Regierungs-Truppen im Clinch mit südjemenitischen Separatisten

Rebellen in Aden umzingeln Palast von Jemens Präsident

Dienstag, 30. Januar 2018 | 14:57 Uhr

Die Offensive südjemenitischer Separatisten bringt Jemens Regierung in immer größere Bedrängnis. Die Rebellen umzingelten am Dienstag den Präsidentenpalast in der Interimshauptstadt Aden, wie ein hochrangiger Militärvertreter sagte. “Sie kontrollieren nun den Hauptzugang, und die Menschen drinnen sind de facto unter Hausarrest”, sagte der Militärvertreter.

Rebellenkommandant Saleh al-Sejjad sagte, seine Kräfte hätten die Präsidentengarde in Aden unter ihre Kontrolle gebracht. Bei Kämpfen gegen jemenitische Truppen wurden seit Sonntag mindestens 36 Menschen getötet. Mindestens 185 Menschen wurden laut Internationalem Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verletzt. Beide Seiten ließen Kampfpanzer in der Großstadt auffahren und beschossen sich in den Straßen mit schwerer Artillerie.

Die südjemenitische Hafenstadt Aden ist der provisorische Sitz der Regierung des international anerkannten Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi. Hadi selbst hält sich in Saudi-Arabien auf.

Der Südjemen blickt auf eine eigene historische Tradition zurück: Nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft wurde das Land 1967 eine unabhängige, marxistisch orientierte Volksrepublik mit der Hauptstadt Aden. Der Nordjemen war bereits seit 1918 ein unabhängiger, muslimisch-konservativer Staat mit Hauptstadt Sanaa, der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangen war. 1990 vereinigten sich beide Staaten, wobei der Nordjemen die dominierende Kraft war.

Von: APA/ag.