Protestauftakt gegen den G-20-Gipfel

Rund 10.000 Menschen bei Anti-G-20-Demo in Hamburg

Sonntag, 02. Juli 2017 | 21:37 Uhr

Mehrere tausend Menschen haben sich am Sonntag in der Hamburger Innenstadt zu einer ersten größeren Demonstration gegen den bevorstehenden G-20-Gipfel versammelt. Bei der von Gewerkschaften, Umweltorganisationen und anderen Initiativen organisierten Veranstaltung unter dem Motto “G20 Protestwelle” forderten sie unter anderem mehr Engagement für den Klimaschutz und eine gerechtere Globalisierung.

Nach Polizeiangaben kamen etwa 10.000 Demonstranten zusammen. Die Veranstaltung verlief einem Sprecher zufolge zunächst “völlig friedlich”.

Während der Auftaktkundgebung auf dem Rathausmarkt forderten Vertreter der Organisatoren einen grundsätzlichen Politikwechsel im globalen Maßstab. “Es braucht eine gerechte Verteilung in Deutschland und weltweit”, sagte Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Die Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland, Sweelin Heuss, forderte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, beim G-20-Gipfel am Freitag und Samstag einen nationalen Kohleausstieg zu verkünden. Deutschland werde seine Klimaziele sonst “krachend verfehlen”.

Unter den Teilnehmern waren zahlreiche Familien mit Kindern, Jugendliche sowie ältere Menschen. Viele trugen Fahnen und Transparente mit Aufschriften wie “Democracy now” (Demokratie jetzt), “Global umfairteilen”, oder “Kohle stoppen”. Nach der Auftaktkundgebung machten sich die Teilnehmer auf den Weg zu einem Protestmarsch durch die Hamburger Innenstadt.

Zu der Protestveranstaltung gehörte auch eine Bootsdemo auf der Binnenalster. Aufgerufen zu dem Marsch hatten der DGB, Greenpeace, WWF, Nabu, Campact, Oxfam und diverse andere Organisationen.

Die deutsche Bundesregierung hat unterdessen gewalttätigen Gegnern des G20-Gipfels mit einem harten Durchgreifen der Sicherheitskräfte gedroht. “Die Linie ist klar: friedlicher Protest ja, gewalttätiger Protest nein”, sagte Innenminister Thomas de Maiziere der “Bild am Sonntag”. Gewalt, egal von wem, müsse von Anfang an im Keim erstickt werden.

Justizminister Heiko Maas warnte militante Gipfel-Gegner vor strafrechtlichen Konsequenzen. Wer glaube, den G-20-Gipfel mit Krawallen und Gewalt begleiten zu müssen, der habe jedes Demonstrationsrecht verwirkt, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland. “Wenn Autoreifen in Brand gesteckt oder Polizisten verletzt werden, sind das Straftaten.” Dafür gebe es “keinerlei Rechtfertigung und das wird sehr konsequent verfolgt werden”.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz