Marine Le Pen mit mehr als 98 Prozent als Parteichefin bestätigt

Rechtspopulistin Le Pen bei Parteitag im Amt bestätigt

Sonntag, 04. Juli 2021 | 19:32 Uhr

Zehn Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat Parteichefin Marine Le Pen den rechtspopulistischen Rassemblement National (RN, Nationale Sammlungsbewegung) auf den Wahlkampf eingestimmt. Auf dem Parteitag in Perpignan rief sie die rund tausend Delegierten am Sonntag auf, bei der Wahl 2022 “den Sieg zu holen”. Zuvor war die 52-Jährige mit gut 98 Prozent der Stimmen für ihre vierte Amtszeit an der Parteispitze wiedergewählt worden. Gegenkandidaten gab es nicht.

“Marine – Präsidentin”, jubelten die Delegierten in Perpignan. Auf die herbe Wahlschlappe des RN bei den jüngsten Regionalwahlen ging Le Pen nicht ein. Stattdessen kritisierte sie “das immer schwerer werdende Joch” der EU und deren “Überschwemmungspakt” durch die Migration.

Le Pen steht seit 2011 an der Spitze des früheren Front National, der sich 2018 in Rassemblement National (RN) umbenannt hatte. Bei den Regionalwahlen im Juni war der RN trotz guter Umfragewerte leer ausgegangen und konnte keine einzige Region für sich entscheiden. Le Pens Partei büßte 30 Prozent ihrer Wähler ein.

Die Parteichefin geriet deshalb in Erklärungsnot. Die RN-Führung machte die niedrige Wahlbeteiligung für die Wahlschlappe verantwortlich. Doch einige Anhänger stellten auch Le Pens “Normalisierungs”-Strategie in Frage. Mit dieser Taktik ist die 52-Jährige seit Jahren bemüht, sich vom rechtsextremen Erbe ihres Vaters Jean-Marie Le Pen zu distanzieren und den RN als bürgerliche politische Kraft zu etablieren.

In ihrer Rede am Sonntag stellte die Parteichefin klar, dass sie an ihrem Kurs festhält: “Wir kehren nicht zum Front National zurück.” Sie wolle die Partei weiterhin “allen politischen Kräften öffnen”, bekräftigte Le Pen. “Wir machen keinen Rückzieher. Mit allem Respekt für unsere eigene Geschichte, wir kehren nicht zum Front National zurück”, sagte sie.

Die Partei habe sich “von einer politischen Unreife befreit, die mit nationalen Ambitionen wenig kompatibel” sei und die “nötigen Qualitäten einer Regierungspartei” erlangt, fügte Le Pen hinzu. Sie erinnerte zudem an die Wiederwahl Dutzender RN-Bürgermeister im vergangenen Jahr.

Zu Le Pens erstem Stellvertreter wurde beim Parteitag erneut der 25-jährige Jordan Bardella gewählt, der die 52-Jährige damit voraussichtlich ab September an der Spitze der Partei vertreten wird. Le Pen will ihr Amt während des Präsidentschaftswahlkampfes ruhen lassen.

Die Partei ist seit den 80er Jahren zu einer einflussreichen politischen Kraft geworden, konnte aber nie einen größeren Sieg einfahren – nicht zuletzt deshalb, weil die anderen Parteien sich gegen sie zusammenschlossen, wenn es darauf ankam. Bei der Präsidentschaftswahl 2017 schaffte Le Pen es in die zweite Wahlrunde, unterlag jedoch dem Liberalen Emmanuel Macron.

Laut Umfragen könnte Le Pen sich auch bei der nächsten Präsidentschaftswahl wieder für die zweite Runde qualifizieren und dort erneut auf Macron treffen. Doch diese Prognose gilt längst nicht mehr als ausgemachte Sache, denn auch Macrons Regierungspartei La République en Marche (LREM) schnitt bei den Regionalwahlen unerwartet schlecht ab. Macron hat sich zu einer möglichen Kandidatur noch nicht geäußert.

