Putins startet zweite Auslandsreise seit Beginn des Ukraine-Kriegs

Putin reist am 19. Juli in den Iran

Dienstag, 12. Juli 2022 | 15:38 Uhr

Russlands Präsident Wladimir Putin will am kommenden Dienstag (19. Juli) für politische Gespräche in den Iran reisen. Neben dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi wolle er dort auch den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan treffen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Geplant seien Gespräche der drei Präsidenten über eine Verbesserung der Lage im Bürgerkriegsland Syrien, sagte Peskow.

Es ist eine von Putins ersten bekannten Auslandsreisen seit Beginn des von ihm angeordneten Kriegs gegen die Ukraine vor rund viereinhalb Monaten. Vor zwei Wochen war der Kremlchef bereits in die verbündeten zentralasiatischen Staaten Tadschikistan und Turkmenistan geflogen. Unter Verweis auf die Corona-Pandemie nahm Putin in den vergangenen Monaten an vielen Terminen nur im Online-Format teil.

Putins Iran-Trip steht aber noch aus einem anderen Grund im Fokus der Aufmerksamkeit: Erst am Montag hatten die USA erklärt, ihnen lägen Hinweise vor, dass der Iran Russland bei den Kämpfen gegen die Ukraine unterstützen wolle. “Unsere Informationen zeigen, dass die iranische Regierung sich darauf vorbereitet, schnell mehrere Hundert unbemannte Luftfahrzeuge bereitzustellen, darunter auch solche, die Waffen transportieren können”, sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan.

Der Iran werde auch Russen ausbilden, diese oft als Drohnen beschriebenen Luftfahrzeuge einzusetzen, sagte Sullivan. Ein solches Training könnte US-Erkenntnissen zufolge schon Mitte Juli beginnen. Es sei aber unklar, ob bereits solche Waffen geliefert worden seien. Sullivan deutete die Informationen als Hinweis darauf, dass sich die Kriegsfortschritte Russlands im Osten der Ukraine spürbar auf die eigenen Waffenbestände ausgewirkt hätten.

Der Iran wies die Aussagen Sullivans zurück. “Unser Standpunkt im Ukraine-Konflikt ist bekannt” sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani. Teheran verstehe die russische Reaktion auf die NATO-Osterweiterung, sei aber zugleich für eine diplomatische und gegen eine militärische Lösung der Krise. Es gebe zwischen Russland und dem Iran zwar eine Zusammenarbeit auf technologischer Ebene, die aber schon lange vor dem Ukraine-Krieg begonnen habe.

Offiziell gibt sich der Iran mit Blick auf Putins Ende Februar begonnenen Krieg gegen die Ukraine neutral. Doch die Sympathien der iranischen Führung für Russland sind bekannt. Irans Beziehungen zum flächenmäßig größten Land der Erde sind in den vergangenen Jahren immer enger geworden – insbesondere seit 2018, als die USA unter ihrem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Wiener Atomabkommen ausstiegen. Aufgrund von US-Sanktionen konnte der Iran zudem militärische Ausrüstung fast nur noch aus Russland beziehen.

Über eine möglicherweise geplante Lieferung iranischer Drohnen für Russlands Kampf gegen die Ukraine ist in Teheran offiziell nichts bekannt. Politische Kreise sehen in Moskau – und Putin im Speziellen – keinen zuverlässigen Partner. Zugleich meinen Beobachter, die iranische Regierung habe durch ihre internationale Isolierung kaum eine andere Wahl, als an Putin festzuhalten.

Aus dem Kreml hieß es, Putin werde in Teheran auch ein bilaterales Treffen mit Erdogan haben. Das NATO-Land Türkei unterhält sowohl zu Moskau als auch zu Kiew enge Beziehungen und trat zuletzt als Vermittler zwischen beiden Ländern im Streit um in der Ukraine blockierte Getreide-Exporte auf.

Die Türkei hat den Angriff Russlands zwar verurteilt, aber keine Sanktionen verhängt – bis auf die Sperrung ihres Luftraums für militärische und zivile Flugzeuge, die Soldaten aus Russland nach Syrien bringen. Zugleich setzt die Ukraine im Kampf gegen die russischen Angreifer türkische Bayraktar-Drohnen ein.

In Syrien wiederum halten Experten nach Beginn des Ukraine-Krieges eine Machtverschiebung der Akteure für möglich. Demnach könnten der Iran und die Türkei versuchen, ein von Moskau hinterlassenes Machtvakuum zu füllen. Ankara kündigt bereits seit Wochen eine neue Offensive in Nordsyrien an, wo es bereits Regionen besetzt. Russland und der Iran unterstützen die syrische Regierung, die Türkei wiederum ist mit der Opposition verbündet. Die drei Schutzmächte organisieren seit 2017 im Astana-Format Gespräche über den Syrien-Konflikt.

