Wieder Gefechte in Damaskus

Rebellen in Syrien verlassen weitere Orte nahe Damaskus

Samstag, 21. April 2018 | 15:28 Uhr

Im Nordosten der syrischen Hauptstadt Damaskus haben tausende Aufständische am Samstag drei Ortschaften geräumt. Die Rebellen und ihre Angehörigen wurden mit Bussen aus den Orten Ruhaiba, Nassiriya und Jairoud in der Region Ost-Qalamoun in den Norden des Landes gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete.

Die Evakuierung erfolgte demnach auf Grundlage eines Abkommens zwischen den Rebellen und der Regierung. Dieses sehe vor, dass die Aufständischen vor ihrer Abreise ihre schweren und mittelschweren Waffen sowie ihre Munitionsdepots übergeben.

Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Bussen und berichtete, von dem Abkommen seien 3200 “Terroristen” und ihre Familien betroffen. Ruhaiba liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Damaskus, die beiden anderen Ortschaften liegen mehrere Kilometer weiter nördlich.

Im Großraum Damaskus erzielte die syrische Regierung mit der Unterstützung Russlands zuletzt vermehrt Evakuierungsabkommen mit Rebellen. Zugleich drängen Regierungstruppen die Aufständischen immer weiter zurück. Am 14. April verkündete die syrische Armee die vollständige Rückeroberung der ehemaligen Rebellenenklave Ost-Ghouta nahe Damaskus.

Zugleich bombardieren Regierungstruppen seit mehreren Tagen die letzten Bastionen der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Süden der Hauptstadt, wie das Palästinenserlager Yarmouk und das Viertel Hajar al-Aswad. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte verstärkten die Regierungstruppen den Druck auf die IS-Miliz, nachdem Verhandlungen über eine Evakuierung ihrer Kämpfer scheiterten.

Von: APA/ag.