Russische Kampfbomber im Einsatz

Russland flog Luftangriffe gegen IS im Osten Syriens

Sonntag, 14. August 2016 | 13:36 Uhr

Die russische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben am Sonntag mit Langstreckenbombern Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Osten Syriens geflogen. Die Ziele lagen nahe der Stadt Deir ez-Zor wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Die Stadt wird von syrischen Regierungstruppen gehalten, während der IS das Gebiet ringsum kontrolliert.

Im Einsatz waren den offiziellen Angaben nach sechs Überschallbomber vom Typ Tu-22M3 (NATO-Code: Backfire-C), die von Russland aus gestartet waren und dorthin zurückkehrten. Sie wurden von Kampfjets der russischen Luftwaffenbasis Hamaimim in Syrien gesichert. Den Angaben nach wurden zwei IS-Kommandostellen, sechs Munitionslager sowie mehrere Fahrzeuge zerstört. Zahlreiche IS-Kämpfer seien getötet worden, teilte das Ministerium mit.

Unterdessen sind nach der Vertreibung des IS am Wochenende Tausende Bewohner in die nordsyrische Stadt Manbij zurückgekehrt. Viele Familien, die in den vergangenen Wochen in Lagern außerhalb des strategisch wichtigen Ortes ausgeharrt hatten, seien mit Hunderten Autos zurückgekehrt, teilten die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) mit.

“Heute ist der erste Tag, an dem sich das Leben wieder normalisiert”, sagte ein Sprecher. Dagegen hoffen in der 80 Kilometer entfernten Großstadt Aleppo noch immer Hunderttausende Menschen auf ein Ende der Kämpfe. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier brachte die Einrichtung einer Luftbrücke zur Versorgung ins Gespräch.

Manbij war seit Anfang 2014 unter der Kontrolle des IS und eine Hochburg der Extremisten. Über die Stadt bekam die Miliz Kämpfer und Nachschub von der türkischen Grenze. Nach der Eroberung veröffentlichten die SDF Bilder, auf denen feiernde Menschen zu sehen waren. Männer schnitten ihre Bärte ab. Frauen verbrannten ihre Ganzkörperschleier, die sie auf Anordnung der Islamisten tragen mussten.

Die SDF-Rebellen hatten am Freitag mit dem IS den Abzug der Miliz vereinbart. Bei den SDF handelt es sich um einen Zusammenschluss arabischer Kämpfer mit der kurdischen YPG-Miliz. Die Kurden kontrollieren bereits einen 400 Kilometer langen Streifen entlang der türkischen Grenze. Auch im benachbarten Irak geriet der IS weiter unter Druck. Kurdische Peschmerga-Kämpfer starteten in der Nähe von Mossul eine Offensive gegen die Islamisten.

Während in Manbij vergleichsweise wenig zerstört wurde, liegt Aleppo weitgehend in Trümmern. Einige Teile der früheren Metropole werden von den Rebellen gehalten, andere sind in der Hand der Truppen von Präsident Bashar al-Assad. Seit einer Woche versuchen die Aufständischen, den Belagerungsring um den Osten der Stadt zu durchbrechen.

Von: APA/dpa

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