Safronkow spricht sich gegen Sanktionen aus

Russland blockierte UNO-Erklärung für Nordkorea-Sanktionen

Donnerstag, 06. Juli 2017 | 19:14 Uhr

Russland hat die Annahme einer UNO-Erklärung verhindert, mit der “bedeutsame Maßnahmen” als Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Raketentest vorbereitet werden sollten. Nach Angaben von UNO-Diplomaten meldete Russland am Donnerstag Bedenken gegen den Entwurf an. Der russische Vize-Botschafter bei der UNO, Wladimir Safronkow, betonte, Sanktionen könnten “dieses Problem nicht lösen”.

Safronkow hatte bei einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats am Mittwoch argumentiert, es sei nicht bewiesen, dass Pjöngjang bei dem Test in der Nacht auf Dienstag eine Interkontinentalrakete eingesetzt habe. Die US-Delegation bei der UNO hatte zuvor einen Entwurf für eine Erklärung verbreitet. Darin wurde daran erinnert, dass der Sicherheitsrat bereits beschlossen hatte, bei weiteren nordkoreanischen Atomtests oder Raketentests weitergehende Maßnahmen zu beschließen. Nach Angaben der USA und der UNO handelte es sich bei dem am Dienstag von Nordkorea abgefeuerten Raketentyp Hwasong-14 um eine Interkontinentalrakete.

“Jeder Versuch, eine militärische Lösung zu rechtfertigen, ist unannehmbar”, sagte Safronkow. Ein solches Vorgehen werde “unvorhersehbare Konsequenzen” für die Region haben. Auch seien Versuche, Nordkorea “wirtschaftlich zu erdrosseln, nicht hinnehmbar”, weil Nordkorea auf humanitäre Hilfe angewiesen sei.

Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, hatte den Raketentest als “klare und scharfe militärische Eskalation” verurteilt. Sie drohte, die USA könnten in dieser Lage auch ihre “beträchtlichen militärischen Kräfte” einsetzen, würden aber lieber “nicht in diese Richtung gehen”.

China und Südkorea sind sich unterdessen einig über schärfere Sanktionen gegen Nordkorea, plädieren aber für eine friedliche Lösung des Konflikts. Das ist nach südkoreanischen Angaben das Ergebnis des ersten Treffens des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping mit dem neuen Präsidenten Südkoreas, Moon Jae-in, am Donnerstag in Berlin.

Von: APA/ag.

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