Karen Handel liegt vorne

Republikaner verteidigen umkämpfte Kongress-Sitze

Mittwoch, 21. Juni 2017 | 12:09 Uhr

Die Republikaner haben zwei Nachwahlen zum US-Kongress in den Staaten Georgia und South Carolina gewonnen und den oppositionellen Demokraten damit einen schweren Schlag versetzt. In Georgia gewann am Dienstag die republikanische Kandidatin Karen Handel, in South Carolina der Republikaner Ralph Norman.

Bei den Nachwahlen waren zwei zuvor schon von Republikanern besetzte Sitze im Repräsentantenhaus neu zu besetzen, nachdem die bisherigen Mandatsträger in die Regierung berufen worden waren. Sie galten als wichtiger Stimmungstest für den affärengeplagten republikanischen Präsidenten Donald Trump.

In Georgia setzte sich Handel in einem traditionell republikanisch geprägten Vorort der Großstadt Atlanta gegen den Demokraten Jon Ossoff durch. US-Medien zufolge lag sie nach Auszählung fast aller Stimmen mit 52,6 Prozent fünf Prozentpunkte vor Ossoff. In South Carolina setzte sich Norman knapp mit 51 Prozent durch, der demokratische Herausforderer kam auf 48 Prozent.

Am Kräfteverhältnis in dem von den Republikanern dominierten Kongress ändert sich somit nichts. Die Siege der republikanischen Kandidaten zeigen aber, dass die Ernüchterung über die Präsidentschaft Trumps, dessen Zustimmungswerte einer Reuters-Umfrage zufolge nur bei 37 Prozent liegen, nicht so groß ist wie die Demokraten gehofft hatten. Die Demokraten rechneten sich daher vor allem in Georgia gute Chancen aus, mit dem Polit-Neuling Ossoff den Republikanern in einem von ihnen seit den 1970er Jahren dominierten Bezirk eine empfindliche Niederlage beizubringen.

In das Rennen in Georgia sollen beide Lager zusammen mindestens 57 Millionen Dollar gepumpt haben – mehr als das Doppelte dessen, was die bisher teuerste Wahl um einen Sitz im Kongress gekostet hat. Für die Republikaner ist das Ergebnis somit eine große Erleichterung: Sie waren angesichts der Skandale um Trump vor allem besorgt, ob sie den Sitz in Georgia halten konnten.

Trump, der öffentlich zur Wahl von Handel aufgefordert hatte, gratulierte seiner Parteikollegin im Online-Dienst Twitter: “Gratulationen an Karen Handel zu ihrem großen Sieg”, twitterte der Präsident. “Fantastische Arbeit, wir sind alle stolz auf Dich”, schrieb Trump. Als Seitenhieb auf die Demokraten schrieb er: “All die Fake News, all das ausgegebene Geld = 0”.

Die Vorsitzende des Nationalkomitees von Trumps Republikanern, Ronna McDaniel, wertete den Ausgang der Nachwahl als Bestätigung für Trumps Politik. “Heute haben die Menschen in Georgia nicht nur überwältigend für Karen gestimmt, sondern auch für die Agenda von Präsident Trump”, erklärte sie.

Die Demokraten hatten auch bei früheren Nachwahlen in den Staaten Kansas und Montana Niederlagen einstecken müssen. Sie hatten alle dieser Urnengänge zum Referendum über Trumps Präsidentschaft erklärt. Im November 2018 finden die allgemeinen Kongresswahlen (Midterm Elections) statt.

Ossoff sagte nach seiner Niederlage in Georgia, es sei “nicht der Ausgang, den sich viele von uns erhofft haben”. Es sei aber “der Beginn von etwas, das viel größer ist als wir”, sagte er vor seinen Anhängern offenbar mit Blick auf die Kongresswahlen im kommenden Jahr. Seine Partei werde “kämpfen”, kündigte er an.

Andere demokratische Abgeordnete nannten Ossoffs Niederlage einen “Weckruf für die Demokraten”. Die Partei könne nicht so weitermachen wie bisher, twitterte der Kongressabgeordnete Seth Moulton. “Wir brauchen eine vollkommen neue Botschaft”, forderte er. Die Demokraten warten seit Hillary Clintons Niederlage gegen Trump weiter auf einen zählbaren Erfolg.

Von: APA/ag.

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1 Kommentar auf "Republikaner verteidigen umkämpfte Kongress-Sitze"


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zombie1969
zombie1969
Superredner
1 Monat 1 Tag

Für alle, die hofften das D. Trump verschwindet, wenn sie die Augen ganz fest zumachen:
Es wird kein Impeachment geben, weil die Wirtschaft unter D. Trump gut laufen wird und die Amerikaner werden ihn deshalb wieder wählen. Es wäre durchaus möglich dass D. Trump versuchen wird die Verfassung zu ändern, damit er ein drittes Mal gewählt werden kann. Und wenn er das nicht schafft, dann wird eben sein Schwiegersohn oder so demnächst Präsident. Oder seine Tochter.

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