Zerstörungen in Südukraine enorm

Russische Armeekarte zeigt Gebietsverluste in Region Cherson

Dienstag, 04. Oktober 2022 | 19:36 Uhr

Die russischen Streitkräfte, die die ukrainische Schwarzmeerregion Cherson im Süden besetzen, haben in den vergangenen Tagen offenbar schwere Gebietsverluste erlitten. Dies geht aus am Dienstag vom Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichten Karten hervor. Die in der täglichen Militärbesprechung enthaltenen Karten zeigen, dass die russischen Streitkräfte nicht mehr die Kontrolle über das Dorf Dudschany am Westufer des Dnjepr haben.

In der nordöstlichen Region Charkiw zeigten Karten des Verteidigungsministeriums, dass die russischen Streitkräfte ihre Stellungen am Westufer des Flusses Oskil verlassen haben. Dort hatte es eine Gegenoffensive der ukrainischen Armee gegeben.

Die russische Armee hat noch keinen Rückzug angekündigt und sich auch nicht zu dem auf den Karten sichtbaren Rückzug geäußert. Bereits am 11. September hatten Bilder von Militärkarten in einem Briefing der russischen Armee das Ausmaß des russischen Rückzugs in der Region Charkiw bestätigt.

Am Dienstag stimmte auch das russische Oberhaus für die Annexion der vier besetzten Gebiete in der Ukraine. Dem einstimmigen Beschluss des Föderationsrats zufolge sollen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson – etwa 18 Prozent des international anerkannten ukrainischen Staatsgebiets – der Russischen Föderation angehören. Die Vorlage geht jetzt zurück an Präsident Wladimir Putin, nach dessen Unterschrift ist sie in Kraft.

Das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte befürchtet eine Verschlechterung der Lage der Menschen in den annektierten Gebieten. Durch die “angebliche Annexion” trage der Kreml dazu bei, den Konflikt zu verschärfen und die “damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen zu verschlimmern”, erklärte UNO-Vertreter Christian Salazar Volkmann am Dienstag in Genf bei der Vorstellung eines Berichts über die Lage in der Ukraine. Bereits jetzt lägen dem Hochkommissariat Beweise für eine “Reihe von Verletzungen des Rechts auf Leben, Freiheit und Sicherheit” in der Ukraine vor.

Die Annexion trenne “willkürlich” Familien und habe “konkrete Auswirkungen” auf die Menschenrechte “auf beiden Seiten der neu gezeichneten Grenzen”. Durch den Anschluss besetzter Gebiete an Russland würden zudem die Meinungs- und Religionsfreiheit gefährdet und der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Arbeitsmarkt und sozialen Diensten eingeschränkt.

Der nun vorgestellte Bericht des UNO-Hochkommissariats ist der 34. über die Lage in dem kriegsgebeutelten Land. Er beschäftigt sich mit dem Zeitraum vom 1. Februar bis 31. Juli und somit vor allem mit den ersten Monaten des am 24. Februar begonnenen russischen Angriffskriegs. In dessen Folge hätten die Menschen in der Ukraine “unsägliches Leid und Zerstörung” erlitten, erklärte Salazar Volkmann. Die Menschenrechtslage sei infolge des “groß angelegten russischen Angriffs” in der ganzen Ukraine “katastrophal”.

Es gebe “verstörende Berichte” über Menschenrechtsverletzungen gegen inhaftierte Zivilisten und Kriegsgefangene. Die Fälle zweier zu Tode gefolterter ukrainischer Soldaten seien dokumentiert, so Salazar Volkmann weiter. Gezielte Verschleppungen und willkürliche Festnahmen seien in von russischen und pro-russischen Kräften kontrollierten Gebieten inzwischen “weit verbreitet”, ergänzte er.

Von: APA/AFP/Reuters

Kommentare

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3 Kommentare auf "Russische Armeekarte zeigt Gebietsverluste in Region Cherson"


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Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 27 Tage

…unglaublich…hätte ich nie gedacht…
🤪

Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 27 Tage

Vo de ja nicker Pappnasen do im Bild, zählt die Stimme gleich viel wie a Fluignfurz!

magari
magari
Superredner
1 Monat 26 Tage

“vo de ja nicker” ist das holländisch? Und welches Bild meinen Sie?

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