Von: APA/dpa

Kommentare

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30 Kommentare auf "Putin reist am 19. Juli in den Iran"


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N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 5 Tage

Welche Allianz wird geschmiedet? Kurz vor dem Krieg China,jetzt Iran, Erdogan macht mit wo er Vorteile sieht, erst USA, wer weiß was er später vor hat, was er vorher getan hat, ist doch egal… , Hauptsache es geht gegen Russland.. ..!
Es läuft super..!

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 5 Tage

Wie? Eure Majestät hat Fragen? Keine der vielen, vielen, vielen, vielen, vielen (usw.) Antworten? Seltsam, also wirklich: ich bin wahrlich irritiert und bitte: ganz schnell die einzig wahre, die ultimative, die Mutter aller Antworten nachliefern.

Faktenchecker
1 Monat 5 Tage

Auch voll der AFD-Kurs.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 5 Tage

@Philingus Da du ja nicht mehr fähig bist zu antworten…! Schreibst auch lieber nur Monologe!

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 5 Tage

Philingus unter einem anderen Artiker erwartet man noch brennend deine Kommentare. Warum kommt da nichts?

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 5 Tage

Diktatoren unter sich, obwohl mit Russland verfeindet sucht der Iran (Diktatur der Mullah, nicht das Volk) andere Feinde der westlichen Welt.
Gespannt bleibt das Verhalten der Türkei, dreht sich wie der Wind. Als NATO Mitglied sehr wichtig und gefährlich zugleich. Erdoan ist ein Verbrecher der nicht gestellt werden kann.

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 5 Tage

Die Geschichte zeigt immer wieder Wiederholungen: auch verfeindete Systeme und Ideologien können – wenn sie das gleiche Ziel haben – durchaus eine Weile miteinander ihren eigentlichen Zielen entgegenarbeiten. Erst muss (gemeinsam) der Gegner vernichtet werden. Anschließend wird aufgeteilt oder gegeneinander gearbeitet. Das Ziel Russlands, des Irans und Erdogans Türkei ist die Zerstörung unser Freiheit und westlichen Werte. Unterdrückung durch Moskau bzw.Errichtung islamistischer Systeme sind die eigentlichen Ziele. Hinzu kommt noch die Vernichtung des Staates Israel.

Honor
Honor
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

@Philingus , ein sehr niveauloser Kommentar.
sie sind sehr kurzsichtig und sehen zugleich nicht was links und rechts von ihnen passiert…. Scheuklappensyndrom ….Gott sei Dank gehören sie nicht zu den Regierenden

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 5 Tage

@Philingus in wieweit passt die Türkei mit deren innerpolitischen Machenschaften in das “Weltbild” der EU? Eigentlich müssten die auch ausgeschlossen und sanktioniert werden.
Was für eine Doppelmoral

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 5 Tage

@Honor Hurra, ein neuer Putin-Freund am Himmel der Unterstützer des Wahnsinnigen in Moskau! Toll, wie sie den Krieg in der Ukraine mit dem Mord und der Vernichtung durch Putin’s Armee bisher kritisiert haben. Ach so: haben sie gar nicht. Und sie schreiben über Niveau (ja , dass menschenverachtende Niveau aus dem Kreml habe ich wirklich nicht, aber sie vielleicht – trotz „honor“ …) Schäbig!

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 5 Tage

@primetime Ganz einfach: „die Türkei“ der EU ist die freie und unabhängige Türkei eines Kemal Atatürks. Erdogan’s fundamentalistische Türkei ist abseits der EU und hat so gut wie keine Chancen, Bestandteil der EU zu werden. Das ist eigentlich bekannt. Die Doppelmoral ist eher in Erdogan und seinen politischen Wechselduschen zu finden … auch er denkt und handelt ausschließlich nationalistisch (wie Putin) und dazu gewürzt mit Islamismus. Nicht nur kontinental ist die Türkei gespalten …

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
1 Monat 4 Tage

Auch für Erdoan wird irgendeinmal die Rechnung kommen.Alle Diktatoren werden früher oder später abgesetzt oder durch Attentate eliminiert.Fragt sich nur wann?

