Hartinger-Klein hält Mystery Shopping für wenig vertrauensbildend

Regierung will Mystery Shopping in Arztpraxen abschaffen

Mittwoch, 09. Mai 2018 | 16:14 Uhr

Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) will das Mystery Shopping in Arztpraxen, das ist die seit 2016 erlaubte Kontrolle durch verdeckte Ermittler der Sozialversicherung, wieder abschaffen. Das sei “nicht vertrauensbildend zwischen Vertragspartnern”, kündigte Hartinger-Klein in der “Ärzte Krone” an. Mit Erleichterung reagiert die Österreichische Ärztekammer.

“Vertrauen darf nicht missbraucht werden. Es gibt andere Möglichkeiten zur Kontrolle, um schwarze Schafe zu finden”, so die Ministerin. Von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) bekam sie dafür auf Facebook Applaus. Strache gibt dort auch zu, dass man damit “eine Forderung der Ärzteschaft umsetzen” will. “Gut so! Bravo, Frau Bundesminister!”, schreibt der FPÖ-Chef. Die Ärzteschaft hatte von Beginn an gegen das Mystery Shopping in Arztpraxen protestiert.

Die entsprechenden Mystery-Shopping-Richtlinien sind erst seit dem Vorjahr bundesweit in Kraft. Die Krankenkasse schicken verdeckten Kontrollore, die etwa gegen das leichtfertige Ausstellung von Krankschreibungen vorgehen sollen. Ziel ist es, Sozialbetrug durch nicht gerechtfertigte Krankenstände oder Missbrauch von E-Cards zu verhindern. Aber auch die Verkürzung von Wartezeiten, Abrechnungsbetrug und das ungerechtfertigte Ausstellen von Zuweisungen, Rezepten, Verordnungen und anderem durch Ordinationshilfen sollen geprüft werden. Kontrolliert werden niedergelassene Ärzte, Spitäler, Apotheken, Hausapotheken und alle anderen Vertragspartner der Kassen.

In den Apotheken sollen die Prüfer der Frage nachgehen, ob die Arzneimittel wie vom Arzt verschrieben abgegeben werden beziehungsweise ob mit diesem Rücksprache gehalten wird. Und nicht zuletzt, ob die Patienten auch entsprechend beraten werden, wenn ihnen ein Arzneimittel ausgehändigt wird.

Von: apa