Ukrainische Truppen leisten enormen Widerstand

Russische Truppen wollen Lyssytschansk einkesseln

Mittwoch, 29. Juni 2022 | 12:13 Uhr

Im Osten der Ukraine versuchen russische Truppen weiterhin, die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk einzukesseln. Das sei eine der Hauptanstrengungen des Feindes, teilte der ukrainische Generalstab am Mittwoch in seinem Lagebericht mit. Russische Truppen stehen bereits am Südrand der Stadt. Der britische Geheimdienst teilte unterdessen mit, dass der russische Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk mit mindestens 20 Toten ein Versehen gewesen sein könnte.

Es sei durchaus realistisch, dass die Attacke am Montag ein nahe gelegenes Infrastrukturziel habe treffen sollen, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Update des britischen Verteidigungsministeriums. Moskaus Angriffe mit Langstreckenraketen seien auch schon in der Vergangenheit ungenau gewesen, was zu einer hohen Zahl an zivilen Opfern geführt habe – etwa beim Beschuss des Bahnhofs in der Stadt Kramatorsk im April, hieß es weiter. Moskau sei bereit, “hohe Kollateralschäden” in Kauf zu nehmen. Da Russland einen Mangel an moderneren Präzisionswaffen und deutliche Schwächen bei der Planung seiner Ziele habe, müsse man durch weitere Angriffe mit weiteren zivilen Opfern rechnen.

Üblicherweise teilt London mit scharfen Worten gegen Russland aus. Diesmal steht die Einschätzung der Briten im Kontrast zu der des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dieser warf Russland in seiner täglichen Videobotschaft Terror vor und betonte, der Angriff gegen das Einkaufszentrum sei gezielt gewesen, um möglichst viele Menschen zu töten.

Derweil gehen die Kämpfe im Osten des Landes weiter. Angriffe Russlands gebe es außerdem in Richtung der westlich von Lyssytschansk gelegenen Stadt Bachmut, so der ukrainische Generalstab. Um das Tempo aufrechtzuerhalten, hätten die Besatzer ihre Bataillonsgruppe verstärkt. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Beim russischen Vormarsch auf den Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk gibt es hingegen wenig Bewegung. Dort konzentriere sich der Feind darauf, Bedingungen für weitere Angriffe zu schaffen.

Bei Kämpfen im Süden von Lyssytschansk haben ukrainische Truppen nach Darstellung Moskaus deutliche Verluste erlitten. Von den 350 Mann einer Gebirgsjägerbrigade seien lediglich noch 30 Soldaten am Leben geblieben, teilte das russische Verteidigungsministerium am Mittwoch in Moskau mit und bezog sich dabei auf Kämpfe an einer Ölraffinerie. Das lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte zudem mit, bei Angriffen in der Nähe von Pytomnyk im Charkiwer Gebiet im Osten seien 100 Kämpfer getötet und Militärtechnik vernichtet worden. Auch in anderen Gebieten seien Kämpfer auf der Seite der ukrainischen Armee getötet worden. Über größere Geländegewinne wurde nichts mitgeteilt.

Die ukrainischen Behörden meldeten indes zwei Tote nach einem Angriff auf die ostukrainische Großstadt Dnipro. Mittwoch früh seien von Rettern die Leichen eines Mannes und einer Frau unter den Trümmern eines von einer feindlichen Rakete zerstörten Unternehmens gefunden worden, wie der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, im Nachrichtendienst Telegram schrieb.

Zudem hat es nach ukrainischen Angaben mindestens vier Tote bei einem russischen Angriff Mittwoch früh auf die Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine gegeben. Eine Rakete habe ein Hochhaus getroffen, schrieb Militärgouverneur Witali Kim. Die lokalen Behörden riefen die Menschen auf, während des Luftalarms an einem sicheren Ort zu bleiben und keine Bilder vom Ort des Angriffs zu veröffentlichen. Aus Russland hieß es, man habe eine Ausbildungsbasis für ausländische Söldner in der Nähe Mykolajiws sowie vier Kommandoposten zerstört.

Auf der anderen Seite machten prorussische Separatisten im Gebiet Luhansk die ukrainische Armee für den Tod von sechs Arbeitern verantwortlich. Sie seien während Reparaturarbeiten unter Beschuss geraten, teilte die Generalstaatsanwaltschaft der international nicht anerkannten Region mit. Vier Mitarbeiter seien verletzt worden, eine Person werde noch vermisst.

Von: APA/dpa

Kommentare

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22 Kommentare auf "Russische Truppen wollen Lyssytschansk einkesseln"


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Sara Lea
Sara Lea
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Für den russischen Kriegsverbrecher Putin und seine kriminellen Versallen gibt es nur einen Ort wo die hingehören, nämlich nach Den Haag.

Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 11 Tage

No bessr waret a russischer Gulag!

Sara Lea
Sara Lea
Tratscher
1 Monat 11 Tage

@Dagobert, halte an der Rechtsstaatlichkeit fest. Im Gulag haben diese russischen Kriegsverbrecher mehr als genug Groupies. Slava 🇺🇦

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 11 Tage

@Dagobert Interessant, du verurteilst Putin und seine Mitteel aber würdest dann zu gleichen Mitteln greifen die er anwendet?
Das würde uns ihm gleichstellen!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 11 Tage

Der Wunsch ist berechtigt, aber passieren wird das nie! Da muss man realistisch bleiben, Putin kann nicht gefangen genommen werden.

Sara Lea
Sara Lea
Tratscher
1 Monat 11 Tage

@N. G., selbstverständlich kann der Kriegsverbrecher Putin festgenommen und nach Den Haag gebracht werden.

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Während die Russen hausen wie die Orks im Herrn der Ringe, kann man die Armee der Ukraine nur bewundern, wie sie ihr Land gegen die Mörder aus dem Osten verteidigen.

Zugspitze947
1 Monat 11 Tage

Look: so ist es und hoffentlich halten Sie durch bis der Agressor vertrieben und besiegt ist 🙂

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 11 Tage

@Look: Der Vergleich passt. Wir haben hier einige Gollums im Dienste Putins, pardon Saurons …

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
1 Monat 11 Tage

Wir haben doch gesehen wie sehr hier auch im Suedtirolforum bezahlte russische Trolle für die russische Aggression Verständnis gezeigt haben. Diese Profile sind jetzt gerade still, oder still gelegt. Sie sind Teil einer Kriegsvorbereitung Russlands. Es werden neue Trollprofile erstellt werden, die dann für die Anerkennung der Eingliederung der gewaltsam eroberten Provinzen in den Verbrecherstaat Russland werben.
Ich habe nur Verachtung für diejenigen die diese Verbrechen in wie in Lyssytschansk rechtfertigen.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 11 Tage

…unverständlich wie man sonst Sympathie für russische Aggression und Kriegsverbrechen aufbringen kann…

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 11 Tage

Die Trollis sind schon wieder fleißig dabei. Mit neuen Accounts und dergleichen. Lässt sich bei genauem Lesen der Beiträge aber gut herausfinden. Vielleicht sind das die arbeitslosen RT-Redakteure (oder eher – bei der Qualität – Praktikanten)

IatzNimmIMirADieZeit
1 Monat 11 Tage

Kannst du mir sagen wo diese Jobs ausgeschrieben werden und wie hoch diese dotiert sind? Ich zweifle nämlich an dieser These.

IatzNimmIMirADieZeit
1 Monat 11 Tage

Ich finde es unverständlich, wie einseitig und unreflektiert hierbei argumentiert wird. Ich erinnere mich noch gut an 2003 als die Usa und das verbündete Europa in den Irak einmarschiert ist unter dem Vorwand von Chemiewaffe. Das wurde von uns Europäern auch im Nachhinein einfach hingenommen, obwohl es ebenso eine Aggression unter falschem Vorwand war. Ist das etwa verständlich? Oder sind Menschen im Irak weniger Wert als in der Ukraine? Oder ist es egal weil es weiter von Europa entfernt ist?

IatzNimmIMirADieZeit
1 Monat 11 Tage

Vielleicht versuchen sie sich auch nur bestmöglich sprachlich anzupassen, vielleicht sind das sogar richtige Profis! 😉

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 10 Tage

@IatzNimmIMirADieZeit : Was wollen sie denn so „reflektieren“? Das im Irak-Krieg ein brutaler Diktator Hussein fortgejagt und die Iraker von der Unterdrückung befreit wurden und aktuell ein russischer Diktator ein friedliches Volk überfallen hat um es – wie Hussein im Irak – zu unterdrücken? Dann reflektieren sie doch mal so für sich – vielleicht klingelt es ja auch bei ihnen, dass es schon einen qualitativen Unterschied zwischen Freiheit und Unfreiheit gibt. Just do it … (über die US-amerikanische Argumentation kann streiten, über die Diktatur Husseins nicht!)

Faktenchecker
1 Monat 11 Tage

Russische Truppen wollen immer viel…

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
1 Monat 8 Tage

Philingus @ den Irak befreit? Wie blind Ideologie machen kann ,sieht man an ihren Äußerungen.
500 000 Tote Kinder unzählige zivile Opfer,bis heute Tod und Chaos,der Kriegsgrund erlogen und vor sie wieder Propaganda schreien,lesen sie die Memoiren von Collin Powell.

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 8 Tage

Sie sollten – bevor sie etwas kommentieren – ganz einen Kommentar lesen. Ihr Vorwurf der Blindheit mag daran liegen, dass sie vor lauter Indoktrination schon nicht mehr in der Lage sind, Beiträge differenziert zu verstehen. Sie können weiterhin auf dem Niveau von Sandkasten-Spielereien („… er hat aber auch getreten …“) versuchen zu diskutieren, aber durch ihre absichtliche Heranziehung vergangener Ereignisse, um aktuelle Geschehnisse und ihren schlimmen Verbrechen zu nivellieren, wird jede Diskussion mit ihnen bereits im Vorfeld sinnlos. (Und das bei einem so anspruchsvollen Pseudonym ts ts ts …)

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
1 Monat 7 Tage

Wenn sie meine Kommentare lesen würden, könnten sie diese auch verstehen.
Ob sie es verstehen wollen bleibt dahingestellt, vergangene Verbrechen, sie nennen es Ereignisse, helfen die Gegenwart zu verstehen.

prontielefonti
prontielefonti
Superredner
1 Monat 11 Tage

Schwaaaaaaare

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
1 Monat 8 Tage

Philingus@ Ideologie bremst den Verstand,leider sind sie in ihrer Denkweise nicht mehr im Stande,Realitäten von ihrem Wunsch Denken zu unterscheiden .
Wenn sie mit der Realität nicht klar kommen, gehen sie zum Psychologen,statt höflich kommentierende zu diskreditieren und ihnen Dummheit zu unterstellen.

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