Putin wird Trump erstmals treffen

Putin und Trump treffen sich auf G-20-Gipfel in Hamburg

Donnerstag, 29. Juni 2017 | 21:48 Uhr

US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin werden beim G-20-Gipfel in Hamburg erstmals persönlich Gespräche führen. Das gab der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Herbert Raymond McMaster, am Donnerstag in Washington bekannt. Zuvor hatte sich der Kreml bedeckt gehalten zu einem Treffen Putins mit Trump.

Trump wolle sich am Rande der 20er-Runde unter anderem mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Großbritanniens Premierministerin Theresa May, Chinas Staatschef Xi Jinping und Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto persönlich treffen, hieß es aus dem Weißen Haus weiter. Die Treffen sollen kurz sein, über mögliche Themen der anstehenden Gespräche wurde bisher nichts bekannt.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater erklärte, der US-Präsident wolle sich für eine Verbesserung der Beziehungen des Westens zu Russland einsetzen. Trump wolle, dass die USA zusammen mit dem gesamten Westen “eine konstruktivere Beziehung zu Russland entwickeln”, sagte Herbert Raymond McMaster. Er betonte aber auch, dass der US-Präsident alles Notwendige tun wolle, “um dem destabilisierenden Verhalten Russlands” entgegenzutreten. Damit bezog sich McMaster offensichtlich auf die Konflikte in Syrien und der Ukraine. Eines der Ziele von Trumps Reise sei es, “einen gemeinsamen Ansatz” im Umgang mit Moskau zu finden.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits am Mittwoch die Erwartung geäußert, dass es in Hamburg ein Gespräch zwischen Trump und Putin geben wird. “Es wäre nicht normal, wenn sie nicht miteinander reden würden”, sagte er. Dabei werde es in erster Linie um eine “Normalisierung des Dialogs” zwischen Moskau und Washington gehen.

Trump und Putin sind sich bisher noch nicht persönlich begegnet. Im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, er wolle mit dem russischen Präsidenten nach Möglichkeit zusammenarbeiten.

Vor dem Hintergrund der Ermittlungen zu den mutmaßlichen russischen Interventionen zugunsten Trumps im US-Wahlkampf sowie möglichen illegalen Moskau-Kontakten von Trump-Mitarbeitern wird das Verhalten des Präsidenten gegenüber Moskau von Teilen der US-Öffentlichkeit allerdings mit großem Argwohn beobachtet. Der Verdacht ist, dass Trump eine allzu große Nähe zu Moskau anstreben könnte.

De facto hat aber vor allem der Syrien-Konflikt in den vergangenen Monaten zu einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen geführt. Nach dem US-Raketenbeschuss eines syrischen Luftwaffenstützpunkts im April sorgte zuletzt der Abschuss eines Kampfflugzeugs der syrischen Armee durch die US-Luftwaffe für schwere Irritationen zwischen Washington und Moskau.

Von: APA/dpa