Zerstörungen in Saporischschja

Russische Rakete trifft annektiertes Saporischschja

Donnerstag, 06. Oktober 2022 | 15:27 Uhr

Russland bombardiert auch nach der vom Westen nicht akzeptierten Annexion von vier ukrainischen Regionen Gebiete, die nach Ansicht der Regierung in Moskau jetzt eigenes Staatsgebiet ist. Am Donnerstag schlug nach Angaben des Regionalgouverneurs eine russische Rakete in der Stadt Saporischschja in ein Wohnhaus ein. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet worden. Im Gebiet Donezk meldete Moskau nach Wochen des Rückzugs die Einnahme einer Siedlung.

Unter den Trümmern des Wohnhauses wurden noch mehrere Verschüttete vermutet. Der Vorfall ist Ausdruck der Schlagkraft, die die russischen Streitkräfte vor allem mit Raketenangriffen nach wie vor haben, obwohl sie auf dem Schlachtfeld nach ukrainischer Darstellung weiterhin Rückschläge hinzunehmen haben.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkows, sagte am Donnerstag, dass die Siedlung Sajzewe in Donezk eingenommen worden sei. Mehr als 120 ukrainische Soldaten seien dabei getötet worden. Die Ukraine hat bis zum frühen Nachmittag den Verlust von Sajzewe nicht bestätigt. Die russische Armee stand zuletzt im eigenen Land erheblich in der Kritik, weil die Ukraine bei ihrer Gegenoffensive größere Geländegewinne erzielt und die Besatzer zurückgedrängt hatte. Konaschenkow sagte weiter, dass ukrainische Soldaten mehrmals zurückgedrängt worden seien, als sie die Verteidigungslinie im Norden der Region Cherson durchbrechen wollten.

Erst in der Nacht auf Donnerstag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet, dass Kiew bei der Rückeroberung besetzter Gebiete weiter vorankomme. Nachdem sich die russischen Streitkräfte von den Frontlinien im Süden und Osten zurückgezogen hätten, hätten ukrainische Truppen Nowowoskresenske, Nowohryhoriwka und Petropawliwka nordöstlich der Stadt Cherson befreit, sagte Selenskyj in der Nacht auf Donnerstag in seiner täglichen Video-Ansprache.

Die Ukraine werde sich nicht von der nuklearen Bedrohungen durch Russlands Präsident Wladimir Putin einschüchtern lassen. Russland habe bereits verloren. “Die Ukrainer wissen, wofür sie kämpfen. Und immer mehr Bürger Russlands erkennen, dass sie sterben müssen, nur weil eine Person den Krieg nicht beenden will”, sagte er in Anspielung auf Putin.

Er und seine hochrangigen Militärbeamten hätten sich getroffen, um über die Rückgewinnung aller von Russland besetzten Gebiete zu diskutieren, fügte Selenskyj hinzu. Das ukrainische Militär im Süden teilte mit, seine Streitkräfte hätten mindestens 58 russische Kämpfer getötet sowie neun Panzer, 17 gepanzerte Fahrzeuge und vier Haubitzen zerstört. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht unmittelbar überprüfen.

Großbritannien sieht die Invasoren indes im Kampf um die Südukraine in einem strategischen Dilemma. Eine der größten Herausforderungen für russische Kommandanten sei derzeit die zunehmende Bedrohung der strategisch wichtigen Stadt Nowa Kachowka am Südende des Dnipro-Stausees, hieß es am Donnerstag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Der dortige Nachschubweg ist beschädigt, aber die Russen benötigen ihn dringend, um ihre Truppen jenseits des Flusses zu versorgen. Ein Rückzug von dort würde zwar die Verteidigung der Gebietshauptstadt Cherson verstärken, doch sei es wohl politisch geboten, das Gebiet jenseits des Flusses zu halten. Der Kreml verfüge kaum über weitere hoch qualifizierte und schnell einsetzbare Kräfte zur Stabilisierung der Front.

Der Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, versicherte dem Kriegsherrn indes seine Solidarität. Das tschetschenische Volk werde die Politik der Staatsoberhauptes überall auf der Welt voll und ganz unterstützen, schrieb er am Donnerstag in der Früh auf Telegram. Zuvor hatte er sich schon dafür bedankt, dass er zum Generaloberst befördert wurde. Er sei dem Oberbefehlshaber “unglaublich dankbar” für die “große Wertschätzung”.

Kadyrow kündigte auch die Entsendung weiterer “Spezialeinheiten” in den Krieg an. Seine Kämpfer hatten von Beginn an eine wichtige Rolle in dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gespielt. Vor dem Hintergrund der jüngsten militärischen Rückschläge hatte Kadyrow aber offene Kritik an der Militärführung geübt und etwa den Einsatz von Atomwaffen ins Spiel gebracht.

Russland hatte am Mittwoch die aus Sicht des Westens völkerrechtswidrige Annexion von den vier ukrainischen Gebieten Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson nach seiner Lesart besiegelt. Trotz der jüngsten Erfolge der ukrainischen Armee vor allem in Donezk und Cherson, zeigte sich Putin zuversichtlich, dass sich die Lage in den Gebieten bald stabilisieren werde.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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31 Kommentare auf "Russische Rakete trifft annektiertes Saporischschja"


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N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 22 Tage

Klingt gut! Zu bezweifeln ist, dass die Ukrainer ihre Gebiete schnell zurück erobern werden. Einhellige Meinung in TV und Zeitung ist, vor dem Frühjahr geht nichts und dann wirds ein sehr sehr langer Konflikt werden. Wieviel Geld hat der Westen, die EU und USA?
Die USA macht es sich einfach, erhöhen einfach seit Jahrzehnten ihr Limit… Hm
EU wird dem folgen.
Wie gestern hier berichtet, selbst im nuklearen Winter werden wir zusammen halten…der ist dann nicht kalt, da hätten wir andere Sorgen…
Wer bezahlt das alles?

