Sicherheitsratssitzung in Moskau

Putin: “Harte” Reaktion bei weiteren ukrainischen Angriffen

Montag, 10. Oktober 2022 | 18:28 Uhr

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Raketenangriffe auf zahlreiche ukrainische Städte als Reaktion auf die “Terroranschläge” gegen russisches Gebiet bezeichnet. Es seien Objekte der Energieinfrastruktur, der militärischen Steuerung und des Fernmeldewesen mit Hochpräzisionswaffen beschossen worden, sagte Putin am Montag bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates. Das russische Verteidigungsministerium sah seine Ziele erreicht.

“Das Ziel des Schlags wurde erreicht. Alle benannten Ziele wurden getroffen”, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Montag. Ukrainischen Angaben nach hat das russische Militär Dutzende Raketen, darunter auch strategische Lenkwaffen vom Typ Kalibr, auf Ziele im ganzen Land abgeschossen. Vor allem Objekte der Energieinfrastruktur seien getroffen worden, hieß es. Doch auch im Zentrum der Hauptstadt schlugen Geschosse ein.

Nach Angaben Putins seien die Schläge vom Meer, aus der Luft und vom Boden aus erfolgt. Zugleich drohte der russische Präsident Kiew mit noch härterem Vorgehen. “Für den Fall einer Fortsetzung der Versuche, auf unserem Gebiet Terroranschläge auszuführen, werden die Antworten von russischer Seite hart ausfallen – und in ihrem Ausmaß dem Niveau der Bedrohung für die Russische Föderation entsprechen”, sagte Putin. “Daran sollte niemand irgendwelche Zweifel haben.”

Konkret warf Putin dem ukrainischen Geheimdienst SBU vor, am vergangenen Samstag einen “Terroranschlag” auf die russische Krim-Brücke zur annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim organisiert zu haben. Dort soll ein von Russland kommender und mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodiert sein. Bei der weithin sichtbaren Explosion gerieten mit Diesel gefüllte Kesselwagen eines Güterwaggons auf dem Teil der Eisenbahnbrücke in Brand. Teile der Autobahnbrücke stürzten ins Wasser.

Zudem behauptete Putin, dass es auf das russische Atomkraftwerk in Kursk bereits drei Anschläge gegeben habe. Einmal sei eine Hochspannungsleitung getroffen worden. Er warf der Ukraine zudem den Beschuss des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks in dem von Moskau annektierten Gebiet Saporischschja vor. Auch die von Russland in die Türkei verlegte Gasleitung Turk Stream sei Ziel eines Anschlags gewesen. Putin sprach nach den Gaslecks in der Ostseepipeline Nord Stream 1 und 2 erneut von einem “Terroranschlag”. Er kritisierte, dass Russland an der Aufklärung nicht beteiligt werde.

Der 70-Jährige warf der ukrainischen Führung vor, sich mit den “schlimmsten internationalen Terrorgruppierungen” auf eine Stufe zu stellen. Es sei für Russland nicht möglich gewesen, das unbeantwortet zu lassen. Die Ukraine hat sich weder zu dem Anschlag auf die Krim-Brücke noch zu anderen Angriffen auf Russland selbst bekannt. Die Führung in Kiew wirft wiederum Russland vor, ein “Terrorstaat” zu sein, der die Ukraine mit einem Angriffskrieg auslöschen wolle.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigte sich entsetzt über die Angriffe. “Putins Russland hat der Welt erneut gezeigt, wofür es steht: Brutalität und Terror”, schrieb die deutsche Politikerin am Montag auf Twitter. Sie wisse, dass die Ukrainer stark bleiben würden, ergänzte sie. Zudem bekräftigte von der Leyen, dass man der Ukraine so lange zur Seite stehen werde, wie dies nötig sei. “Mit allen Mitteln, die wir haben.” Zudem drückte sie in einer Videobotschaft, die in Narwa in Estland nahe der russischen Grenze aufgezeichnet wurde, ihr Mitgefühl für die Opfer der Angriffe aus.

Von: APA/dpa

Kommentare

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22 Kommentare auf "Putin: “Harte” Reaktion bei weiteren ukrainischen Angriffen"


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widder52
widder52
Tratscher
1 Monat 19 Tage

sollten sich schämen die russn. Alle russn!

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 19 Tage

Der Hirnkronke Typ isch zu ollem fähig, sell weart bold a jeder einsechn!

Zugspitze947
1 Monat 19 Tage

Dieser Feigling mit seiner MÖRDERARMEE ist ja unfähig fair KRieg zu Führen 🙁

Sara Lea
Sara Lea
Tratscher
1 Monat 19 Tage

@Zugspitze, einen fairen militärischen Krieg gibt es leider nicht.

