Kreml-Chef Putin demonstriert im Konflikt mit dem Westen Härte

Putin droht der NATO im Ukraine-Konflikt

Dienstag, 21. Dezember 2021 | 22:33 Uhr

Im Konflikt um die Ukraine verschärft sich der Ton zwischen Russland und NATO. Präsident Wladimir Putin hat den USA ein “aggressives” Vorgehen vorgeworfen und drohte mit Konsequenzen. “Im Fall einer Fortsetzung der ziemlich aggressiven Linie unserer westlichen Kollegen werden wir mit adäquaten militärisch-technischen Maßnahmen antworten, werden wir auf die unfreundlichen Schritte hart reagieren”, sagte er am Dienstag bei einer Sitzung des Verteidigungsministeriums in Moskau.

Nach Erkenntnissen der NATO setzt Russland indes seine Truppenbewegungen in Richtung der Grenze zur Ukraine derzeit unverändert fort. “Wir sehen, dass sie nach und nach immer mehr Streitkräfte – Artillerie, Kampftruppen, Kampfpanzer – in die Nähe der ukrainischen Grenze bringen”, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Trotz internationaler Forderungen nach Transparenz und Deeskalation gehe der “grundlose und unerklärte” militärische Aufbau weiter.

Seit Wochen sorgen Berichte über angebliche russische Vorbereitungen auf eine Invasion der Ukraine international für Beunruhigung. Die Europäische Union und die NATO hatten Moskau mit harten Konsequenzen im Falle einer militärischen Eskalation gedroht. Die Entwicklungen an der russisch-ukrainischen Grenze wecken Erinnerungen an das Jahr 2014. Damals hatte sich Russland nach dem Umsturz im Nachbarland die ukrainische Halbinsel Krim am Schwarzen Meer einverleibt.

Putin warb einmal mehr für seine Initiative bei der NATO und den USA, Russland mit juristisch verbindlichen Sicherheitsgarantien auszustatten. Konkret fordert er etwa einen Verzicht der NATO auf eine weitere Osterweiterung, darunter die Aufnahme der Ukraine als Mitglied. Putin machte erneut deutlich, dass sich Russland durch das Voranschreiten der NATO in seiner Sicherheit bedroht sieht. Dies sei aber “kein Ultimatum”, sondern ein Gesprächsangebot, betonte Putin. Darüber sprach er auch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie der Kreml nach dem Telefonat mitteilte. Der Élyséepalast in Paris ging in seiner Mitteilung zu dem Gespräch nicht darauf ein.

Die aktuellen Spannungen waren auch Thema des ersten Telefongesprächs Putins mit dem deutschen Kanzler Olaf Scholz. Wie der Kreml mitteilte, signalisierte Putin in dem Gespräch Bereitschaft zum Dialog. Beide Seiten hätten am Dienstag ein Interesse gezeigt an einer Entwicklung der russisch-deutschen Beziehungen, hieß es. Putin habe Scholz über die russischen Vorschläge für verbindliche Sicherheitsgarantien informiert, teilte der Kreml mit. Keine Angaben gab es in der Kremlmitteilung dazu, ob die beiden auch über den Mord an einem Georgier im Berliner Tiergarten sprachen, der von einem Berliner Gericht als “Staatsterrorismus” eingestuft worden war und zu Diplomatenausweisungen geführt hatte. Scholz äußerte laut einem deutschen Regierungssprecher seine Sorge wegen der russischen Militärpräsenz nahe der Ukraine und drängte zu einer Deeskalation sowie der Wiederaufnahme der Ukraine-Gespräche im Normandie-Format.

Indes bekräftigte in der Ukraine Präsident Wolodymyr Selenskyj die Forderung nach einem raschen NATO-Beitritt. “Wir wollen eine sehr klare zeitliche Perspektive von der NATO. Eine sehr konkrete. Und wir wollen diese 2022 erhalten”, sagte er. Ebenso solle in den nächsten Jahren eine EU-Mitgliedschaft erreicht werden. Beides ist seit 2019 in der ukrainischen Verfassung als Ziel verankert.