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 4 Tage

Wenn die Türkei, und da geb ich dir recht, nicht ethisch (nemhmen wir mal das als Sammelbegriff) ist und die EU Werte wahrt versteh ich nicht warum man weiter so enge Geschäfte mit denen macht und das Regime damit finanziert.
Sollten die nicht auch in grund und Boden sanktioniert werden? Hier kommt seitens der EU wieder eine Doppelmoran ans licht, kann man aber nicht vermeiden da wir in einer globalisierten Welt leben

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Die Türkei als Mitgliedstaat des NATO Bündnis seit 1952 und Beitrittskandidat zur EU seit 1999 erweist sich als sehr flexibler Partner im Gleichgewicht der Mächte. 😀

Hustinettenbaer
1 Monat 5 Tage

Hm, ja. Immer schön geschmeidig bleiben. Sonst hat sich´s ausgesultant.
“Anfang des Monats brachte das Statistikamt die neuen Inflationszahlen heraus: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise um 79 Prozent gestiegen. Unabhängige Institute haben eine Inflation von 179 Prozent ausgerechnet.”
https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-07/tuerkei-inflation-preise-zukunft-akp?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 5 Tage

Oh Cali: bei solchen Kommentaren bringt sie Crétin Putin bestimmt ins Bettchen und lässt sie zum Einschlafen an seinem Daumen nuckeln. (Nebenbei werden mal eben Hunderte Zivilisten in der Ukraine in den Tod gebombt.) Gute Nacht, Cali …

Honor
Honor
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

@Philingus , was gefällt ihnen bei @Calimeros Kommentar nicht…??
ist es die Wahrheit oder die Tatsache das diese Fakten nicht in ihr sehr beschränktes Weltbild passen…??

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 5 Tage

Was sagt eigentlich Philingus zu den aktuellen Ereignissen? Sanktionen gegen den Iran wirken seit Jahrzehnten Wunder? Nordkorea zwar besser aber auch nicht wirklich? Und Europa hat Angst vor dem Winter und ihrer Industrie?
Freu mich auf die Antwort!

falschauer
1 Monat 5 Tage

ich würde mich auf einen konkreten vorschlag von dir freuen, weitermachen als wäre nichts geschehen und darauf warten bis der nächste dran ist? länder könnten wie im mittelalter von raubrittern überfallen werden und die welt schaut zu? also, du weißt meistens immer eine antwort, ich warte darauf!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 5 Tage
@falschauer Die Fehler wurden nicht heute begangen, sondern vor Jahren. Gegenfrage, warum hat denn die EU und Nato nicht vor Jahren etwas unternommen als viele Intellektuelle in der Ukraine vor dem heutigem Szenario gewarnt haben? Sag du mit warum zugeschaut wurde? Hätte man da nicht auch, wie heute Finnland und Schweden, ne Zusage machen können und damit wären sie geschützt gewesen oder glaubst du im Ernst, Putin überfällt ein Nato Land? Ich sage, wenn ich der Ukraine schon helfen WILL , dann richtig! Was bewirkrn Sanktionen und wann? Erklär dann wann? Das dauert Jahrr und nützt grnau so viel wie… Weiterlesen »
pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
1 Monat 4 Tage

Nachher ist man immer schlauer!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 5 Tage

Durch Sanktionen treibt man eigentlich Länder un die Isolation und glaubt man verändert dadurch innenpolitisch die Situation. Wie wrnn das in solchen Diktaturen funktionieren würde. Man sieht es doch an einigen Beispielen, nichts passiert. Nur weul man Dummheit wiederholt, wird sie nicht irgendwann besser!

Zugspitze947
1 Monat 5 Tage

Die Despoten versammeln sich …….. 😡😝👌

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Despoten unter sich…und die EU verhandelt noch mit Muslimbruder Erdogan? Zum Schämen!!

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
1 Monat 4 Tage

Die EU spielt gegenüber der Türkei schon lange ein doppeltes Spielchen und das ist Ok.,denn Erdogan tut ja nichts anderes mit der EU. Türkei und EU Beitritt,Gott bewahre uns!!!!!

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 5 Tage

hoffentlich wissen die iraner was zu machen ist….

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
1 Monat 4 Tage

Egal was in Syrien passiert,Baschar Al Assad,gehört vor das internationale Kriegstribunal inklusive Putin,wegen Völkermord!

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Der Teufel trifft sich also mit Belzebub und Shaytan.
Die passen halt wirklich gut zusammen.

Mico
Mico
Superredner
1 Monat 4 Tage

europa schmiedet ja auch pläne mit finnland usw… bzw die.nato wird immer größer..
somit wird sich auch der osten verbündete suchen….. ganz einfach

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