Ein starker Kandidat des konservativen Lagers könnte den beiden noch gefährlich werden. Der frühere Gesundheitsminister Xavier Bertrand hat seine Ambitionen auf eine Kandidatur bereits angekündigt. Allerdings sieht er sich im konservativen Lager mehreren Herausforderern im Ringen um die Kandidatur gegenüber.

Experten zufolge besteht die größte Herausforderung für den RN darin, die Politikverdrossenen an die Wahlurnen zu locken. “Sie gehen nicht mehr wählen, nur um auszudrücken, dass sie unzufrieden sind”, sagte der Soziologe Erwan Lecoeur dem Sender France Info. Und so warb Le Pen am Sonntag auch um die Stimmen der “Gelbwesten”, die 2018 und 2019 wochenlang gegen die Regierung demonstriert hatten.

Von: APA/AFP

Kommentare

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18 Kommentare auf "Rechtspopulistin Le Pen bei Parteitag im Amt bestätigt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
pingoballino1955
30 Tage 16 h

Diese RECHTE PEST braucht niemand in Europa:Le Pen,Meloni Salvini,Orban und Co. OUT!😡😡😡

Dagobert
Dagobert
Kinig
30 Tage 15 h

@Pingopallino

Gib i dir teilweise a Recht, obr a bissl an Konter brauchts onfoch! Weil gewisse Leit lossetn holb Afrika und holb Asien noch Europa!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
30 Tage 13 h

Gerade dieses rechte Wunder benötigt Europa, soll es Europa weiterhin geben.

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
30 Tage 12 h

@Dagobert stimmt, und de de versprochen hobn a Ordnung in des System eini zu bringen sein gewählt wordn und nochher hobn sie so arrogant bled getun, dass sie gor nix erreicht hobn. Doch an Sessl in der Politik das wars!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
30 Tage 11 h

Wenn wir sie nicht haben, werden wir Europa bald nicht mehr haben.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
30 Tage 10 h

Dagobert@

Es gibt nicht *a bissl* , geanusowenig ist man nur *a bissl* schwanger.

Man ist für sie oder gegen sie, oder man hat keine eigene Meinung dazu!

Ps. Ich bin eindeutig für sie!
Denn sonst breitet sich diese linke Weltfinanz Brut noch weiter aus!

DerTom
DerTom
Tratscher
30 Tage 10 h

und wos di linke von di Sowjets ongrichtet hot – i hoff de zeitn kemnen nie wieder – genau wie olles extreme

AnWin
AnWin
Superredner
30 Tage 9 h

….sie meinen vernuenftige Personen?

Spencer
Spencer
Grünschnabel
30 Tage 9 h

@PeterSchlemihl
des hobmse a iborn hitlor gsog.

ivo815
ivo815
Kinig
30 Tage 4 h

@PeterSchlemihl genau, dass die Rechten talentiert in solchen Dingen sind, haben sie bereits vor 80 Jahren bewiesen

Erwin
Erwin
Grünschnabel
30 Tage 11 h

Rechtspoulisten sind alle Diejenigen,die nicht mit den Machenschaften der jetzigen Politik einverstanden sind!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
30 Tage 7 h

Erwin @

… oder zumindest in diese Schublade hinen getan, Ja!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
30 Tage 5 h

…hinein…

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
30 Tage 4 h

Rechts-, Links-Populisten sind Retter vor dem “System”. Um selbst an die Futtertröge zu kommen.
Beschrieb Herr Orwell recht anschaulich in “Farm der Tiere”.

Offline
Offline
Kinig
29 Tage 9 h

@Hustinettenbaer..bravo 👏👏. Haben überraschend Viele 😉 gelesen….

Sun
Sun
Superredner
30 Tage 11 h

Extrem Rechte Parteien haben viel  Zulauf von Aluhutträgern, dies sollte uns zu denken geben.

heris
heris
Grünschnabel
30 Tage 13 h

Ein Hirtenhund unter diesen Schafen ist  in der EU ist dringend Notwendig.Europa Schläft schon seit einiger Zeit ???.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
30 Tage 11 h

Das ist ja fast so stimmig wie in Nord Korea, aber dort wird man mit weit über 100% wiedergewählt….. 😱😂🤔🤗

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