Goennenihrwichtigtuer
1 Monat 22 Tage

@n.g. Sind das die selben einhelligen Meinungen die dir die letzten 7 Monate eine Fehleinschätzung nach der anderen beschärt haben? 🤔 Ich frag für nen freund…

schlaumaier
schlaumaier
Grünschnabel
1 Monat 22 Tage

ols laft noch plan, men muass lei jeden tog an nuien mochen😅

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

verschonen Sie uns mit ihren täglichen Falschmeldungen !

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
1 Monat 21 Tage

@N.G.:
WTF? Welche Medien muss man konsumieren um zu solchen Ansichten zu kommen?
Dir ist bekannt wieviele Gebiete die Ukraine den Russen im letzten Monat abgenommen hat?
Dir ist bekannt wie wenig Fortschritte die Russen in den letzten 6 Monaten gemacht haben?
Einige russischen Institutionen schieben bereits öffentlich die Schuld hin und her.
Echt jetzt, wie kommt man zu so einer katastrophalen “Analyse”?

Zugspitze947
1 Monat 21 Tage

N.G. Dümmer gehts nimmer ? Klar muss man der Ukraine weiter helfen um den Krieg sobald wie möglich zubeenden ! Nur wenn Putin und seien Mörderbande wietrhin Gelände verlieren werden Sie dem Drucl weichen ! 🙂

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 21 Tage

@Goennenihrwichtigtuer Zur Erklärung, nur für dich! Drei Behauptungen hab ich seit Beginn des Krieges aufgestellt. 1. Putin will den Donbass und die gesamten Gebiete im Süden bis zur Krim. Schau dir die Karten der anektierten Gebiete an, dann weisst du es. 2. hab uch behauptet, dass Putin vor dem Einsatz taktischer Nuklearwaffen nicht zurück schrecken wird. Das sagen inzwischen viele Spezialisten bus hin zu Biden selbst.
3. Der Konflikt wird, weul nicht geredet wird, LANGE dauern. Davon gehen inzwischen fast alle aus.
Und nun erklär mir wo ich bzw. die Experten falsch lagen. Übrigens schon im März, April erklärt.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 21 Tage

@bon jour Welche Falschmeldung? Würde ich die verbreiten, käme der Kommentar nicht ins Forum!

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
1 Monat 21 Tage

@N.G.:

“Einhellige Meinung in TV und Zeitung ist, vor dem Frühjahr geht nichts”

Erstens ist das ganz weit weg von der “einhelligen Meinung” und zweitens ist das kompletter Blödsinn. Ist dir entgangen, dass die Russen schon seit längerem 0 Fortschritte machen und die Ukraine seit vier Wochen rießige Gebiete zurückerobert?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 21 Tage

@Gievkeks NT-v! Weiss nicht wo du dich informierst. Bückerei?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 21 Tage

@Zugspitze947 Lies Biden, lies Diplomaten die von Atomschlägen warnen. Dann weißt du wovon ich rede.

Faktenchecker
1 Monat 21 Tage

NG Du weist nicht wovon Du redest!

Faktenchecker
1 Monat 21 Tage

@N. G. hahahahahhhaaaaaaaaaaaaaaaa😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 20 Tage

@Gievkeks Jeder Experte der seit 2 Tagen im TV zu den Geländegewinnen interviewt worden ist, sagt, man darf das Vorrücken der Ukrainer nicht überbewerten. Wenn man nur die Hälfte liest bzw. sehen will dann kommt man zu Bewertungen wie deiner.

Faktenchecker
1 Monat 20 Tage

@Gievkeks you made my day!

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
1 Monat 20 Tage

So schnell wird aus
“vor dem Frühjahr geht nichts”

“man darf das Vorrücken der Ukrainer nicht überbewerten”

Faktenchecker
1 Monat 20 Tage
inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

Putins Tage an der Macht sind gezählt … vielleicht auch seine Tage am Leben❗️

Grünschnabel
1 Monat 22 Tage

Leider wird putins politik bei uns so dargestellt, wie es bei unserer politik schon lange der fall ist.

Faktenchecker
1 Monat 20 Tage

maik hast Du schlecht geschlafen oder bezahlt Dich Putin?

Faktenchecker
1 Monat 20 Tage

Ich will den lebend in Den Haag sehen; den Hanswurst.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

War bestimmt wieder eine russische “Präzisionswaffe”🤣🤣🤣

Staenkerer
1 Monat 22 Tage

😄😅😆 … oder sie kennen de neuen grenzn no nit ….

Zugspitze947
1 Monat 21 Tage

Rudolf: vielleicht schlägt mal eine im Kreml ein 🙂

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 22 Tage

…entweder sie können es nicht, oder sie wellens zufleiss in die Luft schiassn…

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

Also greifen sich die Russen sozusagen selbst an, oder verstehe ich das falsch?

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

Nor schiasn sie sich selber i iatz oder wia?😌

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

                                                               
Die Ukraine geht gut vorbereitet in den Herbst und Winter.
Sie ist, dank der russischen Waffenlieferungen in den letzten Wochen, mit jeder Menge Kettenfahrzeugen ausgestattet. Damit kann man auch im Schlamm und im Schnee weiter kämpfen.

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 21 Tage

Bevor der nit wek isch greift er zu olle Methodn, au gib der Kronke sicher nit!

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

Liebe Geburtstagsgrüße aus der Ukraine an Putin.
Er hat pünktlich zu seinem 70. Geburtstag die größte Kerze ever bekommen.

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