Nach einem Angriff auf die ukrainische Stadt Druschkiwka

Russische Armee nimmt laut Ukraine Gebiet Donezk ins Visier

Samstag, 09. Juli 2022 | 16:03 Uhr

Die russische Armee nimmt nach der Einnahme des Gebiets Luhansk nach ukrainischen Angaben nun von dort aus zunehmend die Region Donezk ins Visier. Die Besatzer führten Angriffe von Lyssytschansk aus in Richtung Westen, sagte der ukrainische Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, am Samstag. “Wir geben uns Mühe, die bewaffneten Gruppierungen der Russen auf ganzer Linie aufzuhalten.”

Allerdings greifen sie Hajdaj zufolge von mehreren Seiten an und versuchen, tief in das benachbarte Gebiet vorzudringen. Sie erzeugen demnach eine “echte Hölle” durch Raketenangriffe und Artilleriebeschuss. Die ukrainischen Streitkräfte leisteten aber tapfer Widerstand, sagte Hajdaj.

Russland dürfte als nächstes im Gebiet Donezk die größeren Städte Slowjansk und Kramatorsk im Blick haben. Es ist erklärtes Ziel Moskaus, die Region komplett der ukrainischen Kontrolle zu entreißen. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in Kiew gab es auch in anderen Teilen des Landes Beschuss, darunter in den Gebieten Charkiw und Tschernihiw. Dabei sei auch zivile Infrastruktur getroffen worden.

Immer wieder seien Angriffe des Feindes zurückgeschlagen worden, hieß es. Ukrainische Luft-, Raketen- und Artillerieeinheiten feuerten auf Ansammlungen russischer Truppen und auf Munitionslager. “Der Feind hat erhebliche Verluste”, teilte der Generalstab in Kiew mit.

Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau bei massiven Angriffen im Osten der Ukraine einmal mehr auch westliche Waffen vernichtet. In der Nähe der Ortschaft Tschassiw Jar im Gebiet Donezk sei ein Hangar mit von den USA gelieferten M777-Haubitzen zerstört worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Samstag in Moskau. Demnach wurden dort auch zahlreiche ukrainische Soldaten getötet. Von unabhängiger Seite überprüfbar waren diese Angaben nicht.

Auch im Gebiet Mykolajiw im Süden des Landes, in der Region Dnipropetrowsk um die Millionenstadt Dnipro sowie anderen Teilen des Landes seien bei Artillerie- und Raketenangriffen Dutzende ukrainische Soldaten getötet sowie Militärtechnik und teils Munitionslager zerstört worden, sagte Konaschenkow. Er zeigte ein Video von Kampfeinsätzen sowie mit Landkarten zu den Stoßrichtungen der russischen Streitkräfte. Auch ausländische Kämpfer seien getötet worden. Im Gebiet Mykolajiw hätten die Luftstreitkräfte auch zwei ukrainische Kampfjets vom Typ Suchoi Su-25 abgeschossen. Zudem habe die russische Luftabwehr innerhalb von 24 Stunden erneut 15 Kampfdrohnen vom Himmel geholt.

Großbritannien hat indes ein neues Programm zur militärischen Ausbildung tausender Ukrainer für den Krieg gegen Russland gestartet. Eine erste Gruppe von insgesamt bis zu 10.000 unerfahrenen Freiwilligen aus der Ukraine habe nun erste Übungen absolviert, teilte das britische Verteidigungsministerium am Samstag mit. Das mehrwöchige Militärtraining basiert auf der britischen Grundausbildung für Soldaten und umfasst den Umgang mit Waffen, erste Hilfe auf dem Schlachtfeld, militärische Taktik und Kriegsrecht. Mehr als tausend Briten beteiligen sich in den kommenden Monaten an der auf verschiedenen Militärstützpunkten in England stattfindenden Ausbildung.

