Kurz bei seinem Besuch in Singapur

Regierung arbeitet an digitalem Masterplan für Bildung

Freitag, 31. August 2018 | 15:12 Uhr

Auf der zweiten Station ihrer Asien-Reise, in Hongkong, haben Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Heinz Faßmann (beide ÖVP) ihre Pläne für einen digitalen Masterplan im Bildungsbereich vorgestellt. “Es ist unsere Aufgabe, die Schule für das 21. Jahrhundert fit zu machen”, sagte Kurz am Freitag vor österreichischen Journalisten.

Mit Aus- und Weiterbildung der Lehrenden, Schaffung der entsprechenden IT-Infrastruktur und dem Erwerb von Endgeräten sowie der Bereitstellung adäquater Inhalte und Software solle im Bildungsbereich der Einstieg ins digitale Zeitalter gelingen, sagte Faßmann. Die Bundesregierung arbeite seit rund einem halben Jahr daran, spätestens bis Jahresende soll der Masterplan stehen und die Umsetzung werde dann in der ganzen restlichen Legislaturperiode erfolgen.

Am wichtigsten ist für Faßmann die Schaffung digitaler Kompetenz bei den Lehrenden, denn ohne motivierte Lehrende nütze auch ein Masterplan nichts. Weiters müsse die notwendige Infrastruktur in Form von schnellem Internet in Schulen und zu Hause bei den Schülern, sowie entsprechende Endgeräte wie Tablets und Laptops bereitgestellt werden. Und schließlich müssten die Inhalte digitalisiert werden: Neben Lehr- und Lernsoftware gehe es auch um algorithmisches Denken und Wissen über Softwareentwicklung. In dem Zusammenhang müsse man auch die Lehrpläne anschauen, einiges streichen und anderes neu hinzufügen. Durch das digitale Lernen eröffneten sich auch Möglichkeiten einer neuen Pädagogik, etwa mit Individualisierung durch Lernsoftware, selbstbestimmtem Lernen und Teamarbeit für Projekte, die über die traditionelle Fächerkultur hinausreichen.

Auf die Frage nach den Kosten verwies der Bundeskanzler darauf, dass der Finanzminister natürlich informiert sei. Am aufwendigsten sei die Schaffung der Netzanbindung, die Ausstattung der Klassen – Stichwort “digitales Klassenzimmer” – koste zwar auch Geld, aber weniger. Bei den Endgeräten für Schüler gebe es verschiedene Möglichkeiten und Modelle, mit und ohne Einbindung der Eltern. Wichtig sei jedenfalls ein einheitlicher Beschaffungsvorgang, damit es nicht unterschiedliche Geräte gebe und damit ein Chaos für die Lehrer.

Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) zeigte sich zuversichtlich, den Ausbau des schnellen Internets voranzutreiben. “Unser Ziel ist es, bis 2020 die 100 MBit pro Sekunde flächendeckend zur Verfügung stellen zu können”, sagte er. Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer will den Masterplan unterstützen. Die WKÖ stelle ihre Bildungsstrategie im vierten Quartal vor. Die duale Ausbildung sei keine Ausbildung zweiter Klasse, sondern solle die besten Köpfe anziehen. Dafür müsse sie adäquat weiterentwickelt und mit neuem Image versehen werden.

In Singapur und in Hongkong steht der Besuch von Bildungseinrichtungen auf dem Programm der österreichischen Regierungsmitglieder, um den Umgang mit den Herausforderungen der Digitalisierung zu untersuchen. Heute wurde die Canadian International School, eine Privatschule, besucht, morgen wird eine öffentliche Schule angeschaut.

Von: apa