Russische Militärs legt angebliche Beweise vor

Russische Streitkräfte: MH17 aus Ukraine abgeschossen

Montag, 17. September 2018 | 21:33 Uhr

Hochrangige russische Militärs haben am Montag in Moskau angebliche Beweise dafür vorgelegt, dass die zum Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine im Juli 2014 verwendete Buk-Rakete im Jahr 1986 in die Ukraine geliefert worden sei und nicht aus russischen Armeebeständen stammen könne. Die Erklärung widerspricht Erkenntnissen internationaler Ermittler, die von einer Buk aus Russland ausgehen.

Die Ermittler reagierten daher auch skeptisch: Wenn Russland das Material zur Verfügung stelle, werde es geprüft, teilte die Kommission JIT in den Niederlanden laut dpa mit. Es sei aber bereits vorgekommen, dass Informationen des russischen Militärs nicht korrekt gewesen seien. Der ukrainische Verteidigungsminister Stepan Poltorak sprach der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge von einer “neuen Lüge”, einem “neuen Fake” Russlands.

Ausgehend von der Seriennummer, die sich auf einem Triebwerksfragment der zum Abschuss verwendeten Buk-Rakete befand, habe man die Fabriknummer der Rakete und den Produktionsort im russischen Dolgoprudny eruieren können, erklärte der Chef der für Artillerie und Raketen zuständigen Abteilung im russischen Verteidigungsministerium, Nikolaj Parschin, vor etwa 100 Journalisten.

“Rakete Nummer 886 847379 wurde am 29. Dezember 1986 wurde per Zug an die Militäreinheit 20152 geliefert, die damals in Terebowlja, Oblast Ternopil, Ukraine, stationiert war. Sie verblieb nach dem Zerfall in der Sowjetunion bei den ukrainischen Streitkräften”, sagte Parschin. Als angeblicher Beweis wurde Journalisten ein Journalbuch des Raketenherstellers gezeigt, das zuvor noch als “streng geheim” klassifiziert gewesen war.

Gleichzeitig wies der Sprecher der russischen Streitkräfte, Igor Konaschenkow, auf optische Irregularitäten im Videos, die von der internationalen Ermittlungsgruppe veröffentlicht wurden, und beschuldigte die Ukraine, Beweismittel manipuliert zu haben.

Russische Militärs widersprechen nicht zum ersten Mal den Erkenntnissen der internationalen Ermittlungsgruppe, die eine russische Einheit für den Abschuss der malaysischen Boeing verantwortlich macht.

Journalisten spekulierten am Montag in Moskau über einen zeitlichen Zusammenhang der Präsentation mit Causa Skripal: Großbritannien beschuldigt zwei Russen, als Angehörige des russischen Militärgeheimdienstes GRU an der Vergiftung des ehemaligen russischen Militärgeheimdienstlers Sergej Skripal und seiner Tochter Julia beteiligt gewesen zu sein. Ihre unbeholfenen Erklärungen und Dementis, die vergangene Woche im Staatsfernsehen ausgestrahlt wurden, schienen auch das russische Fernsehpublikum nur bedingt zu überzeugen.

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg vom Amsterdamer Flughafen Schiphol nach Kuala Lumpur über der Ostukraine von einer Rakete getroffen worden und abgestürzt. Alle Menschen an Bord wurden getötet. Unter den 298 Insassen waren 196 Niederländer, 39 Australier und vier Deutsche. Am Donnerstag hatte das internationale Ermittlerteam zu dem Abschuss einen neuen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Rakete erstmals einer russischen Militärbrigade zugeordnet. Russlands Präsident Wladimir Putin wies eine Verantwortung Moskaus zurück.

Von: apa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Russische Streitkräfte: MH17 aus Ukraine abgeschossen"


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Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 5 Tage

“Es sei aber bereits vorgekommen, dass Informationen des russischen Militärs nicht korrekt gewesen seien.”
herrlich dieser satz … da fällt mir sofort der irak ein
die russen haben diese beweise schon lange. sie wurden aber nicht mit in die untersuchung einbezogen, sondern ausgeschlosse. ebenso wissen die russen ziemlich genau, wo die waffen aus der ex-sowjetunion hin sind. im grunde ist es den russen wurscht, was der westen über MH17 denkt. er kann ihnen so oder so nichts anhaben.

AlfonsHatler
AlfonsHatler
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Bitte nicht immer von “Internationalen Ermittlern” sprechen.

Es sind westliche Ermittler, die Ergebnisse im Interresse der Nato liefern.

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