“Das ehrgeizige neue Ausbildungsprogramm markiert die nächste Phase britischer Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte in ihrem Kampf gegen die russische Aggression”, erklärte Verteidigungsminister Ben Wallace. Im Zuge der “Operation Orbital” hatte Großbritannien bereits nach der russischen Annexion der Krim zwischen 2015 und 2022 rund 22.000 ukrainische Soldaten ausgebildet. Zudem stellte das Land der Ukraine Militärhilfen im Wert von 2,3 Milliarden Pfund (2,7 Milliarden Dollar) bereit, darunter mehr als 5000 Panzerabwehrwaffen und Mehrfachraketen-Systeme.

Die USA wollen die Ukraine mit weiteren Waffenlieferungen im Wert von rund 400 Millionen US-Dollar (393,58 Mio. Euro) unterstützen. Zu dem neuen Paket gehören vier Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars, 1.000 hochpräzise 155-Millimeter-Artilleriegeschoße, Radargeräte zur Artillerieaufklärung und Ersatzteile, wie eine hochrangige Vertreterin des US-Verteidigungsministeriums am Freitag sagte. Mit den neuen US-Raketenwerfern verfügen die ukrainischen Streitkräfte dann über zwölf Himars-Systeme. Angaben des russischen Militärs, zwei Exemplare zerstört zu haben, wies die Pentagon-Vertreterin zurück. Alle an die Ukraine gelieferten Himars seien weiterhin im Einsatz. Bisher haben die USA der Ukraine seit Kriegsbeginn damit nach eigenen Angaben Waffen und Ausrüstung im Wert von 7,3 Milliarden US-Dollar zugesagt oder bereits geliefert.

Von: APA/dpa/AFP

Kommentare

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27 Kommentare auf "Russische Armee nimmt laut Ukraine Gebiet Donezk ins Visier"


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buggler2
buggler2
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Schon eigenartig dass mit den ganzen modernen Waffenlieferungen die Ukraine nicht Ihr Land halten kann und Russland weiterhin vorrückt langsam kommt mir vor etwas stimmt da nicht, wenn das so weiter geht dann ist die Ukraine verloren und der westen wirtschaftlich am Ende

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag

Bis jetzt halten die UkrainerInnen ordentlich gegen. Gerade die russische Armee hat arge Schwierigkeiten. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit sind Geländegewinne mager. Seit die UkrainerInnen besser unterstützt werden, hat sich wiederum der russische Vormarsch verlangsamt. Die Sanktionen greifen gewaltig die russische Rüstungsindustrie an. Inzwischen sollen russische Firmen unter die Kontrolle des Kremls kommen – per Gesetz – um die marode Rüstungsindustrie zu unterstützen. Also: es sieht deutlich schlechter für Russlands Wirtschaft und Kriegsarmee aus, als für die Unterstützer der Ukraine. Den Teufel an die Wand malen bringt nichts. Der ist im Kreml zu finden – leibhaftig!

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
1 Monat 1 Tag

Philingus @wie sagte der amerikanische Präsident ” bis zum letzten Ukrainer” .
Wenn sie von Teufel schreiben,benutzen sie doch die Mehrzahl.
Der Propagandamaschinerie der Kriegstreiber ist es gelungen Menschen wie ihnen die Unausweichlichkeit mit Waffengewalt zu agieren gelungen.
Versetzen sie sich doch Mal in die Situation aller Betroffenen, wenn sie selber oder ihre Lieben von den tollen West oder Ostwaffen zerfetzt würden.

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag
@Supergscheider Ach, mein guater „Supergscheider“: das ist doch eine Luftnummer. Die geheuchelte Empathie mit den „Betroffenen“ ist doch bei Betrachtung der Ursache des Übels, nämlich der Beginn des Krieges durch die aggressive Politik Putins, ins Leere laufend. Verbleibend bei den Tatsachen – gerade nach den jüngsten Äußerungen Putins – ist die Bedrohung – auch unserer westlichen Werte und Freiheit – durch Russland aktueller denn je. Richten wir doch allein den Blick auf den Staat, der als nächster Nachbar dran glauben muss: die Ukraine. Dann wissen wir was uns blühen kann, wenn der Wahnsinnige im Kreml nicht gestoppt wird. Lieber ein… Weiterlesen »
S.d.s.S.
S.d.s.S.
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