Putin warf den USA vor, die Verantwortung zu tragen für die aktuellen Spannungen in Europa. “Sie machen, was sie wollen”, sagte der Kremlchef mit Blick auf die US-Aktivitäten in der Ukraine. “Das ist immerhin an der Schwelle unseres Hauses. Sie sollten verstehen, dass wir uns einfach nirgendwohin zurückziehen können.”

Die USA und die NATO werfen hingegen ihrerseits Russland vor, Zehntausende Soldaten in der Nähe der Grenze zur Ukraine verlegt zu haben. Dagegen argumentiert Moskau, sich für Truppenbewegungen auf eigenem Gebiet nicht rechtfertigen zu müssen. Ein Überfall auf die Ukraine sei nicht geplant, heißt es in Moskau immer wieder.

Von: APA/dpa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Putin droht der NATO im Ukraine-Konflikt"


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brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Putin Hat Recht! Die Usa würden den Russen auch nicht die Bahamas oder Kuba als Waffenstützpunkt anbieten..

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Brunner:
Jedes Land hat das Recht sich seine Bündnispartner selber auszusuchen.
Russland und die Ukraine sind gleichberechtigte Mitglieder der UdSSR gewesen. Die Ukraine hat freiwillig auf den Besitz von Atomwaffen verzichtet.
Was war der Lohn? Russland überfiel die Ukraine, raubte die Krim.
Putin ist ein Verbrecher.

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Putin hat überhaupt nicht Recht. einer, der seine Nachbarn überfällt, hat nicht Recht.

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 1 Tag

@brunner
Sorry, wo hat Putin recht?? Indem er andere Länder überfällt und sein Eigen nennt

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 1 Tag

Mir scheint, meine drei Vorredner verwechseln bei “Länder überfallen” Russland mit der USA? 🤔

Zugspitze947
1 Monat 22 h

sophi: genau DAS ist der Punkt. Putins Hunger nach noch mehr Land und Macht ist nicht länger zu ertragen ! Man muss Ihm ganz klar Grenzen setzen und dafür sorgen dass er in der Ukraine nicht noch mehr Land zerstört um es zu ergaunern 🙁

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

@dontbe…
Die Liebe zu Russland ist bei einigen hier sehr ausgeprägt. Schon vergessen, wer Italien befreit hat? Bestimmt nicht die Sowjetunion.

Faktenchecker
1 Monat 13 h

@
Das hier sind die Nicks:

https://de.wikipedia.org/wiki/Troll-Armee

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
30 Tage 9 h

@Faktenchecker:
Und es stellt sich die Frage: was will Russland mit dieser Trollarmee bezwecken, welche finsteren Absichten haben die Russen im Schilde?

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
1 Monat 21 h

In Russland träumt man von der Sowjetunion 2.0.

olter
olter
Tratscher
1 Monat 19 h

Weiss Russland auch selbst, von was es angeblich träumen soll?

P.H.
P.H.
Grünschnabel
1 Monat 21 h

Von wegen die Krim überfallen!!..Auf der Krim fand ein Referendum statt, wo die Mehrheit der Bevölkerung FÜR Russland gestimmt hatte, und das wird nie von westlichen Medien erwähnt.

Zugspitze947
30 Tage 20 h

P.H. das ist gelogen !!!!!!!!!! 🙁 Das Referendum fand erst Wochen nach dem Überfall statt und nachdem man Viele Ukrainer umgebracht oder vertrieben hatte !Das Referendum war alles ANDERE als Demokratisch :_( ! Die KRIM gehört völkerrechtlich immer noch zur UKRAINE !!!!! 🙂

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
30 Tage 9 h

@Zugspitze:
Es ist immer dasselbe: die sprechenden Trolle spielen im Vordergrund, die stummen Trolle setzen in den Kommentaren in Suedtirol.online die Daumen rauf und runter, so wie es gerade den russischen Interessen entspricht.
Kein Südtiroler käme auf die Idee Russland zu unterstützen!
Südtirol weiß eines: Freiheit ist bedroht.

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