Putin gab Pressekonferenz im kasachischen Astana

Putin: Ukraine soll nicht zerstört werden

Freitag, 14. Oktober 2022 | 20:17 Uhr

Russlands Präsident Wladimir Putin schlägt nach dem massiven Beschuss ukrainischer Städte mit Marschflugkörpern und Raketen einen weniger scharfen Ton an. Es gebe derzeit keine Notwendigkeit für weitere massive Luftangriffe, sagte er am Freitag beim Abschluss einer Sicherheitskonferenz in der kasachischen Hauptstadt Astana. Er fügte hinzu: “Wir haben es uns nicht zum Ziel gemacht, die Ukraine zu zerstören. Nein, natürlich nicht.”

Putin stelle nichtsdestotrotz weiteren Beschuss in Aussicht. Von insgesamt 29 ins Visier genommenen Objekten seien sieben “nicht so beschädigt worden, wie das vom Verteidigungsministerium geplant war”, sagte Putin zum Abschluss des Gipfels. “Aber sie werden sie nachholen, die Objekte.”

Um welche Ziele es sich dabei konkret handle, sagte der Kremlchef nicht. Zugleich betonte er, dass aktuell keine weiteren großflächigen Angriffe geplant seien: “Es braucht derzeit keine massiven Schläge mehr. Jetzt gibt es andere Aufgaben.”

Das Staatsoberhaupt kündigte zudem an, nach der jetzt erfolgten Teilmobilisierung werde es keine weiteren Einberufungen geben. In der Ukraine dankte Präsident Wolodymyr Selenskyj den Soldatinnen und Soldaten für den Einsatz in dem knapp achtmonatigen Krieg und versprach, sein Land werde siegen.

Putin erklärte in Astana erneut, er sei verhandlungsbereit. Gespräche mit der Ukraine müssten unter internationaler Vermittlung geführt werden. Ein Fehler sei die Invasion nicht gewesen: “Ich will es deutlich sagen: Das, was heute passiert, ist unangenehm, um es milde auszudrücken. Aber wir hätten das Gleiche etwas später tun müssen, nur unter schlechteren Bedingungen für uns, das ist alles.” Putin warnte die NATO erneut vor einer Intervention, dies würde zu einer globalen Katastrophe führen. Putin hatte zu Beginn der Invasion, die nach seiner Wortwahl kein Krieg, sondern eine militärische Spezialoperation ist, die Befreiung der Ukraine von Nazis als Ziel ausgegeben.

Ende September hat Russland die ukrainischen Regionen Cherson, Luhansk und Donezk zusammen mit der Region Saporischschja annektiert. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen verurteilte dies mit großer Mehrheit. 143 der 193 Länder umfassenden Versammlung stimmten für die Resolution und belegten damit die weitgehende internationale Isolation Russlands. Nur vier Länder lehnten die Resolution ab, die anderen enthielten sich.

Putin äußerte sich nach einer Reihe von Rückschlägen auf den Schlachtfeldern. Die Ukraine hat nach eigenen Angaben im September mehr als 600 Ortschaften zurückerobert. Vor allem in der nordöstlichen Region Charkiw sind ihre Truppen nach Regierungsangaben vorangekommen. Allerdings berichtete der britische Geheimdienst auch von einem Vormarsch pro-russischer Einheiten auf die strategisch wichtige Stadt Bachmut in der im Osten gelegenen Region Donezk. Vermutlich seien sie bereits in Dörfer südlich der Stadt vorgedrungen, teilte das britische Verteidigungsministerium aus dem jüngsten Geheimdienstbulletin mit.

Bachmut liegt an einer Hauptstraße, die zu den Städten Slowjansk und Kramatorsk führt. Die Söldnertruppe Wagner, die an der Seite der regulären russischen Einheiten kämpft, bleibe wahrscheinlich stark in die Kämpfe um Bachmut verwickelt. Sie habe die Dörfer Optjine und Iwangrad südlich von Bachmut eingenommen. Das sei der erste Vormarsch in mehr als drei Monaten.

Ende August hatte die Ukraine mit ihrer Offensive gegen die russischen Truppen begonnen, die ihre Invasion am 24. Februar gestartet hatten. Im Nordosten drängten ukrainische Streitkräfte die Gegner zurück und setzten sie auch im Süden stark unter Druck. “Die Fläche der befreiten ukrainischen Gebiete hat erheblich zugenommen”, erklärte die Regierung in Kiew.

Seit Anfang Oktober sind in Cherson die ukrainischen Truppen auf dem Vormarsch, dort liegt derzeit ihr Hauptaugenmerk. Die Region liegt gegenüber der bereits 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim und ist deshalb strategisch besonders wichtig. Der dort von Russland eingesetzte Verwaltungschef Wladimir Saldo hat die Bevölkerung aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. “Wir haben allen Bewohnern der Region Cherson vorgeschlagen, sich in andere Regionen zu begeben, wenn sie sich vor den Folgen der Raketenangriffe schützen wollen.” Die russische Nachrichtenagentur Tass meldete, die ersten aus Cherson Geflüchteten würden im Laufe des Freitags in Russland erwartet.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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25 Kommentare auf "Putin: Ukraine soll nicht zerstört werden"


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Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
1 Monat 19 Tage

Hic Rhodus, hic salta. “Hier ist Rhodos, also springe hier.” Griechische Antwort von 2.500 Jahren auf einen Angeber der behauptet hatte er sei daheim in Rhodos mal ganz weit gesprungen.
Putin wird keine militärische Zukunft haben. Neue und bessere Waffen kann Russland nicht produzieren, der Westen aber in beliebiger Menge an die Ukraine liefern.
Die Ukraine hat sich bislang mit Angriffen auf das Territorium des Aggressors zurückgehalten, aber das ist bald vorbei.
Die Russen haben die Logik des Angriffskrieges vorgegeben, jetzt wirkt sie auf Russland zurück. Jeden Tag wird die ukrainische Armee stärker.