@Philingus Emphatie heucheln tean do foscht olle, wenn dr ami irgendwo militärinsätze mocht wo im laufe dieser x-tausende zivilisten sterben interessierts koan mensch. zudem wars a mol interessan zu wissen wos die ukraine fo 2014 bis forn krieg gegen die volksrepubliken toun hot🤔

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@buggler2 Genau so sieht es aus. Wer blind den Verlautbarungen glaubt, ist blind.

Wer in den Nachrichten unbefangen die Berichte vom 9. Mai in Moskau angeschaut hat, hat auch eine ungefähre Vorstellung, wie groß die russische Armee tatsächlich ist oder sein könnte und daß bislang wohl nur ein Bruchteil eingesetzt wurde.

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@Supergscheider Genau, und man fragt sich, wer den Wiederaufbau der Ukraine durchführen soll, wenn alle Männer von jung bis alt verheizt wurden.

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@S.d.s.S. Gutes Argument, aber das wollen einseitig “denkende” Leute wie Philingus nicht hören, was die Engel von jenseits des Atlantik so angerichtet haben.

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag

@S.d.s.S. Doch, auch das interessiert. Und: jetzt ist die beste Gelegenheit zu zeigen, dass einem wirklich das Wohlergehen und die Unversehrtheit anderer Menschen am Herzen liegt. Wenn einem natürlich nichts Besseres einfällt als zu schreiben „die Amis haben aber auch“, wird sich auch keine Änderung ergeben. Ich betone deshalb immer wieder: der Blick muss jetzt auf die Ukraine gerichtet sein. Dort brennt es und es ist unerheblich, ob die Erich, Heinz oder Sepp den Brand entfacht haben. Es gilt zu löschen. Auch wenn’s dem Erich, Heinz oder Sepp nicht passt. In diesem Fall heißt er Vladimir!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

@Philingus Wer malt hier denn täglich den Teufel an die Wand? Schwärzer als schwarz, nur und ausschließlich im Kreml und bügelt jede Kritik am Westen mit einer dermassen einseitigen Sichtweise nieder, dass einem schlecht wird!?
Wird dir eigentlich die Green Card bald geschenkt oder hast du sie schon?

Orch-idee
Orch-idee
Superredner
1 Monat 1 Tag

@buggler2… Man muss auch sehen, ob diese Waffen auch wirklich da ankommen und nicht in falschen Händen 🤔

Orch-idee
Orch-idee
Superredner
1 Monat 1 Tag

@philingus… Träum weiter🤗

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Orch-idee Ja, davon das auch sie endlich erkennen, dass es sich lohnt seine Freiheit und die Freiheit anderer Menschen zu verteidigen (in diesem Fall gegen den Kriegs-Wahnsinn aus dem Kreml), damit Diktatur und Willkür nicht siegen. Und: manchmal werden Träume wahr …

Orch-idee
Orch-idee
Superredner
1 Monat 1 Tag

@philingus… Ich gönne jeden die Freiheit.. Aber auch die EU hat seine Fehler gemacht… Und zwar wenn sie russische Sportler, Musiker, Tänzer… von Sport- Veranstaltungen ausgeschlossen hat, obwohl sie gar keine Schuld haben/hatten…
Freiheit ist auch mit Gerechtigkeit verbunden in diesem Fall.. 😉

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

@Philingus Also erkrnnst du an, dass die USA Kriege, die zwar nicht so grausam geführt wurden aber trotzdem nicht gerechtfertigt waren? 10 Jahre später können sie dann beweisen, dass sie dennoch auf der guten Seite sind?
Gestehst du dann in 10 Jahren das selbe auch den Russen zu?
Bestimmt NICHT! Du stehst für Spaltung und diese steht für noch mehr mögliche Kriege!
Wenn Politiker so dumm wären, würden wir noch im Mittelalter leben!