Mico
Mico
Superredner
1 Monat 19 Tage

und die usa liefern immer mehr waffen in die ukraine….
kein gespräch mehr… traurig ….. das wird der letzte weltkrieg sein….

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 19 Tage

Hören sie doch auf dumm von „Gesprächen“ zu labern. Ihre „Gespräche“ bedeuten nur Kapitulation der von Russland angegriffenen Ländern und eine Rechtfertigung russisch-rassistischer Kriegsführung mit Mord und Elend. Zudem langweilen sie mit der permanenten falschen Zuweisung von Schuld an andere Staaten. Ihr Kriegsverbrecher Putin ist der Übeltäter.

pfaelzerwald
1 Monat 18 Tage

@mico
Nur gut, dass USA immer als Sündenbock herhalten kann.
Eigentlich ist USA an dem Krieg schuld. Russland wehrt sich ja nur. Und würde sofort die Ukraine wieder aufbauen, wenn diebösen Ami keine Waffen liefern würden.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 19 Tage

…wer greift denn da wen an?…

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

kriminelles A….: er darf alles, aber die anderen dürfen nicht.
Mit so einem ist kein Frieden möglich

gamer6401
gamer6401
Grünschnabel
1 Monat 19 Tage

sie greifen sich beide gegenseitig an…

Sara Lea
Sara Lea
Tratscher
1 Monat 18 Tage

@gammer, wo haben Sie die letzten 8 Monate gelebt? Wer ist der Aggressor (Russia) und wer verteidigt sein Land, Demokratie und Freiheit (Ukraine)?
Wenn man keine Ahnung von der Thematik hat, ist Schweigen goldwert. Slava 🇺🇦

inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

… ein Brudervolk vernichten zu wollen, ist selten in der Weltgeschichte❗

Staenkerer
1 Monat 19 Tage

nor hoffn mir lei das den ollmächtigen vladimir und den besseren der russen in zukunft koan furz klemmt …. den sem kriegn sicher a de ukrainer de schuld und es werd sem sicher a terroronschlog vermutet ….

inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Nun werden sie wach, die Geister die er rief❗

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 19 Tage
Die harten Reaktionen hat es von Anfang an gegeben und haben Russland nichts gebracht, außer viel Leid bei der Bevölkerung. So wird es auch diesmal und die nächsten Male sein. Russland wird diesen Krieg nie gewinnen können, weil ein Krieg gegen eine ganze Bevölkerung niemals und von niemandem mit militärischen Mitteln gewonnen werden kann, seitdem die Waffentechnik bereits kleinen Gruppen Möglichkeiten gibt, die es vor dem 2. Weltkrieg in dieser Form nicht gegeben hat und andere Staaten von außen einzelne Gruppierungen unterstützen. Vietnam, Afghanistan, Somalia und Irak sind tragische Beispiele. Und die Ukraine hat über 40 Millionen Einwohner! Vielleicht sollte… Weiterlesen »
shanti
shanti
Tratscher
1 Monat 19 Tage

Abschaum,mehr nicht

Herrbert
Herrbert
Grünschnabel
1 Monat 19 Tage

Iaz werds Zeit den Russen amol a Ordentliche zu watschn, vors mit Nuklearwaffen losgeat. Oane in Kreml, Oane Kaliningrad und Oane in St Petersburg und Oane der Schwarzmeerflotte auf der Krim. Sonst hilft olles nix.

magari
magari
Superredner
1 Monat 18 Tage

Eine weitere Eskalation braucht niemand.

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

.. Sitzung des russischen Sicherheitsrates….., vielleicht gibt es da früher oder später einen Nachfahren des Herrn von Stauffenberg mit mehr Glück…

gamer6401
gamer6401
Grünschnabel
1 Monat 19 Tage

Die Propaganda macht die Leute ganz wild. 

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
1 Monat 18 Tage

Die Ukraine mit Luftabwehr vollstellen und gut ist. Auf dem Schlachtfeld können die Russen eh nix mehr reißen.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 18 Tage
Irgendwie erinnert mich das aktuelle Geschehen an den 2. Tschetschenienkrieg unter Putins Regie: ein Anschlag in Russland, der höchstwahrscheinlich von Putin selbst nach KGB Manier in Auftrag gegeben wurde, diente als Anlass für äußerste Brutalität gegenüber den Tschetschenen. Deren Hauptstadt Grosny wurde dem Erdboden gleichgemacht, um jeden Widerstand zu brechen. Für mich persönlich ist plausibel, dass dieser Anschlag ebenfalls vom FSB in Auftrag gegeben wurde, um eine Eskalation im alles Andere als für Rissland günstig verlaufenden Krieg zu rechtfertigen. Der LKW mit russischem Fahrer kam vom russischen Festland, beladen mit einer hunderte Kilo schweren Bombe. KGB bleibt KGB! Es ist… Weiterlesen »
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