Machtkampf zwischen Opposition und Militär

Regierung im Sudan geht nach Generalstreik auf Opposition zu

Sonntag, 09. Juni 2019 | 22:09 Uhr

Im Sudan kommt knapp eine Woche nach dem Sturm auf ein Protestlager Bewegung in den Konflikt zwischen Militärregierung und Opposition. Nachdem ein Generalstreik am Sonntag zu Beginn der Arbeitswoche das öffentliche Leben in der Hauptstadt Khartum weitgehend lahmlegte, signalisierte die Militärregierung Verhandlungsbereitschaft.

Die Militärregierung sei zur Wiederaufnahme von Gesprächen mit der Oppositionsallianz DFCF bereit, sagte ein Sprecher des Militärrats. Er hoffe, dass die DFCF keine Vorbedingungen stelle. Der Rat sei aber bereit, sich die Forderungen anzuhören. Die Verhandlungen waren nach dem Sturm auf das Protestlager am Montag abgebrochen worden.

Der Einsatz war der schwerste Gewaltausbruch seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Bashir im April und hatte den Konflikt zwischen Militärregierung und Opposition deutlich verschärft. Die Opposition fordert eine Zivilregierung und erhält dabei Unterstützung von der Afrikanischen Union. Im Verlauf der Woche versuchten die Demonstranten Straßensperren zu errichten, um ihrem Widerstand gegen die Militärführung Nachdruck zu verleihen.

Am Sonntag wurde an einer solchen Straßensperre unweit Khartums ein 20-Jähriger erschossen, wie Ärzte aufseiten der Opposition in denn sozialen Medien mitteilten. Die Mediziner machten Sicherheitskräfte für seinen Tod verantwortlich. Von den Einsatzkräften gab es zunächst keine Stellungnahme dazu. Während des Generalstreiks herrschte eine gespannte Lage in Khartum, wo Sicherheitskräfte Demonstrationen mit Tränengas und Schüssen in die Luft auflösten.

Von: APA/dpa