Immer mehr Zivilisten verlassen die Region

Russland bezeichnet Ost-Ghuta-Offensive als “fast vorüber”

Donnerstag, 29. März 2018 | 19:34 Uhr

Die Offensive syrischer Truppen auf die einstige Rebellen-Hochburg Ost-Ghuta ist nach Angaben des Verbündeten Russland so gut wie abgeschlossen. Der “Anti-Terror-Einsatz” am Rande der Hauptstadt Damaskus sei “fast vorüber”, sagte eine Sprecherin des Moskauer Außenministeriums am Donnerstag. Unterdessen verlassen immer mehr Menschen die letzten Rebellengebiete in dem Gebiet.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu stellte demnach in Aussicht, dass am Sonntag oder Montag die ersten Flüchtlinge in das Gebiet zurückkehren könnten. Er äußerte sich gegenüber dem Syrien-Gesandten der Vereinten Nationen (UN), Staffan de Mistura. Die UN kritisierten die Lebensumstände für Vertriebene in Syrien unterdessen als “schrecklich”.

Zuletzt gab es einen regelrechten Exodus von Aufständischen aus der Region: Tausende Rebellen wurden nach ihrer Kapitulation zusammen mit ihren Familien in die weiterhin von Aufständischen gehaltene Provinz Idlib gebracht. In Ost-Ghuta blieb allein die Stadt Duma zuletzt noch in der Hand von Rebellen. Nach Angaben des russischen Außenministeriums dauerten dort Verhandlungen für einen Abzug der islamistischen Gruppe Dschaisch al-Islam an. In den vergangenen Tagen hatte ein Sprecher dieser Aufständischen den mit russischen Unterhändlern vereinbarten Abzug als Zwangsumsiedlung kritisiert.

Mit Ost-Ghuta bekommt Präsident Baschar al-Assad eine Region wieder unter Kontrolle, die sich gleich zu Beginn des Syrien-Konflikts 2011 dem Aufstand gegen ihn angeschlossen hatte. Wie in vielen entscheidenden Kämpfen des Bürgerkriegs wurden Assads Truppen auch bei den besonders schweren Luftangriffen auf die Enklave von Russland unterstützt.

Die Region nahe der Hauptstadt Damaskus hatte in den vergangenen Wochen die heftigste Angriffswelle der Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkriegs vor rund sieben Jahren erlebt. Dabei kamen nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter mehr als 1.600 Zivilisten ums Leben.

Nach Geländegewinnen der Armee halten sich nur noch in zwei kleineren Gebieten Ost-Ghoutas Rebellen auf. Seit Tagen läuft bereits die Evakuierung einer dieser beiden Zonen. Auch aus dem zweiten Gebiet um die Stadt Duma sollen die Rebellen abziehen. Die Regierung und die islamistische Miliz Jaisch al-Islam verhandeln darüber unter russischer Vermittlung. Die syrische Armee hat dort zugleich Truppen zusammengezogen und droht mit einer neuen Offensive.

Von: APA/dpa