Superredner
1 Monat 19 Tage

Klasse und fundierter Beitrag. Ich mag diese ideologisch unverblendeten Beiträge. Erst hierdurch wird die passende Qualität erreicht. Deswegen: danke und bitte weiterere Beiträge,die den Menschen über Rassismus und ideologischen Irrsinn stellen.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 18 Tage

@Philingus Frei von Ideologie aber nicht frei von Unrealismus. Wenn es dem Westen egal ist wann der Krieg zu Ende geht, dann nur weiter so! Nächstes Jahr um diese Zeit werden wir immer noch Krieg haben!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@N. G. 

hoffentlich nicht!
Ich moechte mal Moskau sehen….. 

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Gott sei Dank wurden 25% der Ziele verfehlt. Und das trotz russischer “Präzisionwaffen”🤣🤣🙈🙈…..

Spamblocker
Spamblocker
Superredner
1 Monat 18 Tage

keine Sorge wird Nachjustiert🤣 ♥️♥️♥️♥️👍 Putin ❤️❤️❤️❤️

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Einfach lächerlich, einfach eine Frechheit zu behaupten, man ist nicht daran interessiert die Ukraine zu ruinieren. Man hat die Ukraine ruiniert, man hat die Infrastruktur völlig ruiniert, man hat  die Wirtschaft ruiniert, man hat 10 Millionen Flüchtlinge zu verantworten und man hat ein ganzes Volk völlig verarmt.  

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Chrys@

das was du schreibst ist nur ein sehr, sehr sehr kleiner Teil, einer noch viel groeseren Wahrheit! 

gamer6401
gamer6401
Grünschnabel
1 Monat 19 Tage

Die Ukraine ist so gut wie bankrott, da braucht man eh nix mehr zu zerstören. Der Wiederaufbau wird für uns richtig teuer werden.

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
1 Monat 19 Tage

@Gamer0461: Russland wird so oder so diesen Krieg verlieren und für den Wiederaufbau bezahlen. Wenn aber Russland Atombomben einsetzen sollte, wie wird die Antwort des Westens sein? Einsatz von konventionellen automatisierten Waffen der Millionen von Russen direkt das Leben kosten wird, und Hungertod für das russische Volk. Der Westen braucht keine atomaren Waffen um ein armes aber verbrecherisches Land auszulöschen. Ohne Brücken, Lastwagen, Eisenbahnen, Pipelines, Strom ist Russland erledigt.
Luftüberlegenheit haben die Russen schon lange keine mehr, ihre Panzer sind nur noch Zielscheiben und Grab junger Männer. Die russischen Mütter werden ihre Söhne nicht mehr wiedersehen.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 18 Tage

@Tigre.di.montana Noch einmal unrealistisch! Wie willst du dir das Geld von Russland holen? Vorschläge, nicht Träume!

pfaelzerwald
1 Monat 18 Tage

@gamer6401
Und wer ist daran schuld?

inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Der abgrundtiefen Hass der Ukrainer auf Putin und die Russen wird Generationen fortbestehen.

Savonarola
1 Monat 19 Tage

niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten..

onassis
onassis
Superredner
1 Monat 18 Tage

Putin ist und bleibt einer der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte.

Clown
Clown
Tratscher
1 Monat 18 Tage

Du vergisst anscheinend den deutschen Österreicher

Superredner
1 Monat 18 Tage

@Clown Im Gegenteil: wird durch Crétin Putin nicht gerade der österreichische Deutsche in die Gegenwart transponiert? Natürlich mit dem Umweg Stalin etc. … – denn die KZs sind auch nur von den Nazis als Idee aus Russland kopiert worden …

Clown
Clown
Tratscher
1 Monat 17 Tage

Willst wieder mal was ablenken 🤔

Buffalo
Buffalo
Tratscher
1 Monat 19 Tage

Noch unberechenbarer als Putin ist wohl dieser KimJong aus Nordkorea

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

A ukraiene soll net zerstört werden?
Wos tuater nor grod. Schiaster mit der stuanschleider af kiew??? Na den mensch wos glabn konsch vergessn a schriftlich isch ba den sicher er holtet nix woser sog

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 19 Tage

…lustig ist er auch noch…
🤪

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Putin lebt
offenbar in einer anderen Welt als die Menschen in der Ukraine.

oli.
oli.
Kinig
1 Monat 18 Tage

Geht den Kriegsverbrecher die Munition aus , oder er sieht endlich ein das es sein größter Fehler war die Ukraine anzugreifen.
Die ganzen Paraden zum 9.5. etc. in Moskau , mehr Schein als eine funktionierende militärische Übermacht.

pfaelzerwald
1 Monat 18 Tage

@oli
Zum letzten Satz: Hoffentlich stimmt es!

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Lüge Nr. 56

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