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Frank Was sie bisher an Stellungnahmen zum Angriffskrieg Russlands abgeliefert haben, kann nicht als einseitig definiert werden. Es ist einfältig, denn sie reiten auf dem „,Alles halb so wild“-Gaul, was nichts anderes heißt, dass die Ukraine kapitulieren soll. Eine armselige perfide Form der Gutheißung russischer imperialistischer Kriege! Es interessiert einen Dreck, wie es den UkrainerInnen ergeht. Hauptsache, sie dürfen als Sklaven die Zerstörung durch Russland für Russland wieder in Ordnung bringen. Menschenverachtend!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Schade um das Geld. Früher oder später wird die Ukraine russisch sein. Mit der Summe könnte vielen Hungernden geholfen werden.

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 2 Tage

Sie stellen Geld über ein Leben in Freiheit? Nur zu. Ab nach Russland! Sollten ihnen bei einer Anreise über die Ukraine eventuell Mordopfer, Vergewaltigungsopfer und Folteropfer der russischen Befreiungsarmee begegnen: einfach (wie bei ihnen üblich) darüber hinweg sehen. Wird scho, gelt?

NaSellSchunSell
NaSellSchunSell
Tratscher
1 Monat 2 Tage

kann mir nicht helfen, aber trotz meiner Sympathien für die Ukraine glaube ich auch, dass letztendlich Russland seine Ziele erreicht. Dann geht’s dem Westen wie in Afghanistan: außer Spesen nix gewesen.

honga
honga
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Genau. In diesem Zuge können wir dann auch in Südtirol die deutsche Sprache abschaffen. Diese Bürokratie und der Aufwand alles zwei- und dreisprachig zu machen kostet viel Geld. Alles auf Italienisch wär viel einfacher. Den Hungernden zuliebe.

Kingu
Kingu
Superredner
1 Monat 1 Tag

Sonst werden hier immer andere Töne gespuckt, könnte man nun auch sagen, in 50 Jahre sind auch die Ukrainer zu Russen geworden. Im Gegensatz zu der ehemalige Situation nach dem 2. Weltkrieg ist russisch und ukrainisch fast identisch, Sprachprobleme wird es zynisch gesagt keine geben.

Sigo70
Sigo70
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Kingu im Osten der Ukraine spricht man zum Großteil russisch. Ein eingeführtes Sprachengesetz sollte dem endgegenwirken.

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@honga Alles in deutscher Sprache. Wenn schon.

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag
@PeterSchlemihl Genau das ist es, was mir gegen den Strich geht. Milliarden bzw. Alles für die Ukraine und alle Anderen, die dringend Hilfe brauchen würden, bleiben auf der Strecke. Die Hungersnot in Afrika z.B. hat nicht mit dem Krieg in der Ukraine begonnen, sondern lange vorher. Das weiß Jeder, der Nachrichten interessiert verfolgt und sich nicht nur sensationslüstern jede “Meldung” aus Kiew reinzieht. Bezeichnend ist, daß Leute, die sonst AfD wählen und jede Gelegenheit zur Hetze gegen Flüchtlinge aus allen möglichen Kriegs-/Krisengebieten nutzen, plötzlich ihre Hilfsbereitschaft für die Ukraine betonen. Die sind ja in guter Gesellschaft, aber zumindest den Hetzer… Weiterlesen »
Zussra
Zussra
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

@Philingus Jo moansch di Ukraina san di bessan! Di sebbm tien gleich wi di Russn! Oanzigo Untoschied, daß do Russe mitn Krieg unkep hot!!! Und nö epas: di Russn hobm ihnana Woffn selbo, di Ukraina schnoasnse von Westen!

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 2 Tage

Jetzt wird es wirklich zeit mit den Waffenlieferungen, die Ukraine wird immer kleiner und das Leid größer

SilviaG
SilviaG
Superredner
1 Monat 1 Tag

Das Niveau der Diskussionen steigt jedes Mal, wenn ein gewisser Mensch nichts schreibt

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