Das Militärkrankenhaus wurde Ziel eines IS-Anschlags

Ranghoher Taliban-Kommandeur bei Anschlag in Kabul getötet

Mittwoch, 03. November 2021 | 09:24 Uhr

Bei einem Angriff auf ein Militärkrankenhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Dienstag auch ein ranghoher Taliban-Kommandeur getötet worden. Hamdullah Mochlis sei bei einem Feuergefecht mit den Angreifern getötet worden, sagte ein Sprecher der Taliban am Mittwoch. Mochlis war demnach gleich nach den ersten Meldungen über den Angriff zum Krankenhaus geeilt. Bei dem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat starben insgesamt mindestens 19 Menschen.

Mochlis war Mitglied des berüchtigten Hakkani-Netzwerks und ein Anführer der Taliban-Spezialeinheit Badri 313 in Kabul. Er ist der ranghöchste Vertreter der Taliban, der seit der Machtübernahme der radikalislamischen Miliz in Afghanistan im August getötet wurde.

Bei dem Anschlag waren laut Angaben aus dem Gesundheitsministerium der Taliban mindestens 19 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Ein Vertreter der Taliban teilte mit, der Angriff sei von einem Selbstmordattentäter eingeleitet worden. Dieser sei auf einem Motorrad unterwegs gewesen und habe sich am Eingang des Hospitals in die Luft gesprengt. Mehrere andere Angreifer hätten dann die Klinik gestürmt.

Der afghanische Ableger der Jihadisten-Miliz Islamischer Staat, IS-K, bekannte sich zu dem Anschlag. Sie erklärte im Online-Dienst Telegram, dass “fünf IS-Kämpfer gleichzeitig und koordiniert Anschläge” auf das Krankenhaus verübt hätten.

Nach Angaben der Taliban gab es eine Explosion am Eingang des Spitals und eine zweite in dessen Nähe. Spezialkräfte der Taliban wurden daraufhin zu dem Krankenhaus entsandt. Dort werden verletzte Kämpfer sowohl der Taliban als auch der früheren afghanischen Sicherheitskräfte behandelt.

Seit der Machtübernahme der Taliban wurde Afghanistan von einer Reihe von Anschlägen erschüttert. Zu früheren Angriffen hatte sich ebenfalls der IS-K bekannt, der mit den neuen Machthabern rivalisiert.

Die Taliban, die bisher vom Ausland nicht als neue Machthaber anerkannt werden, sehen sich bei ihrem Übergang von einer aufständischen Gruppe hin zu einer Regierung zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Dazu zählen vor allem die sich verschlechternde humanitäre Lage sowie eine schwere wirtschaftliche Krise.

Von: APA/AFP

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