Syrische Rebellenkämpfer wollen die ganze Stadt einnehmen

Rebellen-Eroberung Aleppos wohl nur noch “Frage der Zeit”

Montag, 08. August 2016 | 19:12 Uhr

Nach den jüngsten militärischen Erfolgen der Rebellen im Kampf um Aleppo rechnet die syrische Exil-Opposition mit einer baldigen Eroberung der Stadt. “Ich denke, das ist nur eine Frage der Zeit. Es wird passieren”, sagte der Vorsitzende der Syrischen Nationalen Koalition (SNC), Anas al-Abdeh, am Montag in Istanbul der Nachrichtenagentur AFP.

Die Durchbrechung der Belagerungsrings der Regierungstruppen am Wochenende sei “eines der wichtigsten Ereignisse der syrischen Revolution in den vergangenen fünfeinhalb Jahren gewesen”, erklärte er dazu. Entscheidend dazu beigetragen habe die “neue politische und militärische Einigkeit” unter den verschiedenen Rebellengruppen, sagte al-Abdeh.

Er verteidigte die Allianz mit der Fateh-al-Scham-Front, die bis vor kurzem Al-Nusra-Front hieß und erst kürzlich offiziell ihre Verbindung zum Al-Kaida-Netzwerk aufgekündigt hatte. Es sei “eine gute Nachricht”, dass keine der im Kampf gegen die syrischen Regierungstruppen und ihre Verbündeten zusammengeschlossenen Milizen Verbindungen zu “Terrororganisationen” wie Al-Kaida oder dem Islamischen Staat (IS) habe.

Der Einfluss der Fateh-al-Scham-Front dürfe ohnehin nicht überbewertet werden, sagte al-Abdeh. Sie stelle etwa zehn Prozent der Kämpfer in Aleppo.

Die einstige Wirtschaftsmetropole ist seit dem Sommer 2012 zwischen regierungstreuen Kämpfern und Rebellen geteilt. Die Konfliktparteien rüsten sich derzeit mit zusätzlichen Waffen und Kämpfern für den entscheidenden Kampf um die Großstadt. Nach Angaben von Aktivisten haben sich die Kämpfe bereits intensiviert.

Unterdessen wurden bei Luftangriffen auf ein Krankenhaus im Nordwesten Syriens laut “Ärzte ohne Grenzen” 13 Menschen getötet. Unter den Toten seien vier Mitarbeiter der von der Ärzteorganisation unterstützten Klinik sowie fünf Kinder und zwei Frauen, teilte die Organisation am Montag mit. Örtliche Aktivisten in dem Rebellengebiet verdächtigen syrische oder russische Kriegsflugzeuge, die Angriffe geflogen zu haben.

Von: APA/ag./dpa

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