Russland hat offenbar kein Problem mit Nordkoreas Raketentests mehr

Russland äußert Verständnis für nordkoreanische Raketentests

Dienstag, 08. März 2022 | 14:11 Uhr

Russland hat vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges Verständnis für die jüngsten nordkoreanischen Raketentests geäußert. Die Testpause habe nur dazu geführt, dass die USA und Südkorea ihre militärische Kooperation verstärkt hätten, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag laut Nachrichtenagentur RIA mit. Indes kam es an der innerkoreanischen Seegrenze zu einem Zwischenfall: Südkoreas Marine vertrieb ein nordkoreanisches Militärboot mit Warnschüssen.

Die andauernde Druckausübung der USA auf Nordkorea mittels Diplomatie und Sanktionen “bringt nichts”, hieß es vom russischen Außenministerium. Beobachter sahen in der Äußerung eine Retourkutsche für harten westlichen Sanktionen im Ukraine-Krieg. Erst am Wochenende hatte Russland auch die laufenden Atomverhandlungen mit dem Iran infrage gestellt, indem es westliche Garantien forderte.

China und Russland hatten am Montag eine Erklärung des UNO-Sicherheitsrates zu den jüngsten nordkoreanischen Raketentests verhindert. Vor fünf Jahren hatte der Sicherheitsrat noch einstimmig Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Danach vereitelte China nach westlicher Zählung 17 Mal einen von den USA und europäischen Ratsmitgliedern vorgelegten Text zum Raketenprogramm. Nun stellte sich auch Russland an die Seite Chinas.

Indes mehrten sich die Anzeichen für eine Verschärfung der nordkoreanischen Politik. Ein nordkoreanisches Militärboot überquerte im Gelben Meer die Seegrenzlinie, teilte der südkoreanische Generalstab am Dienstag mit. Es habe ein “unbewaffnetes” Boot verfolgt. Nach Warnschüssen sei das nordkoreanische Boot wieder abgedreht. Das “verfolgte” Boot stammt nach Berichten südkoreanischer Medien ebenfalls aus Nordkorea. Die sieben Besatzungsmitglieder wurden demnach mitsamt des Bootes von der südkoreanischen Marine zur Insel Baengnyeong gebracht, wo sie befragt werden sollten. Laut dem Sender Arirang handelt es sich womöglich um ein Fischerboot, das abgetrieben sei.

Außerdem gab es Anzeichen für eine neue Forcierung der atomaren Aufrüstung durch Pjöngjang. Auf Satellitenbildern sind nach Angaben von Experten vom Dienstag zum ersten Mal seit der Schließung des Atomtestgeländes Punggye-ri 2018 Bauarbeiten zu erkennen. Auf den am Freitag aufgenommenen Bildern ist der Bau eines Gebäudes und die Reparatur eines anderen Gebäudes zu erkennen. Die Experten von James Martin Center for Nonproliferation Studies in den USA wiesen darauf hin, dass das Testgelände noch viele Monate, wenn nicht sogar Jahre davon entfernt sei, für neue Atombombentests genutzt werden zu können. Auch der US-Geheimdienst geht von neuen atomaren Anstrengungen aus und rechnet in diesem Jahr mit größeren Tests.

Nordkorea hatte im Jänner eine Rekordzahl von Raketen getestet, darunter die Größte seit 2017. Internationale Beobachter haben zudem berichtet, dass das Atomkraftwerk in Yongbyon in Hochbetrieb sei und möglicherweise Uran für Atombomben herstelle.

Der US-Geheimdienst vermutet, die Raketenstarts zu Jahresanfang könnten den Auftakt für eine intensivierte Entwicklung von Interkontinentalraketen und Atombombentests in diesem Jahr sein. In dem Bericht des U.S. Directorate of National Intelligence heißt es, der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un könnte weiterhin fest entschlossen sein, das Atomwaffenarsenal auszubauen.

Punggye-ri ist stillgelegt, seit Nordkorea 2018 ein selbst auferlegtes Moratorium für Atomwaffentests verkündet hat. Kim hat jedoch erklärt, dass er sich nicht mehr an dieses Moratorium gebunden fühlt, da die Verhandlungen mit den USA über den Verzicht auf Atomwaffen 2019 ins Stocken geraten sind.

2018 hatte Nordkorea ausländischer Medien eingeladen, um Sprengung in Punggye-ri zu beobachten. Allerdings verweigerte das kommunistische Land internationalen Inspektoren den Zutritt. Daraufhin wurde spekuliert, dass die Anlagen wieder aufgebaut werden könnten. Punggye-ri ist das einzige bekannte Atomtestgelände Nordkoreas. Von 2006 bis 2017 führte Nordkorea dort sechs unterirdische Atomwaffentests durch.

Vergangene Woche hatte Nordkorea erklärt, der jüngste Raketentest habe der Entwicklung von Aufklärungssatelliten gedient. Die USA, Südkorea und Japan befürchten, dass Nordkorea ballistische Raketen entwickeln will. Dies ist Nordkorea durch Resolutionen des UN-Sicherheitsrates untersagt.

Von: APA/Reuters

Kommentare
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Kinig
2 Monate 16 Tage

Und wen wundert das wirklich, dass der Zarewitsch für den kleinen ◼️ Verständnis🙈 hat ??

pfaelzerwald
2 Monate 16 Tage

@offli Es
Was ist denn?. ein Zarewitch?

Zugspitze947
2 Monate 16 Tage

pfaelzewald: bist aber sehr schlecht informiert 😉 Leider hat der Zarewitsch überhaupt kein Herz und gehört entsorgt 🙁

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Kinig
2 Monate 16 Tage

@pfaelzerwald…der “schlaue”🦊 hat mir die Antwort vorweg genommen😉

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Kinig
2 Monate 16 Tage

@pfaelzerwald…jetzt enttäuscht Du mich aber. Dass es Andere👎auch nicht wissen, überrascht mich dagegen nicht 😉. Zarewitsch war der Adelstitel der männlichen Nachkommen der russischen Zaren.

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Kinig
2 Monate 16 Tage

@Mikeman..dass Du KEINE Ahnung hast, brauchst Du nicht jedes Mal aufs Neue bestätigen. Und dass Du ein Populist und hier bei Weitem nicht allein bist, sieht man an deinen persönlichen Wertungen….

pfaelzerwald
2 Monate 16 Tage

@Zugspitze
Das ist leider keine Antwort auf meine Frage, als Amerikaner muss man ja nicht alles wissen und darf mal fragen.

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Tratscher
2 Monate 16 Tage

Damit wird ein weiteres wichtiges internationales Abkommen ignoriert: der Atomsperrvertrag. Aber wen wunderts: Diktatoren und Gewaltherrscher stützen sich gegenseitig.

Wiesodenn
Wiesodenn
Tratscher
2 Monate 16 Tage

Darf Israel Atomwaffen besitzen?

Selbstbewertung
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Tratscher
2 Monate 16 Tage

@Wiesodenn: Nein!!! Zumindest aber droht Israel nicht mit Auslöschung und atomaren Abschreckung. Trotzdem bin ich auch gegen eine Unterstützung atomarer Hochrüstung Israels und finde das auch ein Grundproblem im nahen und mittleren Osten (s. Iran)….

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