Der Angreifer wird von Soldaten gesucht

Rabbiner bei Angriff im Westjordanland getötet

Mittwoch, 10. Januar 2018 | 06:31 Uhr

Ein Rabbiner ist bei einem Angriff im nördlichen Westjordanland tödlich verletzt worden. Der 35-Jährige habe Schusswunden erlitten und sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, sagte ein Sprecher des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom am Dienstagabend. Der Angreifer konnte zunächst entkommen, wie die israelische Armee mitteilte. Soldaten suchten nach ihm.

Das Auto des Rabbiners sei nahe der jüdischen Siedlung Havat Gilad östlich der palästinensischen Stadt Nablus beschossen worden, teilte die Armee weiter mit. Das Opfer konnte nach der Attacke noch mit seinem Handy Hilfe rufen, wie der israelische Rundfunk berichtete. “Ich wurde nahe Havat Gilad beschossen”, sagte er demnach. Dem Bericht zufolge lebte der Mann in der jüdischen Siedlung. Der Rabbiner Raziel Shevah war nach Medienberichten sechsfacher Vater.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verurteilte den Angriff scharf und sprach der Familie des Opfers sein Beileid aus. Die Sicherheitskräfte würden alles tun, um den Mörder zu finden. Staatspräsident Reuven Rivlin erklärte, die Täter würden gefasst und vor Gericht gestellt. Die Sicherheitskräfte würden verhindern, dass der “Terrorismus sich aufrichtet”.

Der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, die Ezzedin-al-Qassam-Brigaden, lobte die Bluttat. Die “Operation in Nablus” sei “die erste bewaffnete Antwort, um die feindlichen Anführer und jene, die hinter ihnen stehen, daran zu erinnern, dass die Angst kommen wird”.

Im besetzten Westjordanland leben rund 400.000 Israelis in Siedlungen. Die Vereinten Nationen sehen die Siedlungen als illegal an – und als großes Hindernis im Nahost-Friedensprozess.

Wie der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Dienstag ankündigte, wird Israel den Bau Hunderter weitere Wohnungen im besetzten Westjordanland billigen. Es gehe bei dem Behördenbeschluss um die Errichtung von 1.285 weiteren Wohneinheiten, die 2018 entstehen sollen, sowie die Planung von 2.500 neuen Einheiten in 20 verschiedenen jüdischen Siedlungen, hieß es.

Seit der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump von Anfang Dezember, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, wurden bei gewaltsamen Auseinandersetzungen im Westjordanland und an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel 14 Palästinenser und ein Israeli getötet. Die Lage hatte sich zuletzt aber deutlich beruhigt.

Von: APA/Ag.

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