tage 12 h

alles zusammen ein aufgepauschter Lügenkasten und fertig, Trump
macht sich in der Sache mit seinem Verhalten kein gutes Bild das ist mal sicher

m69
m69
Kinig
19 Tage 8 h

Mikeman

Trump würde NIE gegen die Saudis vorgehen, die kaufen ja jedes Jahr für zig Milliarden Dollar Kriegsgerätschaften